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DE-CIX plant Internet Exchange in Istanbul

Türkei (Bild: ITespresso.de)
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Damit soll Internet Service Providern aus der Türkei, dem Iran, den Ländern im Kaukasus und dem Nahen Osten ein neutraler Austauschpunkt geboten werden. DE-CIX Istanbul wird mit der auch in Deutschland verwendeten Technologie ausgestattet. Er soll im dritten Quartal 2015 den Betrieb aufnehmen – ebenso wie die bereits angekündigten neuen Austauschpunkte in Marseille und Palermo.

Die DE-CIX International AG wird einen neuen Internet Exchange in Istanbul einrichten. Internet Service Provider aus der Türkei, dem Iran, den Ländern im Kaukasus und dem Nahen Osten bekommen mit dem DE-CIX Istanbul einen neutralen Austauschpunkt für ihren Internetverkehr. Dieser wird mit der seit 2013 in Deutschland bewährten Technologie ausgestattet und soll im dritten Quartal 2015 zunächst an einem Standort den Betrieb aufnehmen. Mit der Zeit wird der neue Internet Exchange dann auf mehrere Rechenzentren im Stadtgebiet verteilt.

Blick in den DE-CIX in Frankfurt (Bild: De-CIX).
Blick in den DE-CIX in Frankfurt (Bild: DE-CIX).

“Istanbul ist schon lange ein Zentrum für Finanzen, Logistik und Transport. In Frankfurt haben wir gesehen, dass die Internetinfrastruktur diesen Entwicklungen folgt”, so Harald A. Summa, Vorstand der DE-CIX International AG, in einer Pressemitteilung. “Der Bedarf, die Verkehrsströme miteinander zu verbinden, die von anderen Regionen in Istanbul zusammenkommen, ist enorm gewachsen. Anbieter von Video, Cloud, Gaming und anderen Internet Services werden über den neuen Internet Exchange ihre Inhalte dann ohne weitere Umwege direkt in die Breitbandnetze übergeben können, an die die Internetnutzer angeschlossen sind.”

Laut DE-CIX existiert in der Türkei mit über 470 Internet Service Anbietern ein großer und da erst 46 Prozent der türkischen Bevölkerung das Internet nutzen – weiter wachsender Markt für Internetdienste. Durch ihn werden bereits große Mengen an Internetinhalten mit nationaler und regionaler Bedeutung erstellt. Istanbul biete sich zudem an, da dort mehrere terrestrischer und Seekabel-Systeme für Telekommunikations- und Datenverkehr vom und zum Nahen Osten zusammenlaufen.

Wie DE-CIX bereits früher angekündigt hat, sollen im Laufe des dritten Quartals 2015 auch die Standorte in Palermo du Marseille den Betrieb aufnehmen. Auch sie werden in Carrier-neutralen Rechenzentren untergebracht sein. Der Internet Exchange in Palermo liegt dann näher an Nordafrika und dem Nahen Osten als jeder andere europäische Peering Point. Auch hier war mit auschlaggebend, dass dort wichtige Unterseekabel enden. Dasselbe gilt für Marseille. Dort enden aktuell acht Unterseekabel und rund 100 Carrier betreiben ein Rechenzentrum in der südfranzösischen Stadt oder leiten ihren Traffic zumindest dort durch.

Der DE-CIX in Frankfurt am Main wird von der DE-CIX Management GmbH betrieben, einer hundertprozentigen Tochter des eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. Die DE-CIX International AG, ebenfalls eine eco-Tochter, verantwortet das internationale Geschäft verantwortlich. Sie nahm mit dem UAE-IX in Dubai 2012 den Betrieb ihrer ersten Interconnection-Plattform im Ausland aus. 2013 kam dann der DE-CIX New York dazu.

Tipp der Redaktion: Fast unbemerkt will sich die Türkei am Rande Europas zum IT-Zukunftsmarkt entwickeln. Die Voraussetzungen sind günstig: Die Regierung investiert kräftig in IT und lockt in- und ausländische Firmen mit günstigen Konditionen. ITespresso gibt eine Überblick über die Aktivitäten.

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Journalist, Chefredakteur von ITespresso.de. Sucht immer nach Möglichkeiten und Wegen, wie auch kleine Firmen vom rasanten Fortschritt in der IT profitieren können. Oder nach Geschäftsmodellen, die IT benutzen, um die Welt zu verbessern - wenigstens ein bisschen.

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