US-Behörde untersucht Tracking von Mobilgerätenutzern mittels Ultraschall

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Datenschutz (Bild: Shutterstock/alphaspirit)

Die US-Bürgerrechtsorganisation Center for Democracy and Technology hat vor einer solchen geräteübergreifenden Praxis gewarnt. Die etwa in TV-Werbung eingesetzten Töne sind für Menschen nicht hörbar, können aber von Mobilgeräten erfasst werden. Dort kommunizieren sie mit Browser-Cookies oder in diversen Apps enthaltenen Bestandteilen.

Die Bürgerrechtsorganisation Center for Democracy and Technology (CDT) hat vor einer neuartigen Form von Anzeigen gewarnt und sich damit an US-Aufsichtsbehörden gewandt. Das CDT weist in seinem Schreiben (PDF) an die Federal Trade Commission (FTC) auf TV-Werbung mit eingebettetem Ultraschallsignal hin. Smartphones und Tablets könnten die für das menschliche Ohr nicht hörbaren Töne erfassen und Cookies aktivieren. Somit sei dann geräteübergreifendes Nutzer-Tracking möglich. Laut ArsTechnica will sich die FTC heute mit der Thematik auseinandersetzen.

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Die Federal Trade Commission befasst sich heute mit einer unter anderem von der Firma SilverPush in Apps eingebetteten Technik zum geräteübergreifenden Nutzer-Tracking mittels Ultraschall (Bild: Shutterstock-Goodluz).

Das Center for Democracy and Technology hat massive Bedenken gegen die neuartige Verknüpfung von TV-Werbung und Browser-Cookies. Das Verfahren erlaube eine bislang nicht mögliche Verknüpfung der Nutzeraktivitäten auf unterschiedlichen Geräteplattformen. So lasse sich beispielsweise die vom Besitzer eines Mobilgeräts gesehene Fernsehwerbung mit dem von ihm genutzten Gerät und den möglicherweise durch die Werbung ausgelösten, auf dem Mobilgerät ausgeführten Aktionen in Beziehung setzen – etwa wenn er im Anschluss an eine Werbung im Internet nach dem beworbenen Produkt sucht. Überdies könnten auch unterschiedliche Mobilgeräte durch Werbenetzwerke miteinander in Beziehung gebracht werden, etwa ein beruflich genutztes Smartphone und ein mit einem anderen Benutzerkonto privat eingesetztes WLAN-Tablet.

“Wenn eine Person ihren Geschäften nachgeht, entsteht durch ihre Aktivität auf jedem Gerät ein anderer Datenstrom über ihre Vorlieben und ihr Verhalten, die aber siloartig in den dazu verwendeten Geräten und mit ihnen genutzten Services eingeschlossen sind”, erklären die CDT-Aktivisten. “Geräteübergreifendes Tracking erlaubt Werbetreibenden, diese Datenströme auf eine Person zurückzuführen und sich dadurch weitreichendere Kenntnisse über eine Person zu verschaffen.”

An derartigen Konzepten arbeiten dem CDT zufolge gegenwärtig unter anderem die Firmen Drawbridge, Flurry und SilverPush. Darüber hinaus entwickle Adobe ähnliche Technologien. Aus Datenschutzsicht sind laut CDT aber die Aktivitäten von SilverPush am bedenklichsten. Das in San Francisco ansässige und seit Sommer 2014 im Markt aktive Unternehmen bekam erst kürzlich 1,25 Millionen Dollar Wagniskapital zum Ausbau seiner Aktivitäten.

SilverPush (Bild:
Aus Datenschutzsicht am bedenklichsten scheint dem CDT aktuell die Technologie von SilverPush – auch deshalb, weil sich der Anbieter weigert zu verraten, in welchen Apps sein SDK enthalten ist (Grafik: SilverPush).

“Stößt ein Nutzer beim Surfen im Web auf eine von SilverPush ausgelieferte Anzeige, wird nicht nur ein Cookie auf dem Computer platziert, sondern auch ein hochfrequenter Ton über dessen Lautsprecher ausgegeben. Der für Menschen nicht hörbare Ton wird auf anderen, smarten Geräten von dem darauf installierten Software Development Kit erkannt. SilverPush bettet seine patentierten Audio-Beacon-Signale in Fernsehwerbung ein, die in aller Stille von einer App, ohne dass der Nutzer das mitbekommen würde, empfangen werden.

Das SilverPush-SDK wird App-Entwicklern angeboten und kann von einer Reihe von Gratis-App-Anbietern genutzt werden, um ihre Arbeit zu finanzieren. Nach Angaben von CDT versichert SilverPush, dass es im Hintergrund keine anderen als die hochfrequenten Töne belauscht. Die Aktivisten kritisieren aber dennoch, dass die einzige Einschränkung, die den Empfang eines solchen Audio-Beacons behindert, die Entfernung der Geräte voneinander ist und es für Anwender keine Möglichkeit gibt, dem geräteübergreifenden Tracking ihre Zustimmung zu verweigern.

Bedenklich sei zudem, dass sich SilverPush weigert, die Apps zu benennen, in denen sein SDK integriert ist. Im April 2015 waren laut CDT 67 Apps mit dem SDK von SilverPush auf dem Markt. Darunter müssen einige recht weitverbreitete sein, denn den Aktivisten zufolge konnte das Unternehmen so rund 18 Millionen Smartphones und deren Besitzer nachverfolgen.

[mit Material von Peter Marwan, ZDNet.de]

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