ownCloud 8.2 bringt neues Hybrid-Cloud-Modell

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ownCloud (Grafik: ownCLoud)

Das Open-Source-Projekt zum cloudbasierenden Filesharing bietet Firmen nun erstmals die Möglichkeit, ihren gewünschten Cloud-Speicherdienst auszuwählen und den Dateienaustausch trotzdem stets in der On-Premise-Umgebung kontrollieren zu können. Zudem setzt auch die neue Version auf das Verschlüsselungskonzept ownCloud Encryption 2.0.

Die Entwickler des Open-Source-Projekts ownCloud haben eine neue Version ihrer cloudbasierenden Filesharing-Software freigegeben. Mit ownCloud 8.2 stellen die Anbieter auch ein neues Hybrid-Cloud-Modell zur Datensynchronisation und zum Austausch von Dateien vor. Ihnen zufolge sind Unternehmen dank dieses Modells erstmals in der Lage, ihren gewünschten Cloud-Speicherdienst auszuwählen und gleichzeitig trotzdem die Kontrolle über den Filesharing-Prozess zu behalten, da dieser in der lokalen Firmenumgebung verwaltet werden kann. OwnCloud Server 8.2 ist ab sofort erhältlich, die Enterprise Subscription der aktuellen Version soll wie deren Standard Subscription in 30 Tagen verfügbar werden.

ownCloud Logo (Grafik: ownCLoud)

Bislang befand sich die Kontroll- respektive Managementebene bei hybriden Modellen laut Anbieter stets in der Public Cloud. Dadurch seien Firmendaten dem Risiko von Hackerangriffen oder auch der Ausspähung durch Behörden ausgesetzt gewesen. Das jetzt vorgestellte Hybrid-Cloud-Modell von ownCloud ermögliche es IT-Administratoren, den Speicherdienst ihrer Wahl zu nutzen und dabei die Kontrollebene einschließlich der Keys für die Verschlüsselung von Dateien in der On-Premise-Infrastruktur der Firma verwalten zu können. Dadurch sollen Mitarbeiter in puncto Zusammenarbeit sowohl von den Vorteilen cloudbasierender Filesharing-Dienste als auch der Sicherheit, Kontrolle und Integration einer lokalen Lösung profitieren.

“Das Hybrid-Cloud-Modell gibt es schon seit geraumer Zeit, hat aber bislang weitestgehend versagt”, erläutert Markus Rex, CEO und Mitbegründer von ownCloud, in einer Pressemitteilung. “Die Verwaltung der Kontrollebene in der Cloud ist für Unternehmen, die die vollständige Kontrolle über ihre Daten behalten möchten, einfach zu riskant. Schlimmer noch: Sie können bei einem solchen Modell ihre Infrastruktur und ihre vorhandenen Tools nicht weiter nutzen und müssen den Speicherdienst eines einzelnen Herstellers verwenden”, führt Rex weiter aus.

Mit der neuen ownCloud-Lösung habe man das Hybrid-Cloud-Modell nun auf den Kopf gestellt. Administratoren könnten die Kontrollebene ab sofort in der lokalen Umgebung verwalten und somit entscheiden, welche Daten in welche Cloud verlagert werden und welche im Unternehmen verbleiben, während sie zugleich das Risiko minderten, dass Außenstehende unbefugt Zugriff auf sensible Daten erhalten.

federated-sharing-info (Screenshot: ownCloud)
Mit ownCloud 8.2 ermöglichen deren Entwickler nun erstmals die Verwaltung des Filesharings in der On-Premise-Umgebung einer Firma (Screenshot: ownCloud).

Außer der Unterstützung für das neue Hybrid-Cloud-Modell bringt ownCloud 8.2 noch weitere Neuerungen mit sich. So sind Anwender nun in der Lage, sich gleichzeitig über das Single-Sign-On-Verfahren (SSO) auf Basis von SAML und LDAP anzumelden. Dadurch können Administratoren wiederum sicherstellen, dass Informationen zur Gruppenzugehörigkeit immer aktuell sind. Zudem wird damit eine laut Anbieter effektive Benutzerauthentifizierung gewährleistet. In der neuen Version sind auch erweiterte Funktionen zur Bereinigung von einmalig für mehrere Rechner und Dienste angemeldete Nutzer integriert. Diese sollen dafür sorgen, dass aus der Datenbank gelöschte Anwender auch aus den entsprechenden Gruppen entfernt werden. Überdies kombiniert ownCloud 8.2 die Verschlüsselung mit Single Sign-On.

Die Verschlüsselung wiederum basiert wie schon in ownCloud 8.1 auf dem Verschlüsselungskonzept ownCloud Encryption 2.0, das Nutzern eine größere Flexibilität bei der Datenchiffrierung ermöglichen soll. So lassen sich verschiedene Verschlüsselungsalgorithmen einsetzen und je nach Bedarf kann entsprechend der Algorithmus gewechselt werden. Ebenso können Anwender den sogenannten Keystore, in dem die zugehörigen Schlüssel verwaltet werden, in ihrer ownCloud-Instanz selbst wählen.

Ferner lassen sich mit ownCloud 8.2 nun individuelle Richtlinien für das dauerhafte Löschen oder Aufbewahren von Dateien festlegen. Administratoren sollen dadurch die Speichernutzung umfassend kontrollieren können. Dem Anbieter zufolge eignet sich diese Funktion insbesondere für Unternehmen mit strengen Auflagen und Anforderungen an die Archivierung der Daten.

Darüber hinaus können Administratoren mit der neuen Version jetzt mehrstufige Richtlinien für öffentliche Freigabelinks definieren. Abhängig von den jeweiligen Geschäfts- und Risikoanforderungen können sie dabei bestimmen, wie komplex die dafür verwendeten Passwörter sein müssen. Auch ein automatisches Ablaufdatum lässt sich für solche Links einstellen.

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Firmen können damit selbst entscheiden, welche Daten sie in welchen Cloud-Dienst verlagern. Ebenso können sie bestimmen, welche Daten im Unternehmen verbleiben (Screenshot: ownCloud).

Inzwischen hat das Open-Source-Projekt für Unternehmen durchaus eine gewisse Relevanz erreicht. Das wird etwa dadurch deutlich, dass das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) im Juni eine Untersuchung zur Prüfung der Einsatzmöglichkeiten, Sicherheitsmaßnahmen, aber auch der möglichen Gefahren und Einschränkungen von ownCloud veröffentlicht hat. Die Publikation richtet sich an Leser, die grundlegende Kenntnisse in Informationssicherheit haben und sich überlegen, welche Sharing-Dienste in ihrer Firma zum Einsatz kommen sollen.

Tipp der Redaktion: Persönliche Dateien auf dem eigenen Server speichern, diese automatisch über mehrere Rechner synchronisieren lassen und für andere Nutzer freigeben, von unterwegs per Smartphone und Tablet auf diese Dateien, aber auch auf Kontakte und Termine zugreifen – das sind die Grundfunktionen von ownCloud. Wer seine private Cloud einrichten und sich damit weniger Sorgen um den Schutz der Dateien machen möchte, findet in der beliebten Open-Source-Software die passende Lösung. ITespresso hat an ownCloud 8.0 getestet, ob das in der Praxis wirklich so ist.

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