E-Commerce-Optimierer Twenga erhält 10 Millionen Euro Wagniskapital

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Finanzierung (Shutterstock/Gorillaimages)

An dem französischen Unternehmen Twenga hat sich in einer neue Finanzierungsrunde Idinvest Partners beteiligt. Das Geld soll für die Weiterentwicklung der Produkte und die internationale Expansion – auch in Deutschland – verwendet werden. Der Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau der im vergangnene jahr neu hinzugekommenen Angebote.

Twenga hat in einer jetzt abgeschlossenen Finanzierungsrunde 10 Millionen Euro von Idinvest Partners erhalten. Der Betrag soll von dem französischen Unternehmen verwendet werden, um die internationale Expansion voranzutreiben. Aktuell beschäftigt es 150 Mitarbeiter, im Laufe des Jahres sollen in den Bereichen Engineering, Data Science, Marketing und Sales rund 50 dazukommen – auch in Deutschland, wo das Unternehmen bereits 2009 erste Schritte unternommen hat. Außerdem soll das Geld für die technische Weiterentwicklung der Lösungen zur Traffic-Akquise verwendet werden.

Ziel war es beim Start in Deutschland in erster Linie kleine Online-Shops als Kunden zu gewinnen und ihnen durch die eigene, Shop-übergreifende Suchmaschine insbesondere bei nicht so einfach vergleichbaren Produkten – also solchen ohne EAN-Code – Sichtbarkeit und Kunden zu verschaffen. Allerdings stießen diese Bemühungen nicht nur auf Begeisterung: Für seine Seiten durchsuchte Twenga Shops ungeachtet dessen ob sie Kunde bei dem Portal waren oder nicht. Da die so gefundenen Inhalte auch auf der Twenga-Website angezeigt wurden, fürchteten insbesondere Anbieter mit tatsächlich selbst erstellten Inhalten um ihre direkte Auffindbarkeit bei Suchmaschinen, insbesondere Google. Die Möglichkeit, sich durch Bezahlung an Twenga dort einen der besseren Plätze zu sichern, hielten nicht alle für eine akzeptable Alternative – manche fühlten sich gar erpresst.

Viel diskutiert wurde zudem die Frage der Urheberrechte der gecrawlten Inhalte – schon lange, bevor große deutsche Verleger Google mit dem “Leistungsschutzrecht” auf die Pelle rückten. Und schließlich war Twenga auch 2010 nicht auf der Höhe der Zeit, als ein Urteil des Bundesgerichtshofes verlangte, dass Preisänderungen in Shops zeitgleich auch in den Shop-übergreifenden Suchmaschinen sichtbar werden sollen. Andere technische und juristische Probleme, etwa dass von Twenga gecrawlte Händler Abmahnungen fürchten mussten, weil auf dem Portal gegen die Preisangabenverordnung verstoßen wurde, da keine Versandkosten angezeigt wurden kamen noch dazu.

Website von Twenga (Screenshot: ITespresso)

Nachdem das Unternehmen die Probleme zunächst schlichtweg geleugnet hatte, sah man 2011 wohl doch ein, dass der Weg zum Erfolg anders aussieht. Als Katalysatorm diente dabei sicher auch, dass Google damals seinen Algorithmus änderte. Mit den Neuerungen wurden auch Preisvergleichsdienste schlechter gestellt. Twenga verlor auch dadurch einen Großteil seiner zu Spitzenzeiten 40 Millionen Besucher pro Monat.

Seitdem arbeitet das Unternehmen an Technologien, die “eine fortschrittliche Traffic-Akquise über alle den E-Commerce wichtigen Werbeplattformen” ermöglichen sollen. Seit 2104 werden Online-Händlern nun Dienste angeboten, damit die mehr aus ihren Ausgaben für Werbung herausholen. Sie basieren auf einem Algorithmus zur Vorhersage der Konversion. In den fließen laut Twenga über 40 Faktoren ein, aus denen die Kaufabsicht berechnet wird. Eine “umfassende und kontinuierliche Performanceanalyse” maximiere zudem den ROI der Kampagnen.

Konkret werden dazu zwei Programme angeboten: Eines zur Generierung von Leads, ein zweites, Smart SEM genanntes, zur Verbesserung von Paid-Search-Kampagnen. Beide lassen sich an den Zielen des Kunden in Bezug auf die Optimierung des ROI und des Cost of Sale ausrichten. Derzeit nutzen Twenga zufolge rund 200 Kunden diese Angebote.

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