Symantec und Frost Data Capital fördern gezielt Security Start-ups

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Security (Bild: Shutterstock/voyager624)

Frost Data Capital ist ein Inkubator und Venture-Capital-Unternehmen, das sich auf den Bereich Big Data spezialisiert hat. Symantec will im Zuge seiner Neuausrichtung eine “Unified Security Analytics”-Plattform aufbauen. Die soll die bisherigen Geschäftsfelder ergänzen. Gemeinsam wollen beide Firmen pro Jahr bis zu zehn Start-ups unterstützen.

Symantec hat sich mit dem auf Big-Data-Projekte spezialisierten Inkubator und VC Frost Data Capital zusammengetan, um künftig pro Jahr gemeinsam bis zu zehn Start-ups in den Bereichen Sicherheit und Analytik für das Internet der Dinge zu unterstützten. Diese Unterstützung konzentriert sich auf die Anfangsphase der Neugründungen und umfasst Finanzspritzen ebenso wie den Zugriff auf Ressourcen und Know-how der beiden Partner. Außerdem erhalten die Start-ups Zugang zum Datenanalyse-System von Frost Data Capital und mit Symantec-Experten an Lösungen arbeiten, um künftigen Bedrohungen der IT zu begegnen.

Symantec Logo (Logo: Symantec)

“Wir verfolgen einen neuen Ansatz, um Innovation auf dem Markt voranzutreiben. Mithilfe dieser Partnerschaft kann Symantec neue Ideen und Konzepte in effektive Sicherheitsunternehmen transformieren. Durch die Kooperation mit Frost Data Capital schaffen wir einen idealen Nährboden für neue und extrem innovative Start-ups im Bereich Cyber-Sicherheit – insbesondere auf dem Gebiet der IoT-Technologien, bei denen vertikale Märkte wie Prozesssteuerung, Fahrzeugtechnik, Gesundheitswesen und Energie ganz spezielle Kompetenzen erfordern”, erklärt Jeff Scheel, Senior Vice President Strategy, Alliances and Corporate Development bei Symantec.

Letztendlich geht es Symantec darum, Analyseverfahren für Cyber-Sicherheit zu entwickeln. Die benötigt das Unternehmen nämlich, um seine im Zuge der Aufspaltung in Symantec und Veritas zu vollziehende Neuordnung voranzubringen. Das Versprechen aus der Veritas-Übernahme, quasi von den Daten ausgehend einen umfassenden Schutz je nach Schutzbedarf der einzelnen Daten einzurichten, ist aufgrund der Komplexität und wohl auch aufgrund der organisatorisch nicht auf diese Herangehensweise vorbereiteten Kundschaft gescheitert.

Geblieben sind Symantec in den zehn Jahren, die man diesen Traum verfolgt hat, zugekaufte oder selbst entwickelte Technologien im Bereich “Information Protection”. Sie bilden nun eine Säule des künftigen Symantec-Geschäfts. Dazu gehören etwa Technologien, um Daten und Identitäten von Nutzern zu schützen, das Verhalten von Nutzern und Anwendungen zu analysieren und dann Abweichungen vom normalen Verhalten als potenziell gefährlich zu erkennen, sowie Technologien für Verschlüsslung und Schlüsselverwaltung.

Zweite Säule des Geschäfts ist der angestammte Symantec-Bereich “Threat Protection” worunter alle denkbaren Schutzmechanismen und -technologien fallen – abgesehen von den netzwerkbasierenden Ansätzen, von denen sich Symantec bereits vor Jahren verabschiedet hat. In diesem Bereich scheint das Unternehmen auch künftig keine Ambitionen zu haben.

Über diesen beiden Säulen positioniert Symantec als verbindendes Element diverse Services. Die können von größeren Firmen entweder auf Zuruf gebucht oder von kleineren im Rahmen von Abonnements in Anspruch genommen werden.

Basis aller Bemühungen soll künftig jedoch eine “Unified Security Analytics”-Plattform bilden. Darunter fasst Symantec sowohl Log-Auswertungen als auch Verhaltensanalysen, vergleichende Analysen wie auch forensische Ansätze zusammen. In dem Bereich gibt es auch schon einige Angebote, er bedarf aber noch zahlreicher Verbesserungen, da andere Firmen, etwa Hewlett-Packard sich hier mit teuren Übernahmen, zum Beispiel ArcSight oder Autonomy, eingekauft haben. Diese eher monolithischen, unhandlichen und teuren Ansätze scheint Symantec nun mit seiner Start-up-Initiative aushebeln zu wollen.

John Vigouroux, geschäftsführender Partner und Präsident von Frost Data Capital formuliert das in einer Pressemitteilung etwas anders, meint aber zwischen den Zeilen dasselbe: “Wir freuen uns darauf, in Zusammenarbeit mit Symantec modernste und relevante Lösungen für Sicherheitsanalyse zügig auf den Markt zu bringen, um so eine neue Generation von Cyber-Angriffen auf die Infrastrukturen von Unternehmen zu verhindern. Symantec bringt erstklassige Sicherheitstechnologien, eine weltweite Präsenz sowie strategische Beziehungen ein, die für diese Start-ups von entscheidender Bedeutung sein werden.“

Symantec selbst verweist auf kürzlich durchgeführte eigene Untersuchungen, wonach Angreifer Schutzmaßnahmen der IT inzwischen „auf eine Weise umgehen, auf die sich Unternehmen aufgrund fehlender Informationen nicht einstellen können. Dies wird noch komplizierter dadurch, dass Cyberkriminelle immer öfter sowohl legitime Technologien, wie Unternehmenssoftware und betriebliche Verwaltungstools, als auch neue Technologien wie beispielsweise vernetzte Geräte nutzen, um ihre Angriffe durchzuführen.“ Mit der neuen Initiative sucht man nach Methoden, um hier auch künftig Paroli bieten zu können.

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