Digitale Dividende II: Frequenzauktion endet bei knapp über fünf Milliarden Euro

Politik
LTE Mobilfunkstation (Bild: Vodafone)

Nach 16 Auktionstagen ist heute die Versteigerung von Frequenzen für mobiles Breitband zu Ende. Nach der 181. Auktionsrunde können die Vertreter von Telefónica, Telekom Deutschland und Vodafone jeder mit Frequenzen von Mainz in ihre Firmenzentrale fahren. Sie bringen sechs, 12 respektive 13 Lizenzen in unterschiedlichen Frequenzbändern mit.

Nach 181 Auktionsrunden endete heute Vormittag in Mainz die von der Bundesnetzagentur koordinierte Versteigerung von Frequenzen für mobiles Breitband. Der Bund hat dadurch gut 5 Milliarden Euro eingenommen. Davon zahlt Telefónica für sechs Lizenzen 1,198 Milliarden, die Telekom für zwölf Lizenzen 1,792 Milliarden und Vodafone für 13 Lizenzen 2,090 Milliarden Euro.

Während sich Telefónica nur Pakete in den Frequenzbereichen bei 700, 900 und 1800 MHz gesichert hat, bekommen Telekom und Vodafone auch Frequenzen bei 1500 MHz. Die Frequenzen bei 700 MHz wurden erstmals versteigert, die bei 900 MHz und 1800 MHz erneut, da die Nutzungsrechte daran Ende 2016 auslaufen. Sie werden bereits für Sprachtelefonie genutzt.

O2 E-Plus Mobilfunkmast (Bild: Telefónica)

Die Versteigerung hatte am 27. Mai in Mainz begonnen und wurde in Form einer offenen, aufsteigende, simultanen Mehrrundenauktion verkauft. Ein neues Gebot musste anfangs jeweils mindestens fünf Prozent über dem aktuellen Höchstgebot liegen.

Die Netzbetreiber müssen nach der Zuteilung der Frequenzen nun dafür sorgen, dass deutschlandweit binnen drei Jahren 98 Prozent der Haushalte mit mobilem Breitband versorgt sind. Dabei soll in jedem Bundesland eine Mindestabdeckung von 97 Prozent gewährleistet werden. Außerdem ist für jede Funkzelle eine Mindestbandbreite von 50 MBit/s vorgegeben.

Das erstmals versteigerte 700-MHz-Band soll insbesondere auf dem Land zu einer deutlich besseren mobilen Breitbandversorgung beitragen. Da die erforderlichen Basisstationen ohnehin per Glasfaser angebunden werden sollen, könnte dies auch den Glasfaserausbau voranbringen – ein Thema bei dem heutzutage Deutschland weit hinter vielen anderen europäischen Ländern (PDF) zurückliegt.

4G Sendemast der Deutschen Telekom (Bild: Deutsche Telekom)

Allerdings ist noch nicht ganz klar, wann es soweit sein wird. In Deutschland werden Lizenzen üblicherweise für einen Zeitraum von 20 Jahren vergeben. Die Rundfunksender dürfen die 700-MHz-Frequenzen noch bis 2025 verwenden. Unter anderem der Bitkom fordert aber die Freigabe im nächsten oder spätestens übernächsten Jahr. Mit den zusätzlichen Frequenzen sei es den Mobilfunkbetreibern auch möglich, den als 5G beziehungsweise LTE-Advanced bezeichneten nächsten Standard im Mobilfunk umzusetzen. Damit werden dann Übertragungsraten von bis zu 1 GBit/s möglich.

Endergebnis der Frequenzversteigerung für mobiles Breitband (Digitale Dividende II) im Frühsommer 205 in Mainz (Screenshot: ITespresso)
Endergebnis der Frequenzversteigerung für mobiles Breitband (Digitale Dividende II) im Frühsommer 205 in Mainz (Screenshot: ITespresso)

Die durch die Auktion erzielten Einnahmen möchte Bundesminister Alexander Dobrindt in den Breitbandausbau investieren. Sie sollen jeweils zur Hälfte von Bund und Ländern ausgegeben werden dürfen. Ein bereits in Vorbereitung befindliches, drei Milliarden schweres Förderprogramm für den Breitbandausbau, wurde erst diese Woche von der EU genehmigt.

Damit sollen zunächst Projekte finanziell unterstützt werden, die Haushalten und Unternehmen eine Downloadrate von mindestens 30 MBit/s versprechen. Außerdem sind Vectoring-Projekte von der Förderung ausgenommen. Sie erfüllen nicht das angelegte Kriterium, dass die Zugänge netzbetreiberneutral sein müssen. Die Fördermittel können private Anbieter und Gemeinden online beantragen. Voraussetzung ist, dass in den Zielgebieten nur ein grundlegender Breitbandzugang verfügbar ist und dort in den nächsten drei Jahren keine privaten Investitionen vorgesehen sind.

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