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Fortinet übernimmt Meru Networks

Meru Networks Logo (Grafik: Meru Networks)
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Der Security-Spezialist baut damit für rund 44 Millionen Dollar sein Angebot und sein Know-how im WLAN-Bereich aus. Dies konnte Beobachtern zufolge in letzter Zeit nicht mehr mit der Marktentwicklung mithalten. Abzuwarten bleibt, ob Meru Networks, das dabei ebenfalls Schwierigkeiten hatte, die geeignete oder lediglich die erschwingliche Wahl war.

Der aus dem Firewall-Markt stammenden Anbieter Fortinet übernimmt Meru Networks, einen auf größere WLAN-Installationen spezialisierten Anbieter. Bisher hatte Fortinet nur Wireless Access Points und als WiFi Security Appliances vertriebene Produkte im Angebot, die für kleine Firmen oder den Einsatz in Zweigstellen gedacht waren. Der Kauf von Meru Networks für rund 44 Millionen Dollar “unterstützt Fortinets Strategie, drahtlose Kommunikationen sicherer zu gestalten, und treibt das Wachstum des Unternehmens im Enterprise-Umfeld voran”, so der Käufer in einer Pressemitteilung.

Außerdem hofft man, künftig auch in dem laut den Marktforschern der Dell’Oro-Group ein Volumen von fünf Milliarden umfassenden Enterprise-WiFi-Markt mit “integrierten, intelligenten Sicherheitslösungen” eine Rolle spielen zu können. Dafür will man die 33 zugesprochenen und 35 beantragten Patente von Meru sowie die 14.000 Kunden des WLAN-Spezialisten zusammen mit den von Fortinet weltweit gehaltenen 210 und rund 170 beantragten Patenten sowie den über 200.000 Fortinet-Kunden in die Waagschale werfen.

Ob die dann allerdings ausreichend gefüllt ist, bleibt abzuwarten. In den vergangenen Jahren sind nämlich beide Firmen in der Einschätzung der Analysten im Markt immer weiter hinter die führenden Unternehmen zurückgefallen. Während zum Beispiel Meru Networks 2011 in Gartners “Magic Quadrant” noch eine passable Position einnahm – es wurde damals technisch als ausgereift und lediglich von der Vertriebsstruktur her als verbesserungsbedürftig eingestuft – taucht es 2013 gar nicht mehr dort auf.

Fortinet, dass 2013 bei Gartner noch in der Schmuddelecke links unten zu finden war, ist dann 2014 herausgefallen. Dafür konnten sich über die Jahre die spezialisierten Wettbewerber Aruba und Aerohive weiter nach rechts oder sogar rechts oben vorarbeiten. Sie zählen derzeit zusammen mit Cisco und HPs Netzwerksparte zu den als führend eingestuften Anbietern. Ihnen rücken von hinten am ehesten noch Huawei und Dell auf den Pelz.

Ob die Fusion von zwei Kranken also einen starken Gesunden ergibt, der sich angesichts der dynamischen und großen Konkurrenz in dem Markt behaupten kann, darf getrost in Frage gestellt werden. Eine andere, teilweise ähnlich gelagerte Übernahme in dem Bereich führte jedenfalls nicht zum gewünschten Erfolg: Der Kauf des WLAN-Spezialisten Trapeze Networks durch Juniper 2010 brachte dem Käufer wenig. Er hinkt aus Sicht der Analysten heute wie damals dem Feld der Anbieter – und damit auch seinen eigenen Ansprüchen – hinterher. Dass es auch anders geht, zeigte ausgerechnet Junipers Erzrivale Cisco 2012 mit dem Kauf von Meraki. Allerdings wurden hier nicht wie für Trapeze “nur” rund 152 Millionen oder jetzt für Meru Networks 44 Millionen Dollar auf den Tisch gelegt, sondern 1,2 Milliarden.

Die jetzt angekündigte Übernahme von Meru Networks durch Fortinet soll jedenfalls im dritten Quartal dieses Jahres abgeschlossen werden. Bis dahin arbeiten Fortinet und Meru wie bisher als getrennte Firmen weiter. Das 2002 gegründete Unternehmen Meru Networks hat seinen Hauptsitz in Sunnyvale in Kalifornien und beschäftigt weltweit 300 Mitarbeiter. Der Umsatz im Jahr 2014,lag bei rudn 91 Millionen Dollar.

Journalist, Chefredakteur von ITespresso.de. Sucht immer nach Möglichkeiten und Wegen, wie auch kleine Firmen vom rasanten Fortschritt in der IT profitieren können. Oder nach Geschäftsmodellen, die IT benutzen, um die Welt zu verbessern - wenigstens ein bisschen.

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