Versicherer AXA bietet Cyber-Police nun auch KMU an

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Hackerangriff (Shutterstock/igor stevanovic)

Bisher richtete sich das Angebot an Mittelständler und Industrieunternehmen. Nun soll das “Basis-Paket Cyber” auch kleinen und mittelgroßen Unternehmen helfen, sich gegen Risiken der digitalen Welt abzusichern. Es kann in Verbindung mit einer Profi-Schutz-Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden.

Die AXA-Gruppe hat ihr Versicherungsangebot für Unternehmen um eine Möglichkeit erweitert, gewisse Schäden durch Angriffe auf ihre IT abzusichern. Das als “Basis-Paket Cyber” verfügbare Angebot deckt unter anderem den Aufwand für Sachverständige sowie eine möglicherweise erforderliche Datenwiederherstellung ab. In der Police sind zudem Beratungsleistungen zur Reputation, angefallene Mehrkosten und ein Internet-Strafrechtsschutz enthalten. Neben Schäden durch Cyber-Angriffe werden mit dem Schutzbrief auch Datenschutzverletzungen erfasst.

AXA (Grafik: AXA)

“Unternehmen sind durch die zunehmende Digitalisierung stärker abhängig von Informationstechnik und verwundbarer. Gleichzeitig beobachten wir eine Professionalisierung der Internetkriminalität und eine steigende Zahl von Hacker-Angriffen. Es ist dabei ein Irrglaube, dass nur Konzerne von Hackerangriffen bedroht werden”, wird Andreas Reinhold, Abteilungsleiter Firmenkunden-Produktmanagement bei AXA, in einer Pressemitteilung zitiert.

Mit dem “Baustein Cyber” biete man nun auch kleineren Unternehmen die Möglichkeit, Cyber-Risiken abzusichern. Er umfasst sowohl Eigen- als auch Drittschäden. Im Ernstfall können Kosten für die Beseitigung von Schadsoftware, die Wiederherstellung der Website, Aufhebung einer Zugangssperre, Beratung zur Verbesserung der Informationssicherheit sowie für die Datenwiederherstellung übernommen werden. Außerdem sind Beratungsleistungen im Rahmen eines Reputationsmanagements im Versicherungsschutz sowie Aufwendungen für die gesetzlich geforderte Information von Behörden, Öffentlichkeit und potenziell betroffenen Personen im Fall einer Datenschutzverletzung mitversichert. Neben den Kosten für die Forensik und die juristische Beratung zählen dazu auch die für eine Hotline und Kreditüberwachungsleistungen.

Auch Mehrkosten, die eventuell entstehen, weil der Betrieb unterbrochen wurde oder weil IT-Ausstattung angemietet und Aushilfskräfte angestellt werden mussten, um den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten, lassen sich versichern. Schließlich sind auch Straf- oder Ordnungswidrigkeitsverfahren aufgrund eines versicherten Cyber-Angriffs sowie Kosten für die gegebenenfalls notwendige Verteidigung durch einen Anwalt in der Police enthalten. Und zu gute Letzt sind Schäden durch Schadsoftware abgedeckt, die unbemerkt über das versicherte Unternehmen verbreitet wird.

Buchen können Firmen den Baustein Cyber als Teil des Firmenkunden angebotenen Profi-Schutzes, wozu insbesondere eine Firmenhaftpflicht gehört. Je nach Branche lässt sich damit ein Versicherungspaket zusammenzustellen. Allerdings gibt es auch bei anderen Versicherern Möglichkeiten, Firmen gegen Cyber-Angriffe respektive deren Folgen abzusichern. Vor Vertragsabschluss ist also ein Vergleich zu empfehlen.

Am ehesten entspricht dem neuen Axa-Angebot einem ersten, kurzen Vergleich zufolge die Cyber-Police der Württembergischen. Auch sie richtet sich gezielt an KMU. Der Versicherer nennt ausdrücklich Unternehmen mit einem Jahresumsatz bis zu 10 Millionen Euro und da insbesondere Firmen, die personenbezogene Daten verarbeiten, deren IT-Systeme von wesentlicher Bedeutung für den Unternehmenserfolg sind und die Online-Geschäfte tätigen. Die Leistungsbeschreibung ähnelt weitgehend der des AXA-Angebots. Allerdings scheint hier die Cyber-Versicherung auch ohne andere Leistungen buchbar zu sein.

Die bei Zurich als Cyber Security and Privacy bezeichnet Police richtet sich dagegen nach Darstellung des Anbieters in erster Linie an “mittlere und große Unternehmen”. Ihnen wird auch schon vor einem Vorfall Unterstützung angeboten. Ansonsten ähneln die Leistungen denen von AXA beworbenen. Ob das eigene Unternehmen nun noch ein kleines oder schon ein mittleres ist, lässt sich offenbar nur im Beratungsgespräch herausfinden.

Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) bietet mit Allianz Cyber Protect ebenfalls eine IT-Versicherung für Firmen an. Der Versicherer gliedert das Angebot in drei Stufen. Schicht “Allianz Cyber Protect” enthält eine Basisdeckung mit einer Versicherungssumme von bis zu 10 Millionen Euro und kommt ohne umfangreiche Risikoprüfung aus. “Allianz Cyber Protect Premium” bietet einen erweiterten Deckungsumfang für Eigen- und Drittschäden sowie durch technische Störungen oder Bedienungsfehler von Mitarbeitern verursachte Betriebsunterbrechungen. Mit “Allianz Cyber Protect Premium Plus” schließlich ist auch ein individuell ausgehandeltes Paket für große Firmen im Portfolio.

Bei HDI-Gerling heißt das entsprechende Angebot schlicht Cyber+. Es richte sich an Industrieunternehmen und ermöglicht ihnen den Versicherungsschutz aus diversen Bausteinen zusammenstellen. Allerdings liegt der Schwerpunkt auch hier auf größeren Firmen.

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