Wenn Apple tatsächlich ein Auto baut, dann …

Mobile
Fensterscheibe (Bild: Shutterstock/Nick Stubbs)

Darüber spekuliert wird schon lange, vergangene Woche hat Apple-Manager Jeff Williams nun auf einer Veranstaltung in den USA Andeutungen gemacht, bei denen den Fans ganz warm ums Herz wurde: Ein Auto sei “das ultimative mobile Gerät”. ITespresso hat sich überlegt, was mit dem Apple-Auto auf uns zukommt.

Jeff Williams, nicht gerade die Rampensau, aber auch nicht ganz unwichtig im Apple-Konzern, ist vergangene Woche auf der Code Conference der Satz entschlüpft: “Das Auto ist das ultimative mobile Gerät”. Er antwortete damit etwas ausweichend auf die Frage, wofür der Hersteller seine gewaltigen Geldreserven verwenden könnte. Williams, Senior Vice President of Operations bei Apple, goß mit dieser Bemerkung Öl ins Feuer: Seit Anfang des Jahres kursieren Gerüchte, dass Apple den Einstieg in den Automobilmarkt vorbereitet.

Die erhielten zunächst dadurch Nahrung, dass Apple Mitarbeiter von Tesla abgeworben haben soll. Später sprach Bloomberg von einer Entwicklungsabteilung mit rund 200 Angestellten, die sich unter anderem mit Akku-Technologie und Robotik beschäftige. Dem Dienst zufolge soll in spätestens fünf Jahren ein marktreifes Elektroauto auf den Markt kommen. ITespresso hat sich einmal überlegt, welche Merkmale dieses Fahrzeug quasi zwangsläufig aufweisen müsste – und ist zu einigen überraschenden und vielen wenig überraschenden Erkenntnissen gekommen.

Autorad (Bild: ITespresso)

Da ist es wieder, das alte Problem mit den “runden Ecken”. Es läst sich aber wohl auch nicht vermeiden. Alternative Ansätze, zum Beispiel Quadrate, scheiterten bereits in der Frühgeschichte erbärmlich – trotz einiger unermüdlicher Verfechter. Aber wer hat es nun erfunden? Die Sumerer? Die Assyrer? Oder doch Ingenieure aus Cupertino? Eines ist klar. Diese Frage wird die Gerichte weltweit wieder jahrelang beschäftigen.

Radmuttern (Bild: ITespresso)

Da sich die bei Militärfahrzeugen bewährten Ketten für ein modisches Accessoire wie das Apple-Auto nicht eigenen, führt also kein Weg am Rad vorbei. Und dieses muss nun einmal irgendwie befestigt werden. Die hier abgebildten Sechskantschrauben eignen sich da natürlich überhaupt nicht. Es ist fast unvermeidlich, dass Apple auf das bei seinen anderen Mobilgeräten bewährte Format der Innensechsrundschrauben setzt. Nicht-Techniker sagen auch Torx-Schrauben dazu. Das ist übrigen ein völlig gängiges Schraubenformat – leider nicht bei Radschlüsseln. Ein Patent für ein entsprechnedes Modell ist natürlich schon in Vorbereitung. Sie bekommen solch einen Radschlüssel dann für lediglich 299 Euro im Apple Store.

Lenkrad (Bild: Shutterstock/Emilia Ennessy)

Zur Steuerung kommt das vom iPod bekannte, intuitive und einfach zu handhabende Bedienelement zum Einsatz. Auch hier zeigt Apple wieder einmal, wie vorausschauend und innovativ man ist – und wie man den Fortschritt seinen Nutzern über alle Plattformen hinweg zur Verfügung stellt. Selbst Microsoft-Fans müssen das zugeben: Eine Kachel wäre hier nun wirklich wenig praktisch.

Fensterscheibe (Bild: Shutterstock/Nick Stubbs)

Ach ja, Microsoft: Sogar beim Thema Windows macht Apple dem ehemaligen Konkurrenten aus Redmond inzwischen vor, wie es richtig geht: Die Seitenfenster lassen sich durch intuitive Wischgesten nach oben und unten fahren. Das Ribbon-Interface an der Wagentüre mit zahlreichen Knöpfen, die diese Funktion ermöglichen, entfällt. Es lebe die Einfachheit! Und in ihrer unnachamlichen Art haben die Apple-Ingenieure sogar das Problem mit den Wischgesten an der Front- und Heckscheibe genial gelöst: Damit hier die Bewegungen der Scheibenwischer nicht ungewollt als Wischgeste interpretiert werden, kommt mit Touch-ID ein bewährter Sicherheitsmechanismus zum Einsatz.

Angenehmer Nebeneffekt: Da so über die Cloud bekannt ist, wann Fenster geöffnet und geschlossen wurden, können auf Basis von Informationen der Apple Watch und anderer innovativer Apple-Dienste – wie der Wettervorschau – sogar Empfehlungen für die Gesundheit der Nutzer gegeben werden: So wird bei drohendem Regen der Nutzer mittels Push-Benachrichtigung rechtzeitig gewarnt. Und wenn ein Apple-Watch-Träger sich bei Temperaturen über 40 Grad Celsius länger als 10 Minuten im stehenden Wagen aufhält – das lässt sich ja einfach durch Übermittlung und Abgleich der Standortdaten von Person und Fahrzeug ermitteln – weist ihn ein Alarm darauf hin, das Fenster zu öffnen.

Autobatterie (Shutterstock/Maxx-Studio)

Selbstverständlich kommt das Apple-Mobil mit einem Elektroantrieb – 172 Prozent leiser und 136 Prozent energieeffizienter als Benzinmotoren von Fahrzeugen gleicher Größe. Das beste daran: Die Akkus lassen sich an jedem Apple Store und an allen iDock-Stationen aufladen, die den 68 Prozent schnelleren und 54 Prozent kleineren iDock-Adapter unterstützen. Das werden Stationen ausgewählter Partner sein – denn Sie wollen ja sicher nicht, dass unzertifizierter Strom die ausgezeichnete Funktionsfähigkeit Ihres iCars beeinträchtigt?

google-selbstlenkendes-auto (Bild: Google)

Das hier abgebildete, selbstlenkende Auto von Google ist im Vergleich zum kommenden Apple-Mobil natürlich sowohl in Bezug auf die Technik als auch das Design hoffnungslos unterlegen. Die Tatsache, dass es durch die Integration von Google Maps im Gegensatz zum Apple-Mobil den Weg zum Ziel auch findet, ist unerheblich. Wer will schon ankommen und aus dem Wunderauto aussteigen? Der Weg – und damit fahren und gesehen werden – ist das Ziel.

Selbstredend wird das Apple-Auto flacher und leichter sein. Aufgrund Zugeständnissen an das Design, funktioniert möglicherweise bei der Auflage das Radio nicht – ein Problem, dass sich durch korrektes Fahren (nur auf den beiden rechten Rädern) aber einfach lösen lässt. Wie das genau geht, führt Jeff Williams dann auf der Code Conference 2020 vor – und zieht damit einen endgültigen Schlussstrich unter “Radiogate”. Wir freuen uns schon drauf!

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