Start-up Nachmieter.de bootet ab 1. Juni teure Makler aus

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Nachmieter.de Logo (Grafik: Nachmieter.de)

Das Unternehmen nimmt seine Website passenderweise an dem Tag in Betrieb, an dem eine dafür günstige Gesetzesänderung in Kraft tritt. Ab dann müssen nämlich Vermieter die Kosten des von ihnen beauftragten Maklers übernehmen. Mit dem “Social Maklerprinzip” soll allen Beteiligten geholfen werden – außer den Maklern.

Das Berliner Start-up Nachmieter.de hat jetzt angekündigt, am 1. Juni seine gleichnamige Website in Betrieb zu nehmen. Der Tag wurde nicht zufällig gewählt, an ihm tritt nämlich ein Gesetz in Kraft, wonach Vermieter die Kosten des von ihnen beauftragten Maklers übernehmen müssen. Hier setzt Nachmieter.de an und verspricht, Vermietern, Mietern und Wohnungssuchenden eine günstigere und persönlichere Lösung. In die Röhre gucken nur die Makler.

Üblicherweise verlangen Makler für ihre Dienste zwei Monatsmieten. Bisher mussten die Wohnungssuchende bezahlen, ab 1. Juni dann die Vermieter, sofern sie den Makler beauftragt haben. Die Wohnungsvermittlungsplattform Nachmieter.de will den Markt nun mit dem von ihr als “Social Maklerprinzip” bezeichneten Verfahren umkrempeln. Dabei kümmern sich die Mieter einer Wohnung um einen Nachmieter. Dafür erhalten sie vom Vermieter eine Netto-Kaltmiete – statt wie der Makler zwei.

Damit alles gesittet abläuft, wird der gesamte Prozess über die Webseite www.nachmieter.de abgewickelt. Vermieter müssen bei dem Verfahren nur die Hälfte der üblichen Provisionen bezahlen und können diese Kosten steuerlich geltend machen. Falls sie auf einen Makler verzichten und die Suche nach einem neuen Mieter selbst in die Hand nehmen würden, ersparen sie sich Terminvereinbarungen und Wohnungsführungen. Sie erhalten stattdessen vom Altmieter vorsortierte, passende potenzielle Mieter.

Website von nachmieter.de (Screenshot: ITespresso)

Die Betreiber der Website empfehlen das insbesondere, wenn sich die Wohnung nicht am Wohnort des Vermieters befindet. Und Altmieter können auch Freunde oder Bekannte als Nachmieter gewinnen und bekommen dafür noch eine Aufwandsentschädigung. Für Wohnungssuchende, die mit dem aktuellen Mieter nicht bekannt sind, habe das Verfahren den Vorteil, dass sie von den Altmietern ehrliche Wohnungsanzeigen erhalten.

Die Berufe der Gründer von Nachmieter.de – Sascha Lazimbat (Rechtsanwalt), Ángel Nieto (Immobilienentwickler) und Mark Lübcke (Online-Consultant) – ergänzen sich bei ihrem Projekt gut. Ihre jeweiligen beruflichen Erfahrungen haben sie nun in die Entwicklung ihrer Plattform eingebracht. Die unterscheidet sich von anderen Immobilienplattformen auch dadurch, dass neben den üblichen Angaben zu Kosten, Größe, Anzahl der Zimmer und so weiter auch Informationen über die Nachbarn, den Grundriss und die Aussicht abgefragt werden. Mache der Altmieter hier ehrliche Angaben, erhöhe er seine Chancen Bewerber zu bekommen, zu denen die Wohnung mit hoher Wahrscheinlichkeit passt.

Wohnungsinteressenten können ihrerseits Unterlagen wie Schufa- oder Mietschuldenfreiheitsbescheinigung und Nachweise über das Einkommen über die Webseite hochladen. Vermieter und Altmieter – der in dem Fall ja als Makler auftritt – werden die dann zur Prüfung und Bewertung zugänglich gemacht. Gehen Mieter und Vermieter in Freundschaft auseinander, können Altmieter die Kandidaten auch bewerten, so dass die Vermieter sehen können, welcher von ihnen am ehesten in Frage kommt.

Ist der Vertrag unterschrieben ist, wird Vermittlungsprovision an den Altmieter fällig. Für den Betrieb des Angebots beansprucht Nachmieter.de wird außerdem für sich eine Gebühr in Höhe von zehn Prozent einer Netto-Kaltmiete. Die bezahlt bei erfolgreicher Vermittlung ebenfalls der Vermieter.

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