HP legt wegen Aufspaltung Sommerpause ein

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(Bild: Shutterstock/Rugdal)

Grund für die Pause von 1. bis 6. August ist eine Systemumstellung im Zuge der Aufspaltung in HP Inc und Hewlett-Packard Enterprise. Bestellungen werden nach wie vor angenommen, sie werden aber erst ab 7. August ausgeliefert. Die meisten Produkte sollten aber auch in der Zeit über die HP-Vetriebspartner lieferbar sein.

Hewlett-Packard hat seinen Vertriebspartnern mitgeteilt, dass zwischen dem 1. und 6. August keine Produkte ausgeliefert werden. Grund für die sechstägige Lieferpause sind die Vorbereitungen für die bevorstehende Aufspaltung in zwei eigenständige Unternehmen. Die dafür eingeplante betriebliche Übergangsphase wird Anfang August beginnen und soll zum 1. November abgeschlossen sein.

HP Logo (Bild: Hewlett-Packard)

In der ersten Augustwoche nimmt HP daher zwar Bestellungen auf gewohntem Weg entgegen, der Versand erfolgt aber erst ab dem 7. August. “Diese Bestellungen werden je nach Inhalt von HP Inc oder Hewlett-Packard Enterprise verarbeitet und erfüllt”, sagte eine Sprecherin gegenüber The Channel.

Die Lieferpause benötige das Unternehmen, um seine Systeme umzustellen. Laut HP-CIO Scott Spradley soll sich das nicht auf die Bestellsysteme auswirken, die auch während des Übergangs weiterhin funktionieren sollen. “Kunden werden Produkte während dieser Zeit von Partnern beziehen können, auch wenn wir nicht direkt liefern.”

Die Führungsteams der beiden neuen Firmen wurden schon Ende Januar präsentiert. Die derzeitieg Chefin Meg Whitman wird demnach Hewlett-Packard Enterprise leiten und nimmt CFO Cathie Lesjak in gleicher Position dorthin mit. Als CEO und President von HP Inc ist Dion Weisler vorgesehen.

Unter dem Namen Hewlett-Packard Enterprise wird nach der Aufspaltung das Geschäft mit Enterprise-Technik, Software und Services zusammengefasst. Das Unternehmen HP Inc, das auch das aktuelle Logo weiterverwendet, übernimmt das Geschäft mit PCs und Druckern.

Infografik zur geplanten Aufspaltung von HP (Grafik: HP).
Infografik zur geplanten Aufspaltung von HP (Grafik: HP).

Legt man die im Mai vorgelegten Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2015 zugrunde, ist mit einer Marge von über 18 Prozent der profitabelste Bereich aufgrund des Geschäfts mit Verbrauchsmaterial immer noch die Druckersparte – auch wenn sie im Vergleich zum Vorjahr einen Umsatzrückgang von sieben Prozent hinnehmen musse. Der Bereich Personal Systems, der PCs, Notebooks und Tablets umfasst erwirtschaftete fünf Prozent weniger als im Vorjahr und kann nur eine operative Marge von 3 Proznt vorweisen. Der Umsatz mit Firmenkunden dieser Sparte ging um 7 Prozent zurück, der mit Privatkunden um 2 Prozent. Wie stark der Bereich unter Druck ist, zeigt, dass die ausgelieferten Stückzahlen im selben Zeitraum insgesamt um 2 Prozent zulegen. Der Wert kam durch ein Plus von 19 Prozent bei Notebooks und ein Minus von 14 Prozent bei Desktops zustande.

Die Sparte Personal System, die jetzt als HP Inc weitergeführt wird, galt jahrelang als Sorgenkind des Unternehmens. Sie wurde daher auch zugunsten der Enterprise-Sparte etwas vernachlässigt. Alleine durch die aktuellen Zahlen lässt sich das nicht begründen. So musste zum Beispiel die Software-Sparte und der Storage-Bereich jeweils einen Umsatzrückgang von 8 Prozent, die High-End-Sparte Business Critical Systems sogar von 15 Prozent und die lange Jahre sehr erfolgreich operierende Netzwerk-Sparte von 16 Prozent verbuchen. Die Abteilung Technology Services erwirtschaftet 8 Prozent weniger Umsatz als im Vorjahrsquartal.

Dass das Top-Management zu dem aus diesen Bereichen neu formierten Unternehmen wechselt, lässt sich nur durch die Hoffnungen begründen, die man für die Zukunft hegt. Insbesondere die Server-Sparte soll von einem neuen Ansatz profitieren, den HP schlicht “The Machine” nennt und der auf den jahrelangen Bemühungen der HP Labs im Bereich Memristoren aufbaut. Außerdem hofft man – das allerdings auch schon seit Jahren – in der neuen Aufstellung nun endlich die milliardenschweren Investitionen in den Software-Bereich nutzbringend einsetzen zu können. Dabei muss es sich nicht immer um explizite Software-Produkte oder -Angebote handeln, die hinzugekauften Technologien sollen auch als integrierte Verbesserung anderer HP-Produkte zum Zuge kommen.

[mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

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