Open Source: Shuttleworth kann sich Börsengang von Canonical vorstellen

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ubuntu-logo (Bild: Canonical)

Das Unternehmen wirft zwar insgesamt keinen Profit ab, die OpenStack-Cloud-Sparte hingegen schon. Shuttleworth hält das daher für “eine Geschichte, die der Markt versteht.” Die endgültige Entscheidung trifft er aber erst nach Abstimmung mit seinem Team.

Canonical-Gründer Mark Shuttleworth hat auf dem OpenStack Summit in Vancouver erstmals öffentlich über einen möglichen Börsengang seines Unternehmens gesprochen. Er denke “ernsthaft” über diese Option nach, werde die Entscheidung jedoch nicht allein treffen: “Ich muss mit meinem Canonical-Team darüber sprechen.” Das Thema sei in den vergangenen Monaten jedoch bereits mehrfach diskutiert worden.

shuttleworth-openstack (Bild: ZDNet.com)
Mark Shuttleworth beim OpenStack Summit (Bild: ZDNet.com)

Canonical steht hinter der Linux-Distribution Ubuntu. Das Unternehmen wurde 2004 mit Geld aus Shuttleworths Privatvermögen gegründet. Der Zeitpunkt ist jetzt laut Shuttleworth günstiger als früher: “Wir haben jetzt eine Geschichte zu erzählen, die der Markt verstehen wird.” Zwar sei Canonical insgesamt zwar nicht profitabel, die OpenStack-Cloud-Abteilung erwirtschafte aber durchaus Gewinn. “Ich glaube nicht, dass irgendeine andere Firma das über ihre OpenStack-Bemühungen sagen kann.”

Während OpenStack-Pionier Nebula kürzlich den Betrieb eingestellthat, weil er sich auf absehbare Zeit keinen Durchbruch der Open-Source-Cloud-Plattform erwartet, hat Canonical eine andere Perspektive. Unternehmen wie AT&T und Walmart setzen nach dessen Angaben auf OpenStack. Außerdem ist es in diesem Bereich Partnerschaften mit Microsoft und VMware eingegangen. Shuttleworth: “Auch große Netzbetreiber setzen zunehmend Ubuntu/OpenStack ein.” 2014 seien 55 Prozent aller OpenStack-Systeme unter Ubuntu gelaufen. “So vieles bewegt sich jetzt in die Cloud. Maschinelles Lernen, Platform-as-a-Service (PaaS) und Big Data fliegen alle auf Ubuntu.”

Canonical werde jedoch kein reiner Cloud-Anbieter werden, sagt Shuttleworth. “Wir investieren weiter in Containertechnik wie LXD und Snappy Ubuntu Core.” Beide haben ihre Wurzeln in der Ubuntu-Phone-Entwicklung – einem weiteren Angebot, von dem Shuttleworth sich bald Gewinn erwartet. Er ließ durchblicken, dass Partnerschaften mit großen Netzbetreibern vor dem Abschluss stehen.

Shuttleworth hatte schon früher eine Nähe zwischen Canonicals Bestrebungen um Smartphones und dem Internet der Dinge festgestellt. “Ich verstehe, warum die Leute fragen: ‘Das ist doch verrückt – warum macht ihr ein Smartphone?’ Aber sehen Sie sich nur an, was sich daraus entwickelt hat. All diese Grundlagen stecken nun auch in unserer IoT-Plattform. Und das Internet der Dinge wird die prägende Technikveränderung unserer Zeit sein.”

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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