Dice verspricht mit Open Web effizientere Suche nach Fachkräften

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Administrator Netzwerk (Bild: Shutterstock/YORIK)

Der bis vor kurzem als IT Job Board aktive Anbieter Dice aggregiert mit seinem Tool Open Web Informationen aus über 130 professionellen Netzwerken und Business-Plattformen. Daraus erstellt er Profile von Technologiefachleuten. Die lassen sich von Arbeitgebern dann anhand verschiedener Filter durchsuchen.

Dice (bis vor kurzem noch als IT Job Board bekannt) bietet sein Tool Open Web jetzt auch deutschen Kunden an. Mit Open Web werden Informationen von mehr als 130 professionellen Netzwerken und Business-Plattformen, darunter Xing, SlideShare, GitHub und MeetUp zuammengeführt und daraus Profile von Technologiefachleuten erstellt. Außerdem bereitet Open Web die Daten nach mehreren Kriterien wie Spezialgebieten, Ausbildung, letztem Arbeitgeber und der Bewertung durch Kollegen auf.

Shravan Goli, Präsident von DiIce (Bild: Dice)
Shravan Goli, Präsident von DiIce (Bild: Dice)

Die integrierte Suchfunktion kann mit diversen Filtern angepasst und verfeinert werden. So lässt sich die Datenbank etwa außer nach dem Namen auch nach einem Ort, der Berufserfahrung in Jahren und nach Unternehmen durchforsten. Die Erweiterung der Personalsuche auf mehrere Netzwerke und Plattformen soll den Kreis potenzieller Kandidaten vergrößeren, da Unternehmen so auch Informationen über Fachleute erhalten, die sich gerade nicht aktiv um eine neue Stelle bemühen.

Open Web ermöglicht außerdem Bewerbergruppen zu bilden, Suchabfragen zu speichern und Notizen hinzuzufügen. Ist so schließlich ein passender Experte gefunden, kann der über Open Web per E-Mail und durch verschiedene Netzwerke kontaktiert werden.

Darauf achten Personaler in Sozialen Netzwerken (Grafik: Bitkom)
Darauf achten Personaler in Sozialen Netzwerken (Grafik: Bitkom)

“Es gibt immer weniger Technologieexperten, die einen Job suchen, und Open Web erweitert den Pool an potenziellen Kandidaten“, erklärt Shravan Goli, Präsident von Dice, in einer Pressemitteilung. “Open Web ermöglicht, gezielt nach optimalen Bewerbern für hochspezialisierte Jobs zu suchen.” Seinen Angaben zufolge nutzen derzeit über 700 Kunden in den USA und Großbritannien Open Web.

Der Bitkom hatte im Juni die Ergebnisse einer Umfrage vorgestellt wonach in Deutschland bei der Suche nach neuen Mitarbeitern knapp die Hälfte (46 Prozent) der Unternehmen in sozialen Netzen über Bewerber recherchiert. Einträge in beruflichen Netzwerken wie Xing oder LinkedIn werden dabei deutlich häufiger ausgewertet (39 Prozent) als eher privat ausgerichtete Sites wie Facebook und Twitter (24 Prozent).

Jeder siebte Personalchef (15 Prozent), der sich Profile von Bewerbern in Social Networks ansieht, hat der Umfrage zufolge bereits aufgrund einer Online-Prüfung entschieden, Bewerber nicht zum Gespräch einzuladen oder einen Job doch nicht anzubieten. Als Grund geben 90 Prozent dieser Personalentscheider Widersprüche zu den Bewerbungsunterlagen an. 32 Prozent berichten zudem von inkompetenten fachlichen Äußerungen der Kandidaten, 6 Prozent haben sich an beleidigende Äußerungen gestört.

Im Mittelpunkt des Interesses stehen bei der Prüfung von Social-Media-Profilen der Bitkom-Umfrage zufolge die fachliche Qualifikation (89 Prozent), öffentliche Äußerungen zu Fachthemen (72 Prozent) sowie über das Unternehmen oder seine Wettbewerber (56 Prozent). Diese Aspekte sind, wie eienUntersuchung von Wissenschaftlern der Universität Tübingen kürzlich ergeben hat, auch recht verlässlich. Die Forscher hatten Xing-Profile sowie Fragebögen zum realistischen Selbstbild und zum Idealbild von Personen ausgewertet. Demnach stimmt das Xing-Profil weitgehend mit der realistischen Selbsteinschätzung überein. Als Grund nehmen die Autoren der Studie an, dass durch die Vernetzung quasi ein Selbstzensur stattfindet: Schließlich sehen auch Kollegen, die man im Alltag trifft, die Angaben im Sozialen Netzwerk.

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