Deutsche Umwelthilfe und Telekom bieten Handysammelcenter an

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Alte Handys (Bild: Peter Marwan)

Mit der Aktion sollen in zwei Jahren 100.000 Geräte eingesammelt werden. An der Durchführung sind die Kirchen in Baden-Württemberg beteiligt, deren Jugendorganisationen parallel über ökologische und gesellschaftliche Auswirkungen des Herstellungsprozesses informieren. Kostenlose Handysammelboxen können aber alle Motivierten anfordern.

Die Deutsche Umwelthilfe und die Telekom Deutschland haben ihre Unterstützung für die Aktion “fragen.durchblicken.handeln” zugesagt. Sie wird von Kirchen und Organisationen aus der Zivilgesellschaft in Baden-Württemberg durchgeführt. Ziel ist es, gebrauchte Mobiltelefone einzusammeln, der Verwertung zuzuführen sowie über ökologische und gesellschaftliche Auswirkungen der Herstellung von Mobiltelefonen zu informieren.

In den kommenden beiden Jahren hoffen die Beteiligten auf diese Weise 100.000 Althandys zusammenzubekommen. Die sollen entweder weiterverwendet oder umweltgerecht recycelt werden. Die Erlöse aus der Aktion gehen zu gleichen Teilen an Entwicklungsprojekte der kirchlichen Träger und an Umwelt- und Naturschutzprojekte der Deutschen Umwelthilfe.

Alte Handys (Bild: Peter Marwan)

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und die Telekom Deutschland unterstützen die Aktion mit dem neu entwickelten Handysammelcenter. Dabei handelt es sich um Boxen, die über die Projektwebsite von Gruppen kostenlos angefordert werden und vor Ort für deren Sammlungen verwendet werden können. Die auf diesem Wege eingesammelten Handys werden an das Unternehmen Teqcycle Solutions, einen Kooperationspartner der Telekom, gesandt und weiterverwendet oder umweltgerecht recycelt. Die Telekom arbeitet mit der Firma bereits bei der Altgeräterücknahme beziehungsweise dem Altgeräteankauf in ihren Shops zusammen.

Die Sammelaktion ist Teil der Kampagne “Die Handy-Aktion – fragen.durchblicken.handeln“. Mit ihr wird über Ressourcenschutz, Rohstoffe und Produktion von Mobiltelefonen informiert. Laut Gottfried Heinzmann, Leiter des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg richtet sie sich in erster Linie an Jugendliche, die so erfahren sollen,“unter welchen Bedingungen ein Mobiltelefon hergestellt wird, welche Rohstoffe gebraucht werden und was das mit ihnen zu tun hat.”

Laut Cornelia Szyszkowitz von der Abteilung Information und Nachhaltigkeit der Deutschen Telekom Technik GmbH sind bisherigen Erfahrungen zufolge etwa zehn Prozent der gesammelten Handys voll funktionsfähig und für die Weiternutzung geeignet. Von den Geräten werden alle Daten gelöscht, bevor sie wieder auf den Markt gebracht werden. Dadurch verbessere sich deren Ökobilanz erheblich.

“Die Rückgabe von alten Elektrogeräten in Deutschland ist nicht verbraucherfreundlich. Dies liegt auch daran, dass der Handel bisher nicht verpflichtet ist, Elektroaltgeräte zurückzunehmen”, so Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Umwelthilfe. “Das System des Handysammelcenters hingegen hat Vorbildcharakter. Die Abgabe über die Sammelboxen ist unkompliziert und macht es den Bürgern leicht, sich am Umweltschutz zu beteiligen. Der Gesetzgeber sollte sich an der Aktion ein Beispiel nehmen und solch hohe Standards für die Rücknahme von Elektroaltgeräten bei der Novellierung des ElektroG berücksichtigen.”

Über www.handysammelcenter.de können sich sowohl Vereine als auch Firmen und Behörden – die Telekom zusammen mit der DUH schon seit Herbst 2014 dafür begeistern will – sowie auch Verbraucher anmelden, um eine eigene Althandysammlung zu starten. Das ebenfalls von DUH und Telekom ins Leben gerufene Programm “Fifty-Fifty” richtet sich dagegen an Schulen, Schulklassen und regionale Umwelt- oder Naturschutzgruppen. Die müssen zur Teilnahme allerdings ein förderfähiges Projekt vorweisen können. Für das bekomemn sie dann pro gesammeltem Altgerät 1,50 Euro. Derselbe Betrag geht dann noch einmal an die Umwelthilfe.

Neben diversen Ankaufsportalen für Altgeräte nehmen inzwischen auch schon Ebay und Amazon, sowie Hersteller wie Apple und Blackberry Altgeräte gegen Entgelt zurück. Alte Mobilgeräte spenden kann man zudem zum Beispiel auch beim Münchner Zoo und Krefelder Zoo, die damit gezielt Projekte im Tierschutz unterstützen. Der Kölner Zoo arbeitet dagegen mit dem britischen Ankaufsportal Zonzoo zusammen, dort kann man sich einen Adressaufkleber (PDF) ausdrucken und damit das Altgerät einschicken.

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