Powerfolder entwickelt mobilen Datenaustausch ohne Funknetz und Cloud

ForschungInnovation
Datentransfer (Bild: Shutterstock)

Der Betreiber des gleichnamigen, verschlüsselten Cloud-Speicherdienstes forscht derzeit gemeinsam mit der Universität Düsseldorf an einer Möglichkeit, ein eigenes Netzwerk zwischen Mobilgeräten aufzubauen. Darüber sollen Dateien direkt und sicher zwischen Smartphones, Tablets und anderen Mobilsystemen übergeben werden.

Das Unternehmen Powerfolder arbeitet zusammen mit der “Arbeitsgruppe für Technik sozialer Netzwerke der Universität Düsseldorf” an einer Software für den direkten und sicheren Austausch von Dokumenten zwischen mobilen Endgeräten.
Damit wollen die Forscher die Mobilfunknetze zumindest teilweise umgehen und einen direkten Austausch zwischen Smartphones und Tablets ermöglichen. Das durch das Bundeswirtschaftsministerium geförderte Projekt “D2D-Connect” soll also neben klassischem Internet auch dynamische, von den Geräten selbst erzeugte Netzwerke nutzen.

Die Arbeitsgruppe unter Leitung von Junior-Professor und Kalman Graffi ist Teil des “Instituts für Informatik” der Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Derzeit steckt das Projekt im ersten Arbeitsschritt: dem reinen Austausch von Dokumenten zwischen Tablets und Smartphones. Die Forscher wollen damit jedoch nur die Grundlage schaffen, um sich später den Anforderungen von “Industrie 4.0” zu widmen, also etwa den automatischen und sicheren Austausch größerer Datenmengen über Industriemaschinen.

Nun geht es zunächst um den schnellen und einfachen Austausch selbst großer Datenmengen. Dieser soll unabhängig von überlasteten Netzen funktionieren – und ohne einen “Mittelsmann” wie einen Cloud-Dienst oder WLAN-Server. Die Daten werden verschlüsselt von einem Gerät direkt zum nächsten übertragen. Christian Sprajc, Geschäftsführer von Powerfolder, sieht die selbstaufbauenden Netze als bestes Mittel, Industriespionage auszuschließen.

Das nächste Ziel für die neu entwickelte Technik ist die Kommunikation im “Internet der Dinge”, die sicher und unabhängig von externen Einflüssen vonstatten gehen muss. Erst wenn Geräte, Fahrzeuge oder Anlagen server- und dienstunabhängig in dynamischen Netzen automatisiert Daten tauschen können, wird die Idee der Industrie 4.0 umsetzbar. Kommunikation über klassische Infrastruktur ist schließlich manchmal unerwünscht oder unmöglich.

Powerfolder D2DConnect (Bild: Dal33T)

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