Ricoh stellt ersten eigenen 3D-Drucker vor

Innovation
3D-Drucker Ricoh AM S5500P (Bild: Ricoh)

Der Ricoh AM S5500P wird diesen Monat auf der Messe Formnext in Frankfurt am Main gezeigt. Mit der Markteinführung in Europa kann Mitte 2016 gerechnet werden. Bisher war Ricoh beim 3D-Druck hierzulande vor allem als als Vertriebspartner des niederländischen Herstellers Leapfrog aktiv.

Ricoh hat angekündigt, auf der Messe Formnext vom 17. bis 20. November in Frankfurt am Main mit dem Modell Ricoh AM S5500P den ersten 3D-Drucker vorzustellen, den das Unternehmen unter eigener Marke vertreiben wird. Mit der Markteinführung kann in Europa ab Mitte 2016 gerechnet werden. Als Zielgruppe nennt der Hersteller Fertigungsunternehmen, insbesondere in der Automobilindustrie. Für deren Anforderungen sei der 3D-Drucker durch die Fähigkeit, auch Polypropylen und Polyamid 6 zu verarbeiten, gut gerüstet.

3D-Drucker Ricoh AM S5500P (Bild: Ricoh)
Mit seinem ersten eigenen 3D-Drucker AM S5500P richtet sich Ricoh insbesondere an Unternehmen in der Automobilbranche (Bild: Ricoh).

Im Bereich 3D-Druck ist Ricoh grundsätzlich schon länger aktiv. Anfang dieses Jahres vereinbarte das Unternehmen zum Beispiel eine Vertriebspartnerschaft mit dem niederländischen Hersteller Leapfrog. In deren Mittelpunkt stehen allerdings Kunden im Bildungswesen. Ricoh bringt seine langjährigen Kundenbeziehungen in dem Segment ein, Leapfrog den bisher ordentlichen Erfolg bei Schulen, Hochschulen und Universitäten, wenn es um die Ergänzung des Lehrangebots in Naturwissenschaften, Technologie, Ingenieurwesen, Mathematik sowie Designstudienfächern geht. Außerdem bietet Leapfrog Lehr- und Unterrichtsmaterialien zum 3D-Druck, Ricoh wiederum Installation, Verwaltung, Schulungen und Support-Verträge für herkömmliche Druckgeräte an. Im nächsten Schritt wollen die Partner auch Kunden aus Design und Fertigung ansprechen.

Die Einsatzbereiche überschneiden sich also zunächst nicht. Der Ricoh AM S5500P arbeitet mit dem als SLS (Selektives Lasersintern) bekannten, additiven Fertigungsverfahren. Dabei wird ein pulverförmiges Material mit einem Laser bestrahlt. Da laut Ricoh so zusätzlich zu gängigen Polymeren Polypropylen sowie Polyamid 6 als Verbrauchsmaterial genutzt werden kann, lassen sich auch Automobilteile damit fertigen, sowohl für Funktionstests benötigte Teile als auch Endprodukte. Der Bauraum des AM S5500P misst 55 mal 55 mal 50 Zentimeter. Laut Ricoh können so unter Umständen auch mehrere unterschiedliche Einzelteile gleichzeitig in einem Arbeitsgang geformt werden. Ricoh wird den 3D-Drucker zusammen mit einer Palette an Services anbieten.

Mit dem 3D-Drucker unter eigener Marke ist es schon einen Schritt weiter als Canon, das erst kürzlich angekündigt hat, ab Anfang 2016 einige 3D-Drucker-Modelle des US-Herstellers 3D Systems in Deutschland vertreiben zu wollen. Dazu gehören die Serien ProJet 660, 3500, 4500, 6000 und 7000.

Die beiden Partner hatten im Laufe dieses Jahres bereits mit vergleichbaren Kooperationen in Großbritannien, den Niederlanden, Belgien und Skandinavien begonnen. Im Rahmen der Zusammenarbeit übernimmt Canon jeweils Vertrieb, Support und Service. Im Mittelpunkt steht dabei der Bereich Prototyping für die Produktentwicklung. Dazu sollen die 3D-Drucker zunächst Canon-Kunden aus den Bereichen Ingenieurwesen, Produktion und Architektur angeboten werden.

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