PC-Beschaffung: Baden-Württemberg stärkt Energieeffizienz als Auswahlkriterium

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BW-PC (Bild: Uni Freiburg)

Das Bundesland bietet seinen 54 Hochschulen bereits seit 2007 einen Standard-PC zu Vorzugskonditionen an. In diesem Jahr wurde – endlich möchte man sagen – die Energieeffizienz als Auswahlkriterium aufgewertet. Ddadurch ist der neue, sogenannte BW-PC nun der “Null-Watt-PC” von Fujitsu, ein Esprimo P920.

Das Land Baden-Württemberg hat sich bei seinem für die Hochschulen des Landes gedachten BW-PC http://www.bw-pc.uni-freiburg.de/ aufgrund der überarbeiteten Auswahlkriterien dieses Jahr für den sogenannten Null-Watt-PC von Fujitsu (einen Fujitsu Esprimo P920) entschieden. Der Rechner braucht natürlich auch Strom, heißt aber so, weil er im Ruhemodus keinen benötigt, aber dennoch administrierbar bleibt. Damit erfüllt er die neuen Auswahlkriterien, die unter Leitung der Universität Freiburg und in Übereinstimmung mit der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes festgelegt wurden. Das Konzept des 0-Watt-PCs hatte Fujitsu (damsl noch als Fujitsu-Siemens) übrigens schon zur CeBIT 2009 präsentiert.

Die Landesregierung will damit Vorbild beim Umgang mit Ressourcen werden. Ein wichtiger Bestandteil ist es auch, den Energieverbrauch beim IT-Einsatz zu reduzieren. “Die Landesregierung denkt dabei durchaus global. Natürlich spielen wirtschaftliche Aspekte eine wichtige Rolle. Aber selbst wenn sich die höheren Anschaffungskosten eines Null-Watt-Netzteils und eingesparte Energiekosten wirtschaftlich lediglich neutralisieren, ist der reduzierte Energieverbrauch ein wichtiger Aspekt bei Investitionsentscheidungen”, wird Professor Gerhard Schneider, Direktor des Rechenzentrums, Prorektor für Wissenstransfer und Kommunikationstechnologie der Universität Freiburg sowie Initiator des BW-PCs, in einer Pressemitteilung zitiert.

Beschafft wird der BW-PC über den IT-Dienstleister Bechtle und einen mit diesem geschlossenen Rahmenvertrag. Der umfasst übrigens auch die Lieferung von Notebooks – aktuell einem Lenovo ThinkPad T450s. “Mit ihrer Bedarfsbündelung haben die Hochschulen ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis erzielt“, sagt Karl-Heinz Augustin, Geschäftsführer, Bechtle IT-Systemhaus Freiburg, über das die Bestellungen laufen.

Die erste Ausschreibung für den BW-PC (PDF) fand bereits vor acht Jahren stat. Damals ging es vor allem darum, das Bestellvolumen aller Hochschuleinrichtungen in Baden-Württemberg zu bündeln um so einen Preisvorteil zu erreichen. Inzwischen wurden so über 10.000 Arbeitsplatzrechner bestellt. Das Modell der Bedarfsbündelung sei in Deutschland einzigartig, aber vorbildlich, so Augustin. Das Land Baden-Württemberg habe so einen hohen Grad an Standardisierung in der IT-Infrastruktur erreicht, was unter anderem die Administration deutlich erleichtere.

“Wir stellen bei unseren Gesprächen mit Rechenzentrumsleitern aus dem Bereich Forschung und Lehre in anderen Bundesländern immer wieder fest, dass mit Hochachtung nach Baden-Württemberg geschaut und die Kooperation mit dem Ministerium als vorbildlich erachtet wird”, lobt Ole Behrens, Branchenmanager Forschung & Lehre, bei der Bechtle AG das Vorgehen im Südwesten. Allerdings sollte es nicht bei der Bewunderung bleiben: Gerade Empfängerländer des Länderfinanzausgleichs müssen sich schon fragen lassen, warum sie das Modell auch nach acht Jahren immer noch nicht adaptiert haben.

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