Microsoft hebt Preise für User CALs um 13 Prozent an

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Microsoft (Bild: Microsoft)

Die “User Client Access Licenses” sind für Zugriffe auf Server-Software wie Exchange erforderlich. Die Preiserhöhung betrifft ausschließlich Pro-User-Lizenzen, die eine unbegrenzte Anzahl an Geräten zulassen. Die bereits angekündigte Teuerung fällt etwas niedriger aus als erwartet. und kommt zudem einen Monat später.

Zum 1. August 2015 wird Microsoft die Preise für User Client Access Licenses (User CAL) für zahlreiche Serverprodukte um 13 Prozent anheben. Das hat es Handelspartnern mitgeteilt. Die Erhöhung soll anhand einer neuen Preisliste offiziell am 1. Juli bekannt gegeben werden. Ein entsprechender Hinweis auf TechNet wurde mittlerweile wieder entfernt.

Unternehmen zahlen im Fall von User CALs für die Zahl der Nutzer, die auf einen Server oder Dienst zugreifen, nicht aber für die Zahl der eingesetzten Geräte. Dadurch unterscheiden sie sich von Device CALs, bei welchen Gebühren pro Gerät anfallen – unabhängig von der Zahl der Anwender.

Die Verteuerung wurde in einem Blogbeitrag mitgeteilt, der dem Titel zufolge “drei Gründe für einen Wechsel auf Windows Server 2012 R2” angibt. Der Hinweis wurde zwar entfernt, die ITespresso-Schwestersite ZDNet hat jedoch von Informanten erfahren, was der Softwarekonzern seinen Partnern gegenüber mitgeteilt hat. Demzufolge gilt der 13-prozentige Preisaufschlag für Core CAL Suite und Enterprise CAL Suite, aber auch für CALs zu den Serverprodukten Exchange, Lync, Project, Sharepoint, System Center, Windows Server, Windows RDS und RMS sowie Windows Multipoint.

Gleichzeitig existieren aber auch einige Serverprodukte für die Installation vor Ort. Diese erfordern zwar CALs, sind aber nicht von der Preiserhöhung betroffen: etwa SQL Server, Dynamics AX und Dynamics CRM. Auch Unternehmen, die die Enterprise Cloud Suite oder Office 365 in Lizenz genommen haben, müssen keinen Anstieg befürchten, da diese Paket-Lizenzen schon User-Lizenzen enthalten. Ein Sonderfall sind demnach Bridge Suite CALs. Diese sind zwar von dem Preisaufschlag betroffen, dessen Höhe hängt jedoch von Faktoren wie Art der Lizenz und Währung ab. Seinen Partnern gegenüber führt Microsoft Gründe wie Marktbedingungen, Einrichtungsszenarien für Neukunden und einen mit der Nutzung steigenden Produktwert an.

Microsoft hatte seine CAL-Preise zuletzt im Dezember 2012 angehoben, damals um 15 Prozent. Bereits im Vorfeld war Partnern für 2015 ein neuerlicher 15-Prozent-Anstieg mitgeteilt worden, Microsoft hat seine Ansprüche also leicht zurückgeschraubt. Überdies sollte die Erhöhung bereits zum 1. Juli 2015 kommen. Dass sie um einen Monat verschoben wurde dürfte ein Zugeständnis an Kunden sein, die von Windows Server 2003 (mit Supportende am 14. Juli 2015) auf Windows Server 2012 R2 wechseln.

Das unabhängige Beratungshaus Directions on Microsoft hatte schon im Februar über die anstehenden Erhöhungen berichtet. Die Erhöhung führt es auf die wachsende Zahl Geräte je Anwender zurück. Wenn Geräte nicht von mehreren Nutzern wechselweise eingesetzt würden, blieben User CALs dennoch für die meisten Unternehmen die Lizenz der Wahl, hieß es.

Microsoft Most Valuable Professional Aidan Finn verweist zudem darauf, dass der entscheidende Kostenfaktor für die meisten Kunden weniger die User-Softwarelizenzen, sondern vielmehr die Server-Zugriffslizenzen sind. Es sei ein häufig gemachter Fehler, solche Userlizenzen nicht durch die Microsoft Software Assurance abzudecken. Sollte sich ein Unternehmen aber nach dem 1. August untragbaren Kosten gegenübersehen, empfiehlt er einen Umstieg auf die Cloud. “Azure-Kunden benötigen keine Windows Server CALs, um Windows Server VMs in Azure zu nutzen, und auch keine RDS CALs für RemoteApp – die Lizenz ist Teil des stundenweise berechneten Preises für den Dienst.”

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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