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BBC zeigt Minicomputer Micro Bit und kündigt Verteilung an Schüler an

Micro Bit (Bild: BBC)
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Im Oktober soll eine Million davon an Schulkinder in Großbritannien verteilt werden. Die BBC sieht den Microbit ganz klar als Ergänzung zu Kleinstrechnern wie dem Raspberry Pi, nicht als Konkurrenz. Eine spezielle Website wird bei den ersten Schritten mit der Programmierung helfen. Der Verkauf in anderen Ländern startet noch 2015.

Die BBC hat jetzt die finale Version ihres im Frühjahr erstmals präsentierten Kleinstrechners Micro Bit vorgestellt. Außerdem wurde angekündigt, dass er im Oktober rund einer Million Schülern in Großbritannien kostenlos zur Verfügung gestellt werden soll. Laut BBC-Generaldirektor Tony Hall soll die Aktion dazu beitragen, dass Schulabgänger künftig nicht nur wissen, wie man einen Computer bedient, sondern ihn auch programmieren können.

Nachdem die erste Charge an britische Schulkinder ausgeliefert wurde, soll der Micro Bit sowohl in Großbritannien als auch in anderen Ländern auch zum Kauf angeboten werden. Erste Exemplare sollen noch im Lauf dieses Jahres ausgeliefert werden. Die BBC hat zudem angekündigt, die Spezifikationen unter einer Open-Source-Lizenz zu veröffentlichen.

Die finale Version des Micro Bit unterscheidet sich vom Prototypen dadurch, dass eine Reihe programmierbarer LEDs, zwei Tasten und ein Bewegungssensor integriert sind. Dafür wurde auf die ursprünglich vorgesehene Batterie verzichtet. Man befürchtete, dass jüngere Geschwister der Zielgruppe sie verschlucken könnten. Soll der Micro Bit unabhängig von anderen Geräten betrieben werden, lassen sich nun zwei AA-Batterien anschließen.

Der Micro Bit lässt sich über USB und Bluetooth ansteuern (Bild: BBC).
Der Micro Bit lässt sich über USB und Bluetooth ansteuern (Bild: BBC).

Eine Website soll den jungen Empfängern der Rechner dabei helfen das Potenzial des Micro Bit für sich zu erschließen. Neu erstellte Programme lassen sich auf der Site testen, bevor sie dann via USB oder Bluetooth auf den Minicomputer übertragen werden. Diese Programme können entweder lediglich auf die internen Sensoren (für Magnetismus und Beschleunigung) sowie die beiden Schalter zugreifen und die 25 verbauten LEDs als Anzeige nutzen oder im Zusammenspiel mit anderen Kleinrechnern wie Raspberry Pi, Arduino und Galileo für komplexere Aufgaben genutzt werden. Strom erhält der Micro Bit über das USB-Kabel oder alternativ über die beiden Batterien.

Mit Bordmitteln könne der 4 mal 5 Zentimeter große Micro Bit zum Beispiel als Metalldetektor eingesetzt werden, als Controller für einen via Bluetooth ansteuerbaren DVD-Player oder mittels der beiden Tasten als Controller für Videospiele. Der Minirechner ist Teil der Kampagne “Make It Digital” und laut BBC “die ambitionierteste Ausbildungsinitiative” des Senders seit der Vorstellung des PCs BBC Micro in den 1980-er Jahren. Der wurde damals allerdings für mehrere hundert Pfund verkauft. Der Micro Bit wird dagegen an alle 11 und 12-jährigen in der siebten Klasse 7 kostenlos abgegeben.

Die BBC greift bei dem Projekt auf Expertise des Chip-Designers ARM zurück und wird von Barclays Bank, Samsung, Microsoft und der Lancaster University unterstützt. Der Wellcome Trust und die Organisation ScienceScope werden Lehrer auf die Verteilung vorbreiten, Freiwilligenorgansiationen wie Coderdojo und Code Club haben dafür ebenfalls schon Unterstützung zugesagt.

Ein bei  der Vorstellung des Micro Bit gezeigtes Beispielprojekt könnte helfen, ein erhebliches Defizit in Großbritannien zu beseitigen:  Fußballspiele durch Elfmeterschießen zu gewinnen (Screenshot: ITespresso bei BBC).
Ein bei der Vorstellung des Micro Bit gezeigtes Beispielprojekt könnte helfen, ein erhebliches Defizit in Großbritannien zu beseitigen: Fußballspiele durch Elfmeterschießen zu gewinnen (Screenshot: ITespresso bei BBC).

Journalist, Chefredakteur von ITespresso.de. Sucht immer nach Möglichkeiten und Wegen, wie auch kleine Firmen vom rasanten Fortschritt in der IT profitieren können. Oder nach Geschäftsmodellen, die IT benutzen, um die Welt zu verbessern - wenigstens ein bisschen.

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