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Französisches Start-up liefert vernetzten Bikini mit UV-Sensor aus

Mitarbeiterinnen von Spinali Design mit Smartphones am Strand (Screenshot: ITespresso bei Dailymotion)
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Das kleine, französische Modeunternehmen Spinali Design bietet seinen im Mai stolz vorgestellt vernetzten Bikini jetzt auch in Deutschland an. Hauptzweck: Ein Sensor kommuniziert mit einer App auf dem Smartphone und warnt die Besitzerin vor drohendem Sonnenbrand. Die Maßanfertigungen gibt es in sechs Basismodellen ab 149 Euro aufwärts.

Das Start-up Spinali Design aus Mulhouse im Elsass macht derzeit mit einem vernetzten Bikini von sich reden: Die in Frankreich im Mai vorgestellten Modelle werden nun auch in Deutschland angeboten. Bestellt werden können sie über die Website des Unternehmens zum Preis von 198 Euro. Alle werden nach den gelieferten Maßen individuell gefertigt und kommen mit Sensor und Smartphone-App, die es derzeit für Android und iOS gibt. Damit wird die Besitzerin dann vor drohendem Sonnenbrand gewarnt beziehungsweise aufgefordert, eine neue Schicht Sonnencreme aufzutragen oder aufzutragen lassen.

Der UV-Sensor wird bei den Bikinis von Spinali Design in einer extra dafür vorgesehenen Schlauzfe am Bikini befestigt (Screenshot: ITespresso bei Dailymotion).
Der UV-Sensor wird bei den Bikinis von Spinali Design in einer extra dafür vorgesehenen Schlaufe am Bikini befestigt (Screenshot: ITespresso bei Dailymotion).

Der UV-Sensor könnte natürlich überall angebracht werden – an der Badetasche, dem Handtuch (gibt es übrigens auch, bereits ab 99 Euro) oder einer Mütze (ist nicht schön, aber bei Sonnenhitze empfehlenswert), erhält aber am Bikini natürlich wesentlich mehr Aufmerksamkeit. Der zwei Zentimeter breite UV-Sensor lässt sich über zwei Haken leicht am Badeanzug befestigen. Er kommuniziert mit der Smartphone-App via NFC. Damit die Warnung auch zuverlässig kommt, lassen sich derzeit drei Hauttypen einstellen.

Marie Spinali, Gründerin des Unternehmens, hat aber noch eine zweite, bislang weniger beachtete technologische Innovation in ihren Bikinis untergebracht. Im Gewebe sind RFID-Tags untergebracht, die es sowohl ermöglichen, die Besitzerin zu identifizieren als auch die Schneiderin, die das Kleidungsstück hergestellt hat.

Gegenüber dem französischen Fernsehsender BFMTV erklärte Spinali dazu: “Uns ist es wichtig, eien Nachverfolgbarkeit für das Kleidungsstück zu haben. Es ist auch deshalb wichtig zu wissen, wer an dem Badeanzug gearbeitet hat, um auf eventuelle Beschwerden des Kunden besser eingehen zu können”. Probleme lassen sich dann auf dem keinen Dienstweg lösen: Derzeit beschäftigt Spinali Design lediglich sechs Personen.

Der UV-Sensor, der bei den Bikinis von Spinali Design zum Einsatz kommt (Bild: Spinali Design).
Der UV-Sensor, der bei den Bikinis von Spinali Design zum Einsatz kommt (Bild: Spinali Design).

Die Gründerin selbst hat übrigens einen technischen Hintergrund: Sie arbeitet bei der Firma CIL Informatique, die sich mit Sensorherstellung beschäftigt. Auf die Idee mit dem vernetzten Bikini kam sie – wenig überraschend – als sie vor zwei Jahren eine Frau in Bikini mit Sonnenbrand am Strand sah.
Im Februar gründete sie die Firma Spinali Design, mit der Vermarktung wurde in Frankreich im Mai begonnen. Ihr Unternehmen finanziert hat sie über private Geldgeber, das französische Pendant zur KfW und ein Förderprogramm für Technologie-Start-ups. Die dadurch zusammengekommene Summe liegt bei 100.000 Euro.

Der Preis für die Technologie-Bikinis beginnt bei 149 Euro. Es gibt aber auch die Option, sie individueller zu gestalten – etwa als Geschenk mit einer persönlichen Botschaft, wofür dann 198 Euro verlangt werden. Und wer einen derartigen Badeanzug verschenkt hat, profitiert über ein “Valentin” genannte Funktion ebenfalls davon: Die Besitzerin kann damit den UV-Sensor mit einem zweiten Smartphone synchronisieren.

Weitere Pläne sind, den, derzeit doch noch etwas plumpen UV-Sensor kleiner zu machen sowie das Portfolio auszubauen. Wie Spinali BFMTV gegenüber erklärte, könne sie sich etwa vorstellen, Tags auch in Bademode für Kinder unterzubringen. Die würden dann den Eltern durch Geolokalisierung die Gewissheit verschaffen, dass der Nachwuchs sich am Strand nicht zu weit entfernt.

Laut IDC wurden im vergangenen Jahr insgesamt 26,4 Millionen Armbänder, Uhren und andere tragbare Gadgets verkauft. Für dieses Jahr erwarten die Marktforscher 72,1 Millionen verkaufte Einheiten. Bis 2019 soll der Markt dann noch mal deutlich wachsen, wobei Smartwatches und Fitnessarmbänder weiterhin den Löwenanteil des Absatzes ausmachen sollen (Grafik: Statista).
Laut IDC wurden im vergangenen Jahr insgesamt 26,4 Millionen Armbänder, Uhren und andere tragbare Gadgets verkauft. Für dieses Jahr erwarten die Marktforscher 72,1 Millionen verkaufte Einheiten. Bis 2019 soll der Markt dann noch mal deutlich wachsen, wobei Smartwatches und Fitnessarmbänder weiterhin den Löwenanteil des Absatzes ausmachen sollen (Grafik: Statista).

Journalist, Chefredakteur von ITespresso.de. Sucht immer nach Möglichkeiten und Wegen, wie auch kleine Firmen vom rasanten Fortschritt in der IT profitieren können. Oder nach Geschäftsmodellen, die IT benutzen, um die Welt zu verbessern - wenigstens ein bisschen.

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