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F-Secure kündigt Sicherheitslösung für IoT-Geräte an

F-Secure Sense (Bild: F-Secure)
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Den Kern von F-Secure Sense bildet eine Box, die zwischen dem Router sowie den vernetzten Geräten geschaltet wird und ein eigenes privates Netzwerk aufbaut. Eine zugehörige Mobile App erlaubt etwa das Abrufen von Statusinformationen zu Sicherheit und Datenschutz. IoT-Geräte werden über die Kontrolle ihres Traffics abgesichert.

F-Secure hat sein Portfolio um die Sicherheitslösung Sense erweitert, die dem Anbieter zufolge eine Kombination aus Hard- und Software zum Schutz sämtlicher mit dem Internet verbundener Geräte im Haus eines Anwenders bereitstellt. Damit können zum Beispiel PCs, Tablets und Smartphones, aber auch Geräte für das Internet der Dinge (IoT) abgesichert werden, auf denen herkömmliche Sicherheitssoftware nicht lauffähig ist.

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Die Sense-Box wird zwischen dem Router und den vernetzten Geräten geschaltet. Anschließend baut sie ein eigenes privates Netz auf (Bild: F-Secure).

Laut Anbieter beruht Sense auf cloudbasierenden, maschinellen Lerntechnologien, um Bedrohungen, die sich im Internet-Datenverkehr verbergen, aufspüren zu können. Den Kern der Sicherheitslösung bildet eine kleine Box, die zwischen Router respektive DSL- oder Kabelmodem und den an das Internet angebundenen Geräten platziert wird. Die Hardware ist in der Lage, ein eigenes, privates Netzwerk (VPN) aufzubauen, in das dann alle vernetzten Geräte des Hauses eingebunden werden.

Mit der vorhandenen Hardware lässt sich die über vier interne MIMO-Antennen verfügende Sense-Box entweder drahtlos per Dualband-WLAN nach dem Standard 802.11ac oder kabelgebunden über die drei verbauten Gigabit-Ethernet-Ports vernetzen. Mit dem ebenfalls integrierten WAN-Port kann sie wiederum ans Internet angebunden werden.

Zur weiteren Schnittstellenausstattung zählt ein USB-3.0-Port sowie Bluetooth 4.0 respektive Bluetooth LE (Low Energy). Angetrieben wird die 21,7 mal 12,5 mal 0,9 Zentimeter große Box von einem 1 GHz schnellen Dual-Core-Prozessor, dem 512 MByte DDR3-RAM sowie 1 GByte Flash-Speicher zur Seite stehen. Überdies verfügt das Gerät über ein LED-Display.

Mithilfe der Software, die als App für iOS ab Version 8.4.1 und Android ab Version 4.0 bereitsteht, lassen sich sämtliche internetfähigen Geräte des Hauses verwalten und beispielsweise deren Status bezüglich Sicherheit und Datenschutz einsehen. Entdeckt die Security-Lösung etwas Verdächtiges, wird der Nutzer unmittelbar benachrichtigt. Die Sense-Anwendung steht zwar auch für Desktop-PCs ab Windows 7 bereit, allerdings verweist der finnische Security-Anbieter darauf, dass hierfür bislang nur Sicherheits- und keine Verwaltungsfunktionen verfügbar sind.

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Die auch für iOS erhältliche Sense-App zeigt unter anderem Informationen zum Sicherheitsstatus der in das Netzwerk eingebundenen Geräte an (Bild: F-Secure).

Für Mobilgeräte wie Notebooks, Smartphones oder Tablets, die sich auch außerhalb des von Sense aufgespannten Netzwerks bewegen können, stellt F-Secure eine zusätzliche Sicherheits-App bereit. IoT-Geräte wie Smart-TVs, IP-Überwachungskameras oder intelligente Kühlschränke, auf welchen ein Nutzer keine herkömmliche Sicherheitssoftware installieren kann, sollen über die Kontrolle des ein- und ausgehenden Datenverkehrs abgesichert werden.

Konkret ist Sense in der Lage, verdächtigen Netzwerk-Traffic zu erkennen – etwa wenn das Smart-TV große Datenmengen auf eine unbekannte Website hochlädt – und den Nutzer entweder über die Sense-App zu benachrichtigen oder, je nach Konfiguration und Art des Traffics, den Datenverkehr unmittelbar automatisch zu blockieren.

„Die Menschen kaufen bereits alle Arten von neuen intelligenten Geräten, um sie in ihren Häusern zu verwenden – und wir wissen, dass diese Geräte bereits gehackt sind. Wir haben Aufnahmen von Babyüberwachungskameras gesehen, die online streamen, ohne das Wissen oder die Zustimmung der Eltern. Es ist erwiesen, dass Eindringlinge etwas so Einfaches wie eine vernetzte Glühbirne nutzen können, um sich Zugang ins Haus zu verschaffen. Kriminelle entwickeln ständig neue Möglichkeiten, um die Technologie gegen die Menschen zu richten. Sicherheitslösungen müssen daher weiterentwickelt werden, um dieser Herausforderung zu begegnen“, erläutert Samu Konttinen, Executive Vice President, Consumer Security, bei F-Secure, die Motivation hinter der Entwicklung von Sense.

F-Secure Sense kommt im Frühjahr 2016 in Deutschland auf den Markt, lässt sich aber schon jetzt zum vergünstigten Preis von 99 Euro auf der Homepage des Anbieters vorbestellen. Zum Marktstart wird es dann allerdings die regulären 199 Euro kosten. Das Paket beinhaltet neben Hard- und Software dann auch ein 12-Monats-Abonnement für den Dienst. Ebenso gibt es Abos, die für 8 Euro je Monat verlängert werden können.

Auch Mitbewerber Symantec bietet mit Critical System Protection einen laut Anbieter ressourcenschonenden Client zur Absicherung von Geräten für das Internet der Dinge. Die Lösung zielt im Gegensatz zu F-Secure Sense allerdings auf industrielle IoT-Geräte und eingebettete Systeme ab. Der Sicherheits-Client lässt sich Symantec zufolge dort sowohl in verwalteten als auch nicht verwalteten Umgebungen einsetzen, ohne die Leistung der Geräte zu beeinträchtigen.

F-Secure stellt das ab Frühjahr 2016 erhältliche Sense auch in einem Video auf Youtube vor.

Seit September 2013 ist Rainer hauptsächlich für ITespresso im Einsatz, schreibt aber gerne auch mal hintergründige Artikel für ZDNet und springt ebenso gerne für silicon ein. Er interessiert sich insbesondere für die Themen IT-Security und Mobile. Sein beständiges Ziel ist es, die komplexe IT-Welt so durchsichtig und verständlich wie möglich abzubilden.

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