Neuer Bildsensor soll ab 2016 für wesentlich bessere Smartphone-Bilder sorgen

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invisage-sensor-chips (Bild: CNET.com/Stephen Shankland)

Der von dem Start-up InVisage hergestellte erste QuantumDot-Bildsensor löst 13 Megapixel auf. Im Vergleich zu herkömmlichen Sensoren bietet er einen höheren Dynamikumfang, einen schnellen Global-Shutter und eine dünnere Bauweise. Anfang 2016 sollen erste Smartphones damit erhältlich sein.

InVisage hat einen neuen Bildsensor für Smartphones auf Basis der Quantum-Dot-Technik präsentiert. Dem 2006 gegründeten Start-up zufolge bringt er eine signifikant bessere Fotoqualität. Der Quantum-13-Bildsensor löst 13 Megapixel auf, wobei jedes Pixel lediglich 1,1 Mikrometer misst. Erste Geräte, die den QuantumFilm-Bildsensorchip von InVisage integrieren, sollen im ersten Quartal 2016 erhältlich sein. Mit der Vorstellung der Modelle darf man daher wohl spätestens zur CES Anfang Januar rechnen.

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Der Smartphone-Bildsensor von InVisage basiert auf der Quantum-Dot-Technologie (Bild: Stephen Shankland, CNET.com)

“Er ist in einer Reihe von Bereichen revolutionär”, sagt Jess Lee, Vorstandsvorsitzende und Mitbegründer von InVisage, über den neuen Sensor. Bildsensoren beruhen derzeit auf einer lichtempfindlichen Schicht aus Silizium. Die QuantumFilm-Sensoren von InVisage verwenden hingegen eine besonders dünne Schicht aus lichtempfindlichen Quantenpunkten. Jeder dieser Punkte setzt sich aus einem Halbleitermaterial zusammen, das den Strom abhängig von seiner Umgebung leitet. Je nach Größe sind die Punkte für bestimmte Farben des Lichts empfindlich.

“Chips mit dieser lichtempfindlichen Schicht aus Quantenpunkten werden die heutige Bildsensor-Technologie übertreffen”, führt Lee weiter aus. Aufgrund eines höheren Dynamikumfangs werden Lichter und Schatten besser erfasst, sodass beispielsweise Gesichter in der Sonne nicht überbelichtet sind, aber gleichzeitig auch Objekte im Schatten erkannt werden. Ein schneller Global-Shutter vermeidet zudem den sogenannten Jello/Wobble-Effekt, der bei CMOS-Technologie in Videos auftreten kann, wenn sich entweder das Motiv oder die Kamera oder gar beide bewegen.

Ein weiterer Vorteil sei, dass die Anzahl der Pixel eines Quantum-Dot-Sensors nicht durch die Hardware bestimmt wird. Smartphone-Besitzer sind damit abhängig von der Einstellung in der Lage, Bilder mit einer maximalen Anzahl von Pixel oder aber mit einer kleineren Anzahl größerer Pixel zu erfassen. Ersteres wäre besser für Details, letzteres für Fotos bei schwachem Licht.

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Der Quantum-Dot-Sensor scheint tatsächlich gute Arbeit zu verrichten und Bereiche zu erfassen, die für gewöhnlich ausgeblasst sind (Bild: InVisage).

Außerdem geht mit dieser Technologie einher, dass QuantumFilm-basierende Smartphone-Kameras dünner sind. Der 13-Megapixel-Chip von InVisage ist lediglich vier Millimeter dick, womit die Kamera auch in dünneren Geräten wie dem iPhone 6S oder dem Samsung Galaxy S6 nicht mehr herausstehen würde.

Lee ist der Überzeugung, dass die Quantenpunkt-Technologie der nächste Schritt zu einer besseren Bildqualität bei Smartphones ist. Der Bildsensor sei inzwischen ein entscheidendes Kriterium beim Kauf von Smartphones. Digitale Bildsensoren haben sich über die Jahre allerdings nur langsam entwickelt. Nach CCD-Sensoren folgte die CMOS-Technologie, die besser für Smartphone-Aufnahmen geeignet war. Neuerdings gibt es sogenannte rückwärtig belichtete Sensoren (BSI), bei denen Licht auf die Rückseite des Chips scheint, sodass elektronische Komponenten das Licht nicht blockieren.

InVisage wird es vermutlich trotzdem nicht leicht haben, sich auf dem Bildsensor-Markt durchzusetzen, da er von etablierten Unternehmen wie Sony dominiert wird. Dem Marktforschungsunternehmen IHS zufolge hat der japnaische Elektronikkonzern einen Anteil von 42 Prozent. Das Unternehmen wird sich daran messen lassen müssen, ob es in der Lage ist, bei gleichbleibender Qualität Chips in großer Menge herstellen zu können.

InVisage hat auf Youtube ein mit der QuantumFilm-Technologie aufgenommenes Testvideo veröffentlicht.

[Mit Material von Christian Schartel, CNET.de]

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