Nokia zeigt professionelle Virtual-Reality-Kamera Ozo

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Virtual-Reality-Kamera Ozo (Bild: Nokia)

Mit Ozo gemachte Aufnahmen lassen sich unmittelbar in einer handelsüblichen Virtual-Reality-Brille betrachten. Die etwa kopfgroße, kugelförmige Kamera soll im Herbst in den Handel kommen. Beobachter gehen von einem mittleren fünfstelligen Dollar-Betrag auf dem Preisschild aus.

Nokia hat eine Ozo genannte Spezialkamera für Virtual-Reality-Aufnahmen vorgestellt. Das etwa kopfgroße Aufnahmegerät verfügt über acht Kameras und acht Mikrofone, die ein 360-Grad-Bild und einen Rundum-Ton einfangen sollen. An einer Halterung befestigen lässt sich Ozo mittels der vorhandenen Standard-Stativhalterung.

Mit Ozo richtet sich Nokia an professionelle Anwender. Einen Preis für die Kamera, die im Herbst ausgeliefert werden soll, hat das Unternehmen noch nicht genannt. Medien gehen allerdings von einem mittleren fünfstelligen Dollar-Betrag aus. Interessenten bietet Nokia die Möglichkeit, ein Konzept für einen Kurzfilm mit der Kamera einzureichen. Sollte das überzeugen, dürfen sie es mit einer der Kameras im Rahmen eines Wettbewerbs umsetzen. Der Gewinner des Wettbewerbs darf die Kamera dann behalten.

Virtual-Reality-Kamera Ozo (Bild: Nokia)

Für Ozo entwickelte Software soll es ermöglichen, die Aufnahmen direkt zu betrachten. Bisher war in der Regel der Schritt über einen leistungsfähigen Rechner notwendig, um aus den Aufnahmen ein Panoramabild zu errechnen.

Das wird offenbar auch bei der von GoPro kürzlich angekündigten Möglichkeit für 360-Grad-Videos der Fall sein. Der Anbieter will dazu noch in diesem Jahr eine würfelförmige Stativhalterung in den Handel bringen, in der bis zu sechs seiner Hero4-Kameras untergebracht sind. Damit sollen sich hochauflösende Bilder und Videos aufnehmen lassen, die dann als Grundlage für eine 360-Grad-Virtual-Reality-Umgebung dienen können. Dazu wird Software des französischen Unternehmens Kolor benötigt, GoPro im Frühjahr übernommen hat. Dafür dürfte das GoPro-System wesentlich weniger kosten.

Die Virtual-Reality-Kamera Ozo richtet sich an professionelle Anwendern und  soll im Herbst in den Handel kommen (Bild: Nokia).
Die Virtual-Reality-Kamera Ozo richtet sich an professionelle Anwendern und soll im Herbst in den Handel kommen (Bild: Nokia).

Für sein Angebot hat Nokia angekündigt, auf Standards zu setzen. Die Aufnahmen sollen sich mit gängigen Profi-Tools am Markt bearbeiten und verwalten lassen. Für Verbraucher soll es möglich sein, die mit Ozo aufgenommenen Filme auf den im Markt befindlichen VR-Produkten zu betrachten, etwa der von Facebook aufgekauften Oculus Rift oder HTCs Vive.

Eine Möglichkeit, 360-Grad-Panoramabilder anzufertigen, bietet seit kurzem auch die deutsche Firma Panono. Das Berliner Start-up hat eine Wurfkamera entwickelt, deren ersten Exemplare jetzt verkauft werden. Sie wird einfach nach oben geworfen und löst am Scheitelpunkt des Fluges selbsttätig aus. Alternativ kann der Auslöser via Smartphone auch zu jedem anderen Zeitpunkt betätigt werden. Allerdings müssen auch hier die Aufnahmen der 36 Einzelkameras erst zu einem Gesamtbild zusammengerechnet werden. Dazu werden sie in die Cloud hochgeladen. Die mit einem Preis von knapp 600 Euro veranschlagte Consumer-Edition der Panono-Kamera soll im Herbst in den Handel kommen.

Die Consumer-Variante der 360-Grad-Kamera der deutschen Firma Panono, die allerdings nur Bilder, keine Videos aufnimmt, ist im Herbst ab 600 Euro erhältlich (Bild: Panono).
Die Consumer-Variante der 360-Grad-Kamera der deutschen Firma Panono, die allerdings nur Bilder, keine Videos aufnimmt, ist im Herbst ab 600 Euro erhältlich (Bild: Panono).
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