Innovation

Amazon kündigt kostenfreie APIs für seinen Sprachassistenten Alexa an

Amazon App-Icon (Grafik: Amazon)
0 0 Keine Kommentare

Damit können Dritte nun die Amazon-Konkurrenz zu Siri und Cortana in ihre Hardware integrieren. Voraussetzung ist neben Lautsprecher und Mikrofon eine Internetverbindung. Denn wie die Wettbewerber greift auch Amazon auf zentrale Rechenpower zurück. Die Developer-Preview soll kommenden Monat erhältlich sein.

Amazon hat angekündigt, für seinen digitalen Sprachassistenten Alexa Programmierschnittstellen zur Verfügung zu stellen, mit deren Hilfe Drittanbieter dessen Funktionen dann in ihre Geräte integrieren können. Diese Geräte müssen logischerweise mindestens über Lautsprecher und Mikrofon verfügen, außerdem ist zur Nutzung der Funktionen von Alexa eine aktive Internetverbindung erforderlich. Denn ebenso wie bei Apples Siri und Microsofts Cortana ist auch Amazons Alexa in cloud-basierender Service – das heißt, alle Spracheingaben laufen über Amazons Server. Eine Developer-Preview soll nächsten Monat verfügbar sein. Interessenten für den Amazon Voice Service (AVS) können sich bereits jetzt bei dem Anbieter registrieren.

Die bisher im Angebot Amazon Echo genutzten Fähigkeiten des Amazon-Sprachassistenten Alexa stehen künftig auch Entwicklern für ihre Produkte zur Verfügung (Bild: Amazon).
Die bisher im Angebot Amazon Echo genutzten Fähigkeiten des Amazon-Sprachassistenten Alexa stehen künftig auch Entwicklern für ihre Produkte zur Verfügung (Bild: Amazon).

Amazon nutzt Alexa derzeit für sein Angebot Amazon Echo. Mit der Freigabe der APIs können nun auch andere Hardwarehersteller den Alexa Voice Service in ihre Produkte integrieren. Erfahrung mit der Erkennung und Verarbeitung gesprochener Sprache sei nicht erforderlich, teilt das Unternehmen mit. Außerdem sei der Alexa Voice Service für Hardwarehersteller kostenfrei. Als Anwendungsbeispiele schlägt Amazon etwa einen WLAN-Wecker vor, den Benutzer dann nach dem Wetter oder den Einträgen in ihrem Kalender fragen können, Ticket- und andere Verkaufsautomaten oder sogar die Integration in Autos. Dazu soll dann am Lenkrad ein Alexa-Knopf angebracht sein. Nach einem Druck darauf könnte der Fahrer etwa von seinem Fahrzeug verlangen, dass es ihm ein E-Book vorliest oder ihn daran erinnert, auf dem Weg von der Arbeit nach Hause einen Halt beim Floristen einlegt.

Amazon Echo ist Amazons Angriff auf das vernetzte Heim. Der 23,5 Zentimeter hohe Zylinder kann per Sprachbefehl nach Information gefragt und zum Abspielen von Musik genutzt werden, Auskunft geben wie das Wetter wird oder was die Nachrichten des Tages sind. Er fängt das gesprochen Wort dazu aus dem gesamten Raum ein und antwortet umgehend. Der Dienst lernt durch Maschinenlerntechnologien kontinuierlich dazu und wurde von Amazon in den vergangenen Monaten um die Anbindung zu Pandora, Audible, Verkehrsnachrichten und Sportinformationen ergänzt. Außerdem kann Amazon Echo durch Anbindung an Produkte zur Heimautomatisierung wie die WeMo-Reihe von Belkin oder die Beleuchtungsprodukte, die Philips unter dem Namen Hue vertreibt, Teil der Heimautomatisierung oder zumindest der Steuerung vernetzter Geräte im Haus werden.

Entwicklern, die den Alexa Voice Service in ihre Produkte integrieren, verspricht Amazon Zugriff auf die künftig kommenden Zusatzfunktionen zu geben. Als erste Partner hat Amazon bereits die Firmen Wink, Scout Alarm und Toymail gewinnen können. Durch die Integration von Alexa in unsere Plattform werden Kunden ihr Zuhause – angefangen beim Anschalten des Lichts über das Abschließen der Türen, die Kontrolle der Temperaturen und das Öffnen der Rolläden – alleine dadurch steuern könne, dass sie danach verlangen”, wird Nathan Smith, CTO von Wink in einer Amazon-Pressemitteilung zitiert.

Scout Alarm dehnt diese Funktionen auf Alarmanlagen aus, macht diese durch einen einfachen Sprachbefehl aktivierbar und erlaubt auch den Fernzugriff. Toymail bietet per WLAN vernetzte Spielzeuge an. Dessen Mitgründer Gauri Nanda kann sich unter anderem vorstellen, dass Eltern via Alexa künftig die Spielzeuge ihrer Kinder auffordern, den Kleinen zu sagen, dass sie in zehn Minuten zum Essen kommen sollen oder eine Aufforderung genügt, damit ein Toymail-Produkt die Gute-Nacht-Geschichte vorliest.

Entwickler, die sich nicht an den E-Commerce-Giganten binden wollen, steht mit SoundHound eine Alternative zur Verfügung. Das Angebot kann bereits in Android-Geräte integriert werden, die Unterstützung für iOS ist in Arbeit. Damit sollen dann auch auf Apple-Geräten sprachgesteuerte Apps ohne Siri-Interaktion möglich sein. Außerdem lässt sich im Rahmen des Developer-Programms die Spracherkennung von SoundHound auch in zahlreiche weitere Geräte integrieren.

Journalist, Chefredakteur von ITespresso.de. Sucht immer nach Möglichkeiten und Wegen, wie auch kleine Firmen vom rasanten Fortschritt in der IT profitieren können. Oder nach Geschäftsmodellen, die IT benutzen, um die Welt zu verbessern - wenigstens ein bisschen.

Folgen