PC-Kenntnisse deutscher Schüler lassen zu wünschen übrig

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Neandertaler am PC (Bild: Shutterstock / Knumina Studios)

Zu diesem Schluss kommt die Initaitive D21 nach einer Auswertung des von ihr erstellten D21-Digital-Index. Trotz intensiver Nutzung seien PC-Kenntnisse deutscher Schüler nicht besser als beim Bevölkerungsdurchschnitt. Bemängelt wird vor allem, dass es bei der Anwendung von Office-Programmen hapert und zu sorglos mit persönlichen Daten umgegangen wird.

Schülern in Deutschland fehlen trotz selbstverständlich erscheinendem Umgang mit neuer Technologie – 93 Prozent von ihnen ab 14 Jahren besitzen zum Beispiel ein Smartphone – wichtige Digital-Kenntnissen. Darauf hat jetzt die Initiative D21 hingewiesen. Sie beruft sich dabei auf eine Sonderauswertung ihres D21-Digital-Indexes. Hauptkritikpunkt ist der Mangel an Wissen und Fähigkeiten, die im Berufsleben erforderlich sind.

Dazu zählt die Initiative D21 beispielsweise den Umgang mit Office-Programmen. Hier liegen die Schüler der Auswertung zufolge nur knapp über dem Bundesdurchschnitt. 82 Prozent von ihnen geben an, Texte in einem Textprogramm schreiben zu können, in der Gesamtbevölkerung sind es 80 Prozent. Und während 59 Prozent Berechnungen in Tabellenprogrammen durchführen können, sind es auch in der Gesamtbevölkerung mit 57 Prozent nur zwei Prozentpunkte weniger.

Anwendungskenntnisse in Textverarbeitungs- und Tabellenkalkulationsprogrammen seien aber für die meisten Berufe unerlässlich. “Umfangreiche Digitalkompetenzen sind eine wichtige Voraussetzung für den Berufseinstieg. Sogar 45 Prozent der Befragten, die das Internet und digitale Medien selbst nicht nutzen, sagen, dass digitale Medien heutzutage ein grundlegender Bestandteil aller Schulfächer sein müssten. Es ist höchste Zeit, dass Schulunterricht auch auf die praktischen Seiten des zukünftigen Berufslebens vorbereitet” fordert Stephan Griebel, Leiter der AG Bildung der Initiative D21.

Defizite haben die meisten Schüler der Auswertung zufolge auch beim Umgang mit persönlichen Daten. Sie schätzen insbesondere das Risiko für Datendiebstahl mit 23 Prozent (Gesamtbevölkerung 36 Prozent), die Gefahren durch Phishing (26 Prozent im Vergleich zu 39 Prozent in der Gesamtbevölkerung) und Hintertüren in Programmen (28 Prozent im Vergleich zu 40 Prozent in der Gesamtbevölkerung) deutlich niedriger ein.

Der D21-Digital-Index bildet seit 2013 die Entwicklung des Digitalisierungsgrads der deutschen Bevölkerung ab. Dazu zählen Zugang, Kompetenz, Offenheit sowie Nutzungsvielfalt bezogen auf digitale Medien und das Internet. Für die Erhebung werden jeweils rund 33.000 Personen befragt. Er wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie das Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Aus der Wirtschaft unterstützte die aktuelle Ausgabe in erster Linie Fujitsu, allerdings sind unter anderem auch Microsoft und die Deutsche Telekom Partner des Projekts.

Andere Erhebungen kommen in Bezug auf das IT-Wissen der Deutschen zu noch traurigeren Ergebnissen. In einer im Herbst veröffentlichten Erhebung der EU-Statistikbehörde Eurostat zum Beispiel rangiert Deutschland auf Platz 27 von 31. Nur 38 Prozent der Deutschen verfügen demzufolge über gute oder mittelmäßige Internetkenntnisse. Noch schlechter als in Deutschland ist es demnach nur noch in Kroatien, Bulgarien, Rumänien und der Türkei bestellt.

Für die Eurostat-Studie wurden Kenntnisse wie die Bedienung einer Suchmaschine, der Versand von E-Mails mit Anhang oder die Kommunikation in Chaträumen und Newsgroups abgefragt. Am besten schnitten dabei die Menschen in Island ab: Von ihnen attestieren die EU-Statistiker 77 Prozent mittlere oder sogar gute Kenntnisse. Auf Platz zwei folgt Dänemark (71 Prozent), auf dem dritten Rang liegt Schweden (68 Prozent). Österreich liegt auf Platz 17, die Kenntnisse in der Schweiz wurden im Rahmen der Studie nicht erhoben.

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