Aldi Talk: Verbraucherzentrale mahnt “Kostenfalle” bei Discounter-Flatrate an

MobileSmartphone
frau-mit-smartphone-telefonierend-shutterstock (Bild: Shutterstock)

Ist die automatische Aufladeoption beim Prepaid-Tarif “Paket 300” auf “unter fünf Euro” gesetzt, werden gegebenenfalls deutlich mehr als die übliche Monatsgebühr von 7,99 Euro fällig. Bei einem Guthaben zwischen 5 und 7,98 Euro lässt sich der Paketpreis nämlich nicht abbuchen. Der Kunde gerät dann automatisch in den deutlich teureren Basistarif.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat vor einer “Kostenfalle” bei Aldis Smartphone-Tarif “Aldi Talk Paket 300” gewarnt. Der umfasst für monatliche 7,99 Euro 300 Inklusiveinheiten für Gesprächsminuten oder SMS sowie 300 MByte an ungedrosseltem Datenkontingent. Nutzer des Tarifs bemängelten bei der Verbraucherzentrale jedoch, dass ihr Konto über die übliche Gebühr hinaus unerwarteterweise belastet wurde, zum Teil mit Summen von “weit über 100 Euro” im Monat.

aldi-nord-und-sued (Bild: Aldi)

Das Problem tritt dann auf, wenn Kunden online die niedrigste Option für die automatische Aufladung der Prepaid-Karte aktivieren. Der Vorgabe nach wird das Konto nur aufgeladen, wenn das Guthaben “unter fünf Euro” rutscht. Liegt es allerdings zwischen 5 und 7,98 Euro, lässt sich der monatliche Paketpreis nicht abbuchen. In dem Fall erfolgt auch keine automatische Aufladung, der Flatrate-Tarif läuft nach Ablauf der 30-tägigen Laufzeit dann automatisch aus.

Ab diesem Zeitpunkt schließlich wechseln Kunden automatisch in den gegenüber der niedrigsten Option deutlich teureren Basistarif. Für jede Gesprächsminute und SMS werden hier 11 Cent beziehungsweise netzintern 3 Cent fällig. Jedes verbrauchte MByte kostet 24 Cent. Kunden, die ihren Flatrate-Tarif voll ausnutzen, können so schnell eine Summe von rund 100 Euro zusammenbekommen. Wer seine mobile Internetverbindung weiterhin unbegrenzt verwendet, zahlt sogar noch mehr.

In den “Besonderen Geschäftsbedingungen” für die Prepaid-Karte verweist Aldi Talk auf die automatische Herabstufung in den Basistarif. Überdies steht neben dem Aufladungsbetrag ein kleines Fragezeichen, welches Tipps zur Einstellung gibt. Doch offenbar haben viele Nutzer das Kleingedruckte nicht gelesen und das Fragezeichen übersehen, so dass sie trotzdem in die von der Verbraucherzentrale beschriebene “Konstenfalle” getappt sind.

Umfrage

Welche Produkteigenschaften sollten Smartphones für den Einsatz in Unternehmen mitbringen? (Mehrfachantworten möglich)

Ergebnisse

Loading ... Loading ...

Die ließe sich umgehen, wenn Aldi Talk die niedrigste Stufe für eine automatische Aufladung für den “Paket 300”-Tarif von “unter fünf” auf 8 Euro hochsetzen würde. Damit wäre sichergestellt, dass auf dem Prepaid-Konto jederzeit ausreichend Guthaben für die monatliche Flatrate-Gebühr vorhanden ist.

Eine solche Absicherung fehle auch bei anderen, teureren Tarifen von Aldi Talk, so die Verbraucherschützer weiter. Daher empfehlen sie Kunden, E-Mails oder SMS, die eine unerwartet frühe Aufladung bestätigen, stets als Alarmzeichen zu werten. Über die Aldi-Talk-App oder die Service-Hotline 1155 können sie sich den aktuellen Kontostatus ansagen respektive anzeigen lassen, ob sie zu den günstigen Flatrate- oder den teureren Basistarif-Konditionen abgerechnet werden.

Wer einmal in die Kostenfalle getappt sei, müsse meist zahlen, so die Verbraucherzentrale NRW. Allerdings zeige sich Aldi Talk bisweilen kulant und erstatte bei schneller Rückmeldung immerhin Teilbeträge.

[mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen