Blackberry-Chef gibt Hardwaregeschäft letzte Gnadenfrist

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Blackberry (Bild: Blackbery)

CEO John Chen erwartet von der Sparte im Jahr 2016 Gewinne. Ansonsten werde er sein bisheriges Bekenntnis dazu überdenken. Allerdings gesteht er dem soeben bestätigten Android-Smartphone Priv einen Sonderstatus zu.

Blackberry-CEO John Chen hat auf der Konferenz Code Mobile in Kalifornien der Hardware-Sparte seines Unternehmens ein Ultimatum gestellt. Wie The Verge berichtet, macht Chen die Smartphone-Strategie des Unternehmens davon abhängig, ob die Sparte es schafft, in absehbarer Zeit schwarze Zahlen zu schreiben. “Irgendwann im nächsten Jahr müssen wir unsere Geräte-Sparte profitabel machen. Sonst muss ich überdenken, was ich da mache”, so Chen wörtlich.

Blackberry-CEO John Chen (Bild: Blackberry)
Blackberry-CEO John Chen (Bild: Blackberry)

Ob es in den kommenden 12 bis 24 Monaten neue Geräte mit BB10 gebe, hänge letztlich von geschäftlichen Entscheidungen ab. Im oberen High-End-Segment sei Blackberry laut Chen immer noch erfolgreich. Er schränkte jedoch selbst ein: “Das obere High-End-Segment ist aber nicht groß. Um mehr Geld mit dem Handygeschäft zu machen, müssen wir den Kuchen vergrößern.”

Als mögliche Alternative zum Handygeschäft kann sich Chen The Verge zufolge Sicherheitslösungen für Android-Smartphones vorstellen. “Selbst wenn ich nicht mehr im Handygeschäft bin, können wir per Software Sicherheitslösungen für Android anbieten”, so Chen wörtlich. Derzeit arbeite sein Unternehmen jedoch an zwei Updates für das Mobilbetriebssystem Blackberry 10, um Regierungen und Kunden mit hohen Sicherheitsansprüchen zu bedienen.

Blackberry hatte Ende September bestätigt, dass es an einem Android-Smartphone arbeitet. Das Priv genannte Modell verfügt über eine ausziehbare Tastatur und das erste Smartphone des Herstellers ohne das eigene Blackberry OS. Es soll nicht nur Enterprise-Kunden ansprechen, soll aber einen Schwerpunkt auf Privatsphäre und Produktivität legen, so Chen nun auf der Konferenz in Kalifornien.

Auf eine mögliche Zeit ohne Smartphone hat Chen Blackbery erst vor wenigen Wochen auch mit der Übernahme des Softwareanbieters Good Technology für 425 Millionen Dollar vorbereitet. Anlässlich der Übernahme erklärte Chen, gemeinsam habe man nun die umfassendste Mobility-Lösung im Markt. Beobachter zweifeln das nicht grundsätzlich an, sehen aber dennoch reichlich Handlungsbedarf.

Wie zum Beispiel Cortado-Geschäftsführer Carsten Mickeleit im Gastbeitrag der ITespresso-Schwestersite ZDNet damals schrieb, “dürfte die Akquisition auf keiner Seite für Party-Stimmung sorgen. Weder haben die Good-Investoren einen nennenswerten Gewinn erzielt, noch hilft Good BlackBerry dabei, seine Bilanz zu verbessern. Die Akquisition bietet einige Chancen, aber diese müssen konsequent ergriffen werden.”

Auch die gut 6000 Kunden in Branchen wie Finanzen, Luft- und Raumfahrt, Medizin und Rüstung, die Good Technology einbringt, sind nicht unbedingt eine sichere Bank. Viele von ihnen hatten sich nämlich erst in der jüngeren Vergangenheit von BlackBerry verabschiedet und für Good entschieden. Nun müssen – wenig erfreut, wie viele Kommentare belegen – feststellen, dass sie wieder bei BlackBerry gelandet sind. Ob sie langfristig da bleiben, ist allerdings noch offen.

Blackberrys wahrscheinlich so aussehendes, erstes Android-Smartphone soll laut CEO John Chen einen Sonderstatus genießen (Bild: via Tinhte.vn).
Blackberrys wahrscheinlich so aussehendes, erstes Android-Smartphone soll laut CEO John Chen einen Sonderstatus genießen (Bild: via Tinhte.vn).

Blackberrys Hardwaregeschäft ist seit mehreren Quartalen rückläufig. Im vergangenen Fiskalquartal setzte das Unternehmen trotz neuer Geräte und Preissenkungen nur noch 800.000 Smartphones ab. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum waren es noch 2,1 Millionen Geräte.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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