Audi bringt mit Baidu und Huawei Smartphones ins Auto

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Audi und Baidu CarLife - Integration des Smartphones ins Auto (Bild: Auid)

Von Baidu kommt mit Baidu CarLife eine Alternative zu Android Auto und Apple CarPlay zum Einsatz. Huawei steuert ein zusammen mit Audi entwickeltes LTE-Modul bei. In Vorbereitung ist auch das Audi Tablet, das mit vorinstalliertem Browser und App Store von Baidu kommt.

Audi setzt für die Integration von Smartphones in seine Fahrzeuge in China künftig auf Baidu und Huawei. Das haben die Partner jetzt im Vorfeld der CES Asia bekannt gegeben. Die chinesische Suchmaschine Baidu steuert im Rahmen der Kooperation mit Baidu CarLife ihren Gegenentwurf zu Android Auto und Apple CarPlay bei. CarLife soll sowohl zu Android wie auch zu iOS kompatibel sein. Von Huawei stammt das für das Konzept erforderliche, gemeinsam mit Audi entwickelte und speziell für den chinesischen Markt konzipierte LTE-Modul.

“Durch die Kooperation mit Baidu, der Nummer eins auf dem chinesischen Suchmaschinen-Markt, wollen wir die Online-Vernetzung unserer Autos in China weiter vorantreiben“, erklärt Ricky Hudi, Leiter Entwicklung Elektrik/Elektronik der Audi AG in einer Pressemitteilung. Die ausdrückliche Erwähnung von China weist offenbar darauf hin, dass sich die Zusammenarbeit mit der Suchmaschine zumindest in absehbarer Zeit auf dieses Land beschränkt. Das mit Huawei entwickelte LTE-Modul soll dagegen auch in Japan und Korea zum Einsatz kommen.

Audi und Baidu hatten sich bereits Ende Januar auf eine Kooperation verständigt. In deren Rahmen wird nicht nur Baidu CarLife in die Fahrzeuge von Audi verbaut, sondern auch gemeinsam an der Entwicklung von Kartendaten, Algorithmen zur Positionsbestimmung sowie der Einbindung von Funktionen für sogenannte Points of Interest gearbeitet. Damit soll dann beispielsweise die Übertragung von Zieldaten aus der Baidu Map am Computer oder dem Smartphone ins Auto möglich sein. Neben Baidu CarLife wird Audi auf der CES Asia, die von 25. bis 27. Mai stattfindet, auch auf einem “Audi Tablet” zeigen, wie der Baidu-Webbrowser und der Baidu-App-Store integriert werden.

Das “Audi Smartphone Interface” startet, sobald das Smartphone im Auto angeschlossen wird. Auf dem Bildschirm des Systems im Auto wird dann eine Umgebung mit angepassten Apps von Baidu angezeigt. Die sind Audi zufolge insbesondere bei jungen Chinesen sehr beliebt – die demnach offenbar auch die Zielgruppe für die Fahrzeuge sein sollen. CarLife sei sowohl zu iOS als auch Android kompatibel, so dass damit die große Mehrheit der Kunden erreicht werde.

Audi und Baidu CarLife - Integration des Smartphones ins Auto (Bild: Audi)

Um die Nutzung von Online-Diensten im Auto überhaupt erst zu ermöglichen, entwickelt Audi mit Huawei ein an die Anforderungen asiatischer Länder angepasstes LTE-Modul. Dieses arbeitet mit dem in den USA und Europa verbreitetem FDD-LTE (Frequency Division Duplexing) ebenso wie dem vornehmlich in China genutzten TDD-LTE (Time Division Duplexing). Audi kann damit eigenen Angaben zufolge als einer der ersten Autohersteller in China eine voll integrierte LTE-Lösung anbieten.

Ab wann das Angebot genau an Kunden ausgeliefert wird, haben die Partner noch nicht mitgeteilt. Möglicherweise erfährt man das am 25. Mai, dem Eröffnungstag der Messe. Für den hat CES Asia neben Audi auch Volkswagen und Ford als Sponsoren von Presseveranstaltungen genannt. Daher sind spätetsens dann auch von den beiden anderen Anbietern Ankündigungen zu erwarten.

In anderen Ländern fährt Audi zweigleisig: Wie der Konzern bereits im Sommer 2014 bei der Vorstellung seiner Variante von “Android Auto” erklärt hat, will er sich bei der Smartphone-Integration ins Auto nicht auf eine Plattform festlegen: Kunden sollen jederzeit wählen können, welche Plattformen sie im Auto nutzen wollen.

Vor diesem Hintergrund ist wohl auch die jetzt angekündigte Kooperation mit Baidu zu sehen. Damit schlägt Audi übrigens denselben Weg ein, wie viele Konkurrenten. Auch Mercedes-Benz hatte anlässlich der Vorstellung von Apple CarPlay in einem neuen Modell der C-Klasse ausdrücklich betont, dass dies nur der erste Schritt sei und die Android-Integration folgen werde.

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