Deutsche Telekom plant ab 2016 mit Einführung der eSIM

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SIM-Karten (Bild: Shutterstock/chere)

Dann will sie der Konzern selbst erstmals anbieten. Mit der Verbreitung in größerem Maßstab rechnet er aber erst ab 2017. Allerdings dauert es wohl noch bis zu zehn Jahren, bis die eSIM die klassische SIM-Karte vollkommen ersetzt haben wird.

Ab dem kommenden Jahr will die Deutsche Telekom mit der eSIM in Deutschland den Nachfolger der SIM-Karte einführen. Bei der Embedded SIM (eSIM) handelt es sich um eine fest in einem Gerät verbaute Karte. Sie wird laut Telekom “von außen programmierbar” sein alle für den Aufbau einer Mobilfunkverbindung erforderlichen Informationen enthalten. Wie der Konzern jetzt angekündigt hat, will er 2016 mit der Einführung beginnen, erwartet aber, dass sich die Technik erst 2017 auf breiter Front durchsetzen wird.

Deutsche Telekom Flaggen (Bild: DTAG)

Denn vor der flächendeckenden Einführung muss sich die Branche zuerst noch auf einen Standard für die eSIM einigen. Der Telekom zufolge arbeiten aber Netzbetreiber, Gerätehersteller und SIM-Karten-Anbieter derzeit unter dem Dach des Branchenverbands GSMA bereits daran. “Dieser Standard soll die technischen Anforderungen an die eSIM und die Regel für die Profilverwaltung auf der Karte festlegen”, so die Telekom.

Vorteil der eSIM für Nutzer sei zum Einen, dass sie sich für mobile Geräte nicht mehr mit unterschiedlichen Kartenformaten wie Micro-SIM oder Nano-SIM beschäftigen müssen. Außerdem soll es die eSIM leichter machen, einem Vertrag weitere Geräte hinzuzufügen. “Einfach den Identifikationscode des neuen Tablets einscannen und schon ist dieses aktiviert und mit den bereits eingebundenen Geräten oder Produkten vernetzt”, erklärt die Telekom dazu. “Dazu gehört, dass über den Vertrag mehr Endgeräte als bisher verwaltet werden können.”

Außerdem erhofft sich der Telekommunikationskonzern durch die neue Technik auch neue Impulse für das Internet der Dinge. Schätzungen zufolge verfügt ein Nutzer 2020 im Durchschnitt wahrscheinlich über bis zu zehn vernetzte Geräte. Neben Smartphones, Laptops und Tablets zählen dazu Autos, Fitnessarmbänder und Smartwatches. Dafür ist dann laut Telekom eine einfache Verwaltung erforderlich. Die eSIM könne das leisten.

Wann mit der Verabschiedung des eSIM-Standards gerechnt werden kann, teilt die Telekom noch nicht mit. Zur Einführung rechnet das Unternehmen damit, dass Kombinationen aus eSIM und herkömmlicher SIM-Karte zum Zuge kommen. “In zehn Jahren wird es aus unserer Sicht aber keine Plastik-SIM mehr geben”, schreibt die Telekom.

Für die eSIM setzt sich auch Apple ein. Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr dafür die sogenannte Apple SIM vorgestellt. Auch sie soll es Kunden ermöglichen, den Mobilfunkprovider ohne Austausch der SIM-Karte zu wechseln. In Deutschland unterstützen dies iPad Mini 3 und 4 sowie iPad Air 2. Allerdings gibt es noch keinen Anbieter, der Tarife für die Apple SIM im Programm hat.

Die Deutsche Telekom sieht für die eSIM weit über das Smartphone hinausgehende Einsatzmöglichkeiten (Grafik: Deutsche Telekom).
Die Deutsche Telekom sieht für die eSIM weit über das Smartphone hinausgehende Einsatzmöglichkeiten (Grafik: Deutsche Telekom).

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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