Tele Columbus übernimmt Pepcom für 608 Millionen Euro

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Tele Columbus (Bild: Tele Columbus)

Damit schluckt der aktuell drittgrößte den derzeit viertgrößten Kabelnetzbetreiber in Deutschland. Dieselbe Konstellation gab es bereits einmal vor drei Monaten: Damals kaufte Tele Columbus Primacom. Nach dem Kauf von Pepcom hat Tele Columbus nun Zugang zu rund 3,7 Millionen Haushalten.

Tele Columbus hat am Sonntag mit Star Capital, dem Besitzer von Pepcom, eine Übernahmevereinbarung unterzeichnet. Der vereinbarte Kaufpreis liegt laut Pressemitteilung vor Berücksichtigung der Nettoverschuldung, weiterer verschuldungsähnlicher Posten und des 30-prozentigen Minderheitenanteils an der Beteiligungsgesellschaft KMS bei 608 Millionen Euro. Unter Berücksichtigung dieser Positionen beträgt er rund 505 Millionen Euro. Damit kann Tele Columbus, aktuell drittgrößter Kabelnetzbetreiber in Deutschland, den derzeit viertgrößten mit Zugang zu 3,7 Millionen Haushalten.

Pepcom Logo (Grafik: Pepcom)

Die Transaktion soll Ende 2015, spätestens aber bis zum 30. April 2016 abgeschlossen werden. Voraussetzung dafür ist, dass die außerordentliche Hauptversammlung am 14. September der vorgeschlagenen Kapitalerhöhung mit einem angestrebten Bruttoemissionserlös von 240 Millionen Euro zustimmt. Der Kaufpreis soll aus vorhandener Liquidität, Erweiterung eines bestehenden Kreditvertrag und einer Zwischenfinanzierung gezahlt werden.

Erst im Juli hatte Tele Columbus den damals viertgrößten Kabelanbieter Primacom übernommen. Größter und zweitgrößter sind Vodafone Kabel Deutschland sowie Unity Media. Beobachter hatten bereits damals spekuliert, dass der Kauf von Pepcom der nächste logische Schritt wäre. Mit ihm kann Tele Columbus nicht nur seine geographische Reichweite in Städten wie München, Nürnberg, Leipzig und Frankfurt am Main ausbauen, sondern verspricht sich auch Wachstumschancen durch den Ausbau von kombinierten Internet- und Telefonie- sowie Premium-TV-Diensten.

Bei Tele Columbus und Pepcom sind jeweils knapp 60 Prozent der angeschlossenen Haushalte voll rückkanalfähig und werden mit eigenen Signalen über ein unabhängiges Netz versorgt. Ziel ist es nun zunächst, den Anteil dieser Haushalte deutlich zu steigern.

Tele Columbus Logo (Bild: Tele Columbus)

Andererseits strebt Tele Columbus auch den Ausbau des Geschäftskundensegments von Pepcom an. Die Basis dafür legte Pepcom im Jahr 2012 durch die Übernahme von HL, einem Anbieter von Telekommunikationsdiensten für Geschäftskunden mit Sitz in Leipzig. Derzeit bedient Pepcom über 1600 Geschäftskunden.

“Die Erweiterung des Geschäfts von Tele Columbus um Pepcom eröffnet uns ein zusätzliches Standbein im vielversprechenden Geschäftskundenmarkt, die Ausdehnung in neue Regionen und die Möglichkeit der Realisierung von Skaleneffekten und Synergien”, erklärt Ronny Verhelst Vorstandsvorsitzender der Tele Columbus AG, in einer Pressemitteilung. “Die nun erreichte Kundenbasis von etwa 3,7 Millionen angeschlossenen Haushalten biete neue Möglichkeiten zur Entwicklung und Vermarktung von wettbewerbsfähigen Multimediadiensten für Partner aus der Wohnungswirtschaft sowie die Nutzer in den Netzen.

Mit Pepcom kommen mehr als 580.000 Vertragskunden in etwa 810.000 angeschlossenen Haushalten neu zu Tele Columbus. Im Jahr 2014 erwirtschaftete Pepcom einen Umsatz von 126 Millionen Euro und ein normalisiertes EBITDA von 57 Millionen Euro. Das Unternehmen bringt beim Zusammenschluss mit Tele Columbus zudem eine kontrollierende Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent an der bayerischen Kabel- und Breitbandgesellschaft KMS ein. Die verbleibenden 30 Prozent gehören Vodafone Kabel Deutschland.

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