HP will sich ab Anfang August in Deutschland aufspalten

Unternehmen
hp-logo-gespalten (Bild: ITespresso)

Hierzulande wird es mit Hewlett-Packard Enterprise und HP Inc zwei separate Unternehmen geben. Bis 1. November soll der Aufspaltungsvorgang abgeschlossen sein. Die existierenden Partner- und Kundenbeziehungen sollen möglichst unverändert erhalten bleiben.

HP forciert seine im Oktober 2014 bekannt gegebene Zweiteilung in Hewlett-Packard Enterprise und HP Inc. In Deutschland wird es ebenso wie in den USA zwei getrennte Unternehmen geben. Der Aufspaltungsprozess soll hierzulande am 1. August beginnen und zum 1. November abgeschlossen sein. Die Zuständigkeit des HP-Vertriebs wird bis zum Ende des Geschäftsjahres unverändert bleiben.

HP_Jochen_Erlach (Bild: HP)
Jochen Erlach wird mit HP Inc Deutschland eines der beiden separaten Unternehmen leiten (Bild: HP).

“Es werden zwei sehr finanzstarke Firmen entstehen”, teilte Jochen Erlach, Geschäftsführer der Hewlett-Packard GmbH sowie General Manager und Vice President der Printing and Personal Systems Group Germany, mit. Er wird künftig die Leitung von HP Inc Deutschland übernehmen.

Zwar seien beide Unternehmen etwa gleich stark in Sachen Umsatz und Gewinn, HP Enterprise beschäftige jedoch rund 80 Prozent des Personals. Die vorhandenen Partner- und Kundenbeziehungen sollen möglichst unverändert erhalten bleiben. In Bereichen, in welchen routinemäßig Anpassungen erfolgen, würde dies vor dem 1. November passieren.

“Wir sind bei der Separation sehr gut unterwegs. Etwa ein Prozent der Mannschaft arbeitet Vollzeit an diesem Prozess. Das Geschäft wird nicht nach unten gehen, wir starten weiter durch”, hebt Erlach hervor. Kritisch seien lediglich Projekte, die beide Produktbereiche betreffen. Allerdings handele es sich hierbei nur um einen niedrigen zweistelligen Prozentsatz. Beide Unternehmen sollen weiter eng zusammenarbeiten.

In den vergangenen Monaten verbuchte HP einige positive Entwicklungen. Der Marktanteil des kommerziellen PC-Geschäfts in Deutschland ist IDC zufolge auf 22,5 Prozent angewachsen, das sind 2,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anteil im Desktop-Bereich stieg im Vergleich zum Vorjahr von 18,3 auf 21,3 Prozent. Bei Notebooks hält HP jetzt 24 Prozent (Vorjahr 22,5 Prozent) und hat somit Lenovo überholt. “Unser Design muss sich nicht hinter Consumer-Produkten verstecken”, betont Erlach. “Wir bieten Innovationen bei Sicherheit (Verschlüsselung, Safe Start) und haben auf der Wettbewerbsseite riesige Fortschritte gemacht”.

Im Bereich der Drucker hat sich die Lasertechnologie auf einen Marktanteil von 22 Prozent eingependelt (Vorjahr 22,3 Prozent). Beim Tintendruck konnte HP seine Führungsposition mit einem Zuwachs von 46,3 auf 47,7 Prozent Marktanteil ausbauen.

HP will darüber hinaus in Zukunft verstärkt Innovationen forcieren und zwar in drei Stufen. Die erste umfasst unter anderem PC und Druck sowie Betriebssysteme und Architekturen. Die zweite beinhaltet 3D-Druck, Internet der Dinge, Digitales Verpacken, Services, neue Ökosysteme und IT als Anwendung. Die dritte Stufe betrifft neue Anwendungsarten für Technologien.

Bereits Ende Oktober 2014 hatte HP mit der 3D-Drucktechnik Multi Jet Fusion eine Innovation im Druckerbereich angekündigt. Sie soll zehnmal höhere Geschwindigkeiten als gegenwärtige Systeme ermöglichen und damit auch für niedrigere Druckkosten sorgen. Außerdem soll ein neues Druckverfahren durch die Kombination mehrerer flüssiger Materialien die Präzision und auch die Qualität der gedruckten Gegenstände verbessern. Erste 3D-Drucker mit der neuen Technik kommen jedoch erst 2016 auf den Markt.

[mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen