Otto testet vernetzten Aufkleber

Innovation

Der Produkt-Assistent des Online-Versandhändlers klebt zum Beispiel an Kaffeevollautomaten und soll mittels NFC binnen weniger Sekunden Produktinformationen und Bedienungsanleitungen zu ausgewählten Geräten auf das Smartphone liefern. Auch passende Zusatzartikel sollen damit bestellt werden können.

Der Versandhändler Otto hat einen Produktassistenten in Form eines quadratischen Aufklebers entwickelt, der mithilfe eines NFC-fähigen Smartphones beispielsweise Informationen und Bedienungsanleitungen zu einem Produkt liefert – etwa zu einer Kaffeemaschine. Der Service-Button wird derzeit in Form eines Pilotprojekts für ausgewählte Produkte getestet. Demnächst soll dann über den Ausbau der Technologie entschieden werden.

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Nutzer müssen ihr NFC-fähiges Smartphone vor den quadratischen Aufkleber an ihrem Kaffeevollautomaten halten, um Informationen über diesen zu erhalten oder passende Zusatzartikel zu bestellen (Bild: Otto).

Ottos Produktassistent soll Nutzern im Allgemeinen binnen weniger Sekunden alle wichtigen Fragen und Details zu einem Produkt auf das Smartphone liefern. Beispielsweise informiert er Anwender darüber, wie sie den Wasserfilter bei einem Kaffeevollautomaten wechseln, den Entkalker benutzen oder wie sie Erklärvideos sowie das passende Zubehör zu einem Gerät finden. Das soll sich dann auch gleich schnell und einfach bestellen lassen.

Kunden müssen zum Abrufen dieser und anderer Informationen die Nahfunktechnik NFC an ihrem Smartphone aktiviert haben und das Gerät vor den Aufkleber halten. Der ist etwa so groß eine Zwei-Euro-Münze. Nachdem Smartphone und Aufkleber über NFC miteinander verbunden sind, öffnet sich im Anschluss eine Serviceseite, die dann auch schon die wichtigsten Informationen rund um das mit dem Produktassistenten verbundene Gerät anzeigt.

Verfügt das Smartphone des Nutzers nicht über NFC, lässt sich der Dienst auch über die auf dem Aufkleber aufgedruckte URL nutzen. Aufwändig beim Hersteller oder im Online-Shop recherchierte Informationen sollen damit künftig der Vergangenheit angehören. In einigen Wochen wird der Produkt-Assistent dann bereits an die ersten Käufer und Besitzer ausgewählter Kaffeevollautomaten versendet. “Die intuitive Funktionsweise des Buttons ermöglicht bei Fragen zum Produkt einen schnellen Informationsfluss und einen unkomplizierten Einkauf von Zusatzprodukten”, erklärt Thomas Schnieders, Direktor E-Commerce, Innovation & Plattform bei Otto, in einer Pressemitteilung.

Ein ähnliches Konzept hat sich auch Amazon mit seinem Nachbestellsystem Dash überlegt. Es basiert ebenfalls auf einem vernetzten Button, der neben Geräten platziert wird, die immer wieder Nachschub benötigen. Seit April lässt sich so in den USA von Amazon-Prime-Kunden pro Knopf jeweils ein bestimmtes Produkt direkt bestellen. Künftig soll das im Rahmen des “Dash Replenishment Service” dann zum Beispiel auch bei Druckern von Samsung möglich sein.

Auf der diesjährigen IFA haben zudem Miele und die Deutsche Telekom gemeinsam ein vernetztes Dosiersystem für Waschmaschinen vorgestellt. Dazu wird die Waschmaschine per WLAN ins Heimnetzwerk eingebunden. Sie holt sich das für jeden Waschvorgang benötigte Waschmittel selbst aus wechselbaren Kartuschen. Geht der dort vorhandene Vorrat zur Neige, wird der Nutzer mittels einer zugehörigen App auf Smartphone oder Tablet benachrichtigt und kann dann Kartuschen nachbestellen. Im April 2016 folgt dann ein vernetzter Miele-Geschirrspüler, der Verbrauchsmaterial selbst dosiert und per App zur Nachbestellung auffordert.

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