Google baut Navigations-App Waze testweise um Mitfahrservice aus

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App Waze Logo (Grafik: Google)

Im Rahmen des Pilotprojekts können ihn Pendler im Raum Tel Aviv erproben. Der Dienst ist darauf beschränkt, Personen auf dem Weg zur Arbeit zu Fahrgemeinschaften zu organisieren. Er ähnelt damit wesentlich eher dem von SPA initiierten TwoGo, als dem umstrittenen Dienst UberPop.

Google erprobt seit gestern in Tel Aviv einen Mitfahrservice für Pendler. Dem Wall Street Journal zufolge, wird er über die Navigations-App Waze abgewickelt. Alternativ stellt Google für den Dienst die App RideWith zur Verfügung. Pendler in der israelischen Stadt können über die App für ihren täglichen Weg zur Arbeit eine Mitfahrgelegenheit suchen oder anbieten. Die Vermittlung von Mitfahrern ist allerdings auf den Weg zum Arbeitsplatz sowie auf zwei Strecken pro Tag beschränkt. Außerdem müssen die Mitfahrer in der Nähe der eigenen Wohnung eingesammelt und auf dem Weg zu eigenen Arbeitsplatz auch wieder abgesetzt werden.

Abgerechnet wird über die in der App hinterlegte Kreditkarte. Laut WSJ dürfen allerdings nur die Kosten für den benötigten Kraftstoff und die Abnutzung des Fahrzeugs geltend gemacht werden. Den Betrag, den der Fahrer verlangen kann, ermittelt die App. Außerdem erhält Google für die Vermittlung von Mitfahrern über Waze oder die RideWith eine Provision. Wie hoch die sein wird, ist noch unklar. In der Testphase verzichtet der Konzern offenbar darauf.

Google will sein Angebot bewusst nicht als Konkurrenz zum Fahrdienstvermittler Uber verstanden wissen. “RideWith ist ein Experiment im Raum Tel Aviv, das nicht im Wettbewerb mit Uber steht”, zitiert das WSJ aus der E-Mail eines Google-Sprechers. “Es ist eine Plattform, die entwickelt wurde, damit sich Fahrer gegenseitig im Berufsverkehrs helfen können.”

Damit ähnlet es also eher dem von SPA bereits vor vier Jahren zunächst intern erprobten Dienst TwoGo, der seit knapp einem Jahr auch der Allgemeinheit zur Verfügung steht. Bei TwoGo können sich Nutzer zu regelmäßigen Fahrgemeinschaften oder auch lediglich für Einzelfahrten zusammenschließen. Im Gegensatz zu anderen Vermittlungsportalen wird aber mit speziellen Algorithmen dafür gesorgt, dass Strecken bestmöglich gemeinsam genutzt werden.

Die Idee hinter dem jetzt von Google erprobten Pendler-Mitfahrservice hatte SAP schon 2011 und der Konzern beweist bei der Bewerbung des TwoGo gennten Dienstes durchaus Humor (Screenshot: ITespresso).
Die Idee hinter dem jetzt von Google erprobten Pendler-Mitfahrservice hatte SAP schon 2011. Und der Konzern beweist bei der Bewerbung des TwoGo gennten Dienstes durchaus Humor (Screenshot: ITespresso).

Außerdem wäre SAP nicht SAP, wenn es nicht auch für große Firmen die Möglichkeit gäbe, Lizenzen zun erwerben. Nutzern der Enterprise-Version von TwoGo verspricht SAP Kosteneinsparungen im Fuhrpark, bei der Parkraumbewirtschaftung und bei Geschäftsreisen. Außerdem seien Einsparungsmöglichkeiten durch geringere Wartungskosten und höhere Wiederverkaufswerte von Firmenwagen erzielbar. Davon haben laut Anbieter zum Beispiel bereits BASF, Heidelberger Druckmaschinen und Thomas Cook Gebrauch gemacht. Deren Zieo ist es, gemeinsame Dienstfahrten oder den Pendelverkehr der Mitarbeiter effizienter und bequemer zu machen.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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