OpenSUSE: Entwickler springen mit nächstem Release auf Version 42.1

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opensuse_42 (Bild: OpenSUSE)

Aller Voraussicht nach wird sie im Herbst der Nachfolger der noch aktuellen stabilen Version 13.2. Der große Versionssprung soll das künftige Veröffentlichungsmodell verdeutlichen: OpenSUSE Leap wird große Teile des Quellcodes von Suse Linux Enterprise verwenden sowie auf Oberflächen und Anwendungen des Rolling-Release Tumbleweed setzen.

Die kommende reguläre Version der Linux-Distribution OpenSUSE wird “Leap” heißen. Damit weisen die Entwickler auf den anstehenden Versionssprung von der derzeitigen Ausgabe 13.2 auf die komende Version mit der Versionsnummer 42.1 hin. Der Name “OpenSUSE 42” war eigentlich lediglich als provisorischer Arbeitstitel für die kommende, in regelmäßigen Intervallen aktualisierte Fassung der Distribution geplant. Da er sich jedoch schnell verbreitete, sei man dabei geblieben, heißt es im OpenSUSE Board. Zudem stehe der Beiname “Leap” auch für Bewegung und folglich dafür, wie sich die Distribution weiterentwickle.

Opensuse Logo (Grafik: OpenSuse)

OpenSUSE Leap wird sich von dem als Rolling-Release gepflegten Tumbleweed abheben, das aus dem Zusammenschluss mit dem zweiten Rolling-Release-Zweig Factory hervorging. Seit Oktober 2014 wird Factory als Entwicklungszweig mit oftmals experimenteller und somit instabiler Software fortgeführt. Es reicht Neuerungen an Tumbleweed weiter, welches auf automatisiert getesteten Schnappschüssen der Entwicklungsversion beruht und permanent die jüngsten stabilen Paketversionen für den Alltagsgebrauch zur Verfügung stellt. Die neue Rolling-Release-Version wurde sogar derart begeistert aufgenommen, dass zu wenig Entwickler an der Hauptdistribution arbeiteten, was wiederum zu Verzögerungen führte.

Das Projekt präsentierte unter dem Namen “OpenSUSE 42” Ende Juni ein neues Veröffentlichungsmodell. So wird OpenSUSE Leap 42.x große Teile des Quellcodes von Suse Linux Enterprise (SLE) 12.x nutzen. Dazu zählen der Linux-Kernel sowie die 3D-Treiber. Desktop-Oberflächen und Applikationen übernimmt es derweil von Tumbleweed.

Die Basis für OpenSUSE 42.1 bilden Software-Komponenten, die SLE 12 Service Pack 1 als Unterbau verwenden. Aller Voraussicht nach wird die erste Leap-Version im Herbst erhältlich sein und längerfristig unterstützt werden. Mit einer ersten Testversion ist demnächst zu rechnen. Der Nachfolger 42.2 soll dann auf SLE 12 Service Pack 2 aufsetzen, dessen Veröffentlichungstermin noch nicht bekannt ist. Da Suse jedoch etwa alle 12 bis 18 Monate neue Service Packs für SLE 12 vorsieht, sollte es frühestens im Herbst 2016 soweit sein. Die Leap-Versionen 43.x werden im Anschluss auf dem künftigen SLE 13.x basieren.

Anfang November hatte das Projekt die jüngste stabile OpenSUSE-Ausgabe 13.2 veröffentlicht. Sie verwendet Linux-Kernel 3.16 und offeriert als Desktopumgebungen neben dem als Standard vorgeschlagenen KDE 4.14.2 samt Plasma Workspaces 4.11.12 ebenso GNOME Shell 3.14.1. Die meisten Neuerungen gab es beim Installations- und Konfigurationstool YaST.

[mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

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