Wirtschaftsschutz in Deutschland soll besser werden

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Security (Bild: Shutterstock/voyager624)

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) kooperieren jetzt intensiver. Sie haben dazu eine Absichtserklärung unterzeichnet. Ziel ist es, das in deutschen Firmen vorhandene Know-how besser zu schützen – insbesondere im Mittelstand.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) haben vergangene Woche im Rahmen der Jahresmitgliederversammlung des BDSW in München eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet. Ziel der damit ins Leben gerufenen Kooperation ist es letztendlich, das in deutschen Unternehmen vorhandene Know-how besser zu schützen.

BfV-Präsident Hans-Georg Maaßen (Bild: Bundesamt für Verfassungsschutz)
BfV-Präsident Hans-Georg Maaßen (Bild: Bundesamt für Verfassungsschutz)

Der Schwerpunkt liegt dabei auf kleinen und mittelständischen Unternehmen, da diese Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor Wirtschaftsspionage oft nicht zureichend umgesetzt haben. Um hier zu helfen, wollen die beiden Kooperationspartner ihre Zusammenarbeit in dem seit 2013 im BDSW eingerichteten Arbeitskreis Wirtschaftsschutz verstärken. Dort sollen passende Sensibilisierungs- und Informationsangebote entwickelt und bekannt gemacht werden. Das Bundesamt für Verfassungsschutz soll so zentraler Partner der Unternehmen für Wirtschafts- und Know-how-Schutz werden. Zugleich hofft man, das Vertrauen der BDSW-Mitglieder zu dem Amt zu stärken.

“Sicherheit ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung und erfordert Zusammenarbeit. Staat und Wirtschaft sind Team-Player beim Schutz des Wirtschaftsstandortes Deutschland. Sicherheit gibt es nicht zum Nulltarif, sie muss täglich neu erarbeitet werden. Kommunikation und Kooperation sind die Schlüsselbegriffe für einen erfolgreichen Schutz gegen Wirtschaftsspionage und Konkurrenzausspähung“, so Hans-Georg Maaßen, Präsident des BfV. Er sieht in den über 900 deutschen Mitgliedsunternehmen des Bundesverbands der Sicherheitswirtschaft dafür eine gute Kooperationsbasis.

Der Präsident des BDSW, Staatssekretär a. D. Gregor Lehnert hält Spionagetätigkeiten und Konkurrenzausspähung besonders für tausende von kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland für ein Problem. Dort entstünde Schaden in immenser Höhe. Da der Verband und seine Mitglieder eine Vielzahl dieser Unternehmen betreue, seien sie in der Lage „an den relevanten Stellen zu sensibilisieren und die betreuten Unternehmen von der Notwendigkeit der Präventivmaßnahmen zu überzeugen und damit die umfassende Kompetenz des BfV in Anspruch zu nehmen. Denn die Grundlagen für die Kompetenz in unseren Unternehmen kann nur das Bundesamt für Verfassungsschutz schaffen.”

Möglicherweise erfolgreiche Angriffe oder Ausspähungen sind auch deshalb oft problematisch, weil die betroffenen Firmen einen Gesichtsverlust oder Konsequenzen von Geschäftspartnern fürchten. Es wird daher angenommen, dass nur wenige Anzeige erstatten, weil sie fürchten, sobald die Polizei der Sache nachgeht, bekomme auch die Öffentlichkeit Wind davon. Das ist sicher nicht von der Hand zu weisen. Wenig bekannt ist allerdings, dass dem Verfassungsschutz nicht nur andere Möglichkeiten zur Verfügung stehen, sondern er auch mit anderen Methoden arbeiten kann als die Polizei. Der Wirtschaftsschutz etwa kann ausgesprochen vertraulich arbeiten und muss sich nicht an die Dienstwege halten, denen die Polizei verpflichtet ist.


Mit Cyber-Angriffen beschäftigen sich in Deutschland auch die Verfassungsschutzbehörden der Länder. In Bayern ist dafür die Abteilung für Wirtschaftsschutz zuständig. Die ITespresso-Schwestersite ZDNet sprach anlässlich des damals geplanten nationale Cyberabwehrzentrums mit Michael George vom Bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz. Zudem erklärt George, was Firmen tun können, die glauben, von Industriespionage betroffen zu sein.

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