SANS Institute startet mit Cyber Academy Schulungsangebot für Security-Spezialisten

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SANS Institute Cyber Academy (Screenshot: ITespresso bei Vimeo)

Zweimal im Jahr sollen in einem achtwöchigen Intensivkurs Kenntnisse vermittelt werden, die man normalerweise in 24 Monaten erwirbt. Teilnehmer erfahren, wie Cyberkriminelle arbeiten und wie sie Angriffen begegnen. Anmeldungen werden nur von Firmen entgegengenommen.

Die Schulungs- und Zertifizierungsorganisation SANS Institut hat mit der Cyber Academy ein kompaktes Schulungsangebot für IT-Sicherheitsexperten aufgelegt. In dem achtwöchigen Kurs sollen Teilnehmer das Wissen vermittelt bekommen, das üblicherweise in einer 24-monatigen Ausbildung erworben wird. Dazu werden bestimmte Auswahlkriterien festgelegt. Teilnehmer anmelden können nur Firmen. Einzelpersonen steht jedoch die Möglichkeit offen, sich für ein Stipendium zu bewerben.

In jedem Fall geht der Teilnahme ein Assessment voraus. Was dabei genau verlangt und geprüft wird, erklärt der Anbieter in der Kursbeschreibung (PDF). Der erste der Kurse beginnt am 1. September in Wales und kostet umgerechnet knapp 35.000 Euro. Wer das auch als Cyber-Boot-Camp bezeichnete Angebot erfolgreich abschließt, nimmt zwei Zertifizierungen mit nach Hause: Die zum GSEC (GIAC Security Essentials Certification) und die als GCIH (GIAC Certified Incident Handler Certification).

“Die Nachfrage nach Fachkräften im Bereich Cyber-Sicherheit steigt stetig und es kommen nicht genügend Absolventen nach, um diese Lücke kurzfristig zu schließen. Wir müssen daher schnellstmöglich neue Fachkräfte schaffen, anstatt den ohnehin schon begrenzten Pool weiter leer zu schöpfen”, erklärt Manuel Schönthaler, Direktor Deutschland beim SANS Institut. Seiner Ansicht nach gibt bereits viele “hervorragende, langfristige Initiativen, um einen zukünftigen Talentpool an Cyber-Sicherheits-Fachkräften aufzubauen.” Bis jetzt habe es jedoch noch keine Möglichkeit gegeben, die Qualifikationslücke innerhalb von wenigen Wochen zu schließen. Genau da setze man daher an.

In dem Cyber-Boot-Camp wird Teilnehmern vermittelt, wie Cyberkriminelle arbeiten und wie sie darauf reagieren können. Außerdem lernen sie den korrekten Aufbau eines Unternehmensnetzwerks kennen, und erfahren, wie Hacker denken, agieren und sich Zugriff auf vertrauliche Daten verschaffen. Praktische Übungen, mit denen auch Fehler in nichtalltäglichen Systemen gefunden werden sollen und sie sich mit speziell geschriebener Malware beschäftigen, runden das Programm ab.

Die SANS Cyber Academy www.sans.org/ukcyberacademy soll künftig zweimal im Jahr stattfinden. Der Anbieter arbeitet bei Vorbereitung und Durchführung eng mit Unternehmen und Universitäten zusammen. Das SANS Institut wurde 1989 als genossenschaftlich organisierte Forschungs- und Ausbildungseinrichtung gegründet und ist heute eine anerkannte Schulungs- und Zertifizierungsorganisation für das Thema Informationssicherheit. Das Institut betreibt auch das Internet Storm Center, ein Frühwarnsystem, das bösartige Aktivitäten im Internet überwacht und meldet.

Wer eine traditionellere Ausbildung im Bereich IT-Security anstrebt respektive keine Firma als Sponsor für das Angebot des SANS Institut im Rücken hat, kann sich etwa den im Wintersemester wieder beginnenden Bachelor-Studiengang IT-Security an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen anschauen. Absolventen können etwa den Beruf des IT-Forensikers, des Malware-Analysten oder des IT-Security Consultants ergreifen. Bewerbungsschluss ist der 15. Juli.

Die TU Darmstadt bietet den viersemestrigen Master-Studiengang IT-Security an. Dieser vertieft die drei Themenschwerpunkte Kryptographie, Systemsicherheit und Softwaresicherheit. Studierende lernen dabei auch Verschlüsselungsverfahren sowie grundlegende kryptographische Algorithmen und Protokolle kennen. Außerdem werden ihnen Kenntnisse über eingebettete Systeme und Netzwerke beziehungsweise vermittelt und sie lernen, wie sie Sicherheitsarchitekturen für große IT-Systeme konzipieren. Ähnliche Angebote gibt es auch an der FH Brandenburg (Master in Security Management), der Ruhr-Universität Bochum (Bachelor in IT-Sicherheit/Informationstechnik) oder der Hochschule Aalen (Bachelor in IT-Sicherheit). Einen Überblick gibt dieser Artikel bei ITespresso.



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