Sixtyone Minutes hat App für Butler-Service an Firmennutzer angepasst

Start-UpUnternehmen
Butler (Bild: Shutterstock/Andrey Popov)

Das Berliner Unternehmen hostet seinen Dienst bereits im Rechenzentrum der Telekom. Diese Tatsache will man auch bei der geplanten europaweiten Expansion und der Ansprache von Firmenkunden in die Waagschale werfen. Für Großkunden kann das Aussehen und der Funktionsumfang der für Android und iOS bereits verfügbaren App angepasst werden.

Das Start-up Sixtyone Minutes wird seinen, auf einer App basierenden, mobilen Assistenten mit angeschlossenem Butler-Service, nun auch im europäischen Ausland anbieten. Dazu will das Berliner Start-up wie auch bisher bereits mit der Deutschen Telekom zusammenarbeiten: Aktuell wird das Backend der für Android und iOS verfügbaren App im Telekom-Rechenzentrum in München gehostet, künftig soll der Konzern dem Start-up beim Vertrieb helfen. Gemeinsam sollen dann auch verstärkt Firmenkunden angegangen werden, für die seit kurzem eine angepasste Version der regulären App bereitsteht.

Der persönliche mobile Assistent von Sixtyone Minutes nimmt Nutzern Alltagsaufgaben wie die Suche nach Hotels, Preisvergleiche für Mietwagen, Bestellung von Blumengrüßen oder Reservierung von Restaurantplätze ab. Nutzer können das Angebot 14 Tage kostenlos ausprobieren. Der Test wird nach Anmeldung in der App freigeschaltet und verlängert sich nicht automatisch. Wer ihn weiterhin nutzen will, muss dafür 9,90 Euro im Monat bezahlen.

Sixtyone Minutes hat App für Butler-Service an Firmennutzer angepasst (Bild: Shutterstock/Andrey Popov)
Das deutsche Start-up Sixtyone Minutes bietet seinen für Privatnutzer bereits ab 9,90 Euro pro Monat verfügbaren digitalen Assistenten mit Schnittstelle zur realen Welt jetzt auch Firmen und bald auch in anderen europäischen Ländern an (Bild: Shutterstock/Andrey Popov).

Im Gegensatz zu Apples Siri, Microsofts Cortana oder Googles in Verbreitung befindlichem und zusammen mit der nächsten Android-Version (Android 6.0 Marshmallow) erwartetem Dienst Now On Tap, die sich alle darauf beschränken, digitale Hilfe zu gewähren – etwa bei diversen Suchen und der Kalenderverwaltung – stellt Sixtyone Minutes die Verbindung zur realen Welt her. So lässt sich etwa ein Hotel nicht nur suchen, sondern direkt auch buchen, eine Blumenstrauß nicht nur auswählen, sondern auch gleich verschicken und ein für den Anlass passendes Restaurant nicht nur finden, sondern auch gleich die erforderlichen Plätze dort reservieren. Voraussetzung dafür ist, dass eine Zahlart hinterlegt und jeweils ausdrücklich der Kaufwunsch bestätigt wird. Für Nutzer der App von Sixtyone Minuts fallen dafür außer den Monatsgebühren keine Provisionen und kein Aufpreis an.

Damit ähnelt der Dienst eher dem Service Vertu Concierge, wie ihn der Hersteller der Luxus-Smartphones mit seinen Modellen anbietet. Dort bekommt man mit dem Kauf des Telefons – die aktuellste Variante ist ab 18. September für circa 22.800 Euro erhältlich – auch ein Jahr Zugang zu dem Service, bei dem ein extra abgestellter Lifestyle Manager rund um die Uhr Expertenhilfe bei allen denkbaren Problemen bietet. Seinen Hilferuf setzt man allerdings dort nicht über eine schnöde App ab, sondern über den Vertu Key, eine Spezialtaste mit eingelegtem Rubin an der Seite des Telefons.

Eine erschwingliche Alternative bereitet Facebook vor. Wie das Soziale Netzwerk vor kurzem bekannt gegeben hat, soll ein dort schlicht M genannter Assistent künftig nicht nur bei digitalen Aufgaben zur Seite stehen, sondern “tatsächliche Aufgaben“ erledigen: “Er kann Waren kaufen, Geschenke zu Ihren Liebsten liefern lassen, Restaurants und Reisen buchen oder Termine vereinbaren und vieles mehr.” Dazu will Facebook offenbar nicht nur Software einsetzen, sondern im Hintergrund auch Menschen arbeiten lassen. Auch hier ist vorgesehen, dass nach einer Einwilligung ein Kaufvorgang durchgeführt werden kann. Wann und wo der Dienst zuerst verfügbar sein wird, hat Facebook noch nicht verraten.

Offensichtlich ließ die Ankündigung aber in Berlin aufhorchen: “Datenschutz und Datensicherheit sind bei uns das A und O”, sagt Monique Hoell, Mitgründerin von Sixtyone Minutes in einer Pressemitteilung. Und mit Blick auf den Partner Deutsche Telekom fährt sie fort: “Uns war es deshalb wichtig, dass unsere Applikation in einem deutschen Rechenzentrum liegt, das von einem vertrauenswürdigen Partner betrieben wird.”

Das wird vor allem für das seit Kurzem verfügbare Angebot für den Business-Bereich wichtig sein. Dabei könnnen Unternehmen ihren Kunden, Mitarbeitern oder beiden Gruppen den Support von Sixtyone Minutes in einer eigener App oder integriert in bestehende Systeme zur Verfügung stellen. Als Beispiel nennt das Start-up Hotels, die den Dienst als Ergänzung zum Concierge-Service vor Ort einsetzen könnten. Über die App können sich Gäste dann Tickets für Sehenswürdigkeiten, Abendveranstaltungen, Ausflüge oder auch Mietwagen organisieren lassen und online bezahlen. Das Hotel biete seinen Kunden damit einen besseren Service und erfahre zudem, wann und wo die Gäste Leistungen buchen. Dadurch ließen sich unter anderem Standortplanungen und Marketingkampagnen optimieren.

Außerdem sei auch der Einsatz in der Gesundheits-, Automobil- oder Flugbranche denkbar. “Großkunden können den Service auch intern als mobile Schnittstelle zum eigenen Service-Center einsetzen – wenn Mitarbeiter beispielsweise von unterwegs Unterstützung bei Buchungen oder Reservierungen benötigen”, erklärt Marco Hofmann aus der Digital Division bei T-Systems.

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