Taxigewerbe geht nun auch gegen Anbieter der App MyTaxi vor

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mytaxi Logo (Bild: myTaxi)

Wegen irreführender Werbung sowie angeblichen Verstößen gegen das Personenbeförderungsgesetz hat der Taxi- und Mietwagenverband eine Einstweilige Verfügung gegen den Anbieter – die Daimler-Tochter Moovel – erwirkt. Der Verband stört sich besonders daran, dass MyTaxi mit einem “50-prozentigem Rabatt auf Taxifahrten” geworben hatte.

Nach den Protesten gegen den Fahrdienstvermittler Uber läuft die Taxi-Branche nun auch gegen den Anbieter der App MyTaxi Sturm. Der Deutsche Taxi- und Mietwagenverband (ehemals BZP) hat beim Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung gegen deren Anbieter, die Daimler-Tochter Moovel, erwirkt. Mit dieser Maßnahme geht der Dachverband gegen die “irreführende Werbung” von MyTaxi vor. Insbesondere stört sich der Verband daran, dass das Unternehmen mit einem “50-prozentigem Rabatt auf Taxifahrten” geworben hatte, wie der Verband erklärt.

Das inzwischen zur Daimler-Tochter Moovel gehörende mytaxi mache in der Werbung auch nicht ausreichend klar, zu welchen Bedingungen diese “rechtlich zweifelhaften Discountpreise” erreicht werden. “Es wird in dieser Werbung nicht ausreichend mitgeteilt, dass das Angebot in vielen deutschen Städten überhaupt nicht und in einigen Städten nur stark eingeschränkt verfügbar ist”, kommentiert BZP-Geschäftsführer Thomas Grätz.

Von seiten Daimlers heißt es hingegen: “Wir halten uns an die gesetzlichen Vorgaben.” Trotzdem prüfe das Unternehmen weitere Optionen und Schritte, um gegen die Verfügung vorzugehen. Bei Missachtung droht mytaxi eine Strafe von bis zu 250.000 Euro.

In Stuttgart hatte die Taxi-Auto-Zentrale Stuttgart gegen die Daimler-Tochter Moovel ebenfalls eine Verfügung beantragt. Wie die Stuttgarter Nachrichten berichten, soll diese am 1. Juni vor Gericht verhandelt werden.

Da in Deutschland neben festen Tarifen auch hohe Standards hinsichtlich der Beförderung von Personen gelten, sieht der Taxi-Verband in der MyTaxi -Aktion einen Verstoß gegen das Personenbeförderungsgesetz. Dienste wie MyTaxi oder der Fahrdienstvermittler Uber gefährden aus Sicht des Taxigewerbes die Strukturen der Branche.

Konkreter Anlass für die Proteste gegen MyTaxi ist eine Rabattaktion, die das Start-up im Zeitraum zwischen 4. und 17. Mai angeboten hatte. In dessen Rahmen übernahm es die Hälfte des Fahrpreises der Nutzer seiner App. Voraussetzung war, dass die Fahrt nicht nur per App gebucht, sondern auch bezahlt wurde. Um per App bezahlen zu können, müssen Nutzer eine Kreditkartennummer oder einen PayPal-Account hinterlegen und sich unter dem Menüpunkt “Mein Account” registrieren.

MyTaxi wurde von der Hamburger Intelligent Apps GmbH entwickelt. Die Anwendung ist seit Juni 2009 erhältlich. Im September 2014 hat dann die Daimler Tochter Moovel MyTaxi übernommen. Nach Angaben der Entwickler wurde die App bislang mehr als 10 Millionen Mal heruntergeladen und kann auf über 45.000 angeschlossene Taxis verweisen.

MyTaxi_Bestellung
Taxi bestellen und bezahlen per App, das ist das Geschäftsmodell von myTaxi (Bild: myTaxi).

[mit Material von Martin Schindler, silicon.de]

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