90 Prozent der Cloud-Anwendungen nicht für den Einsatz in Unternehmen geeignet

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Cloud Computing (Bild: Peter Marwan).

Die Nutzung von Cloud-Anwendungen in Unternehmen nimmt weiter zu. Allerdings wächst damit auch das Sicherheitsrisiko. Wie aus einem Bericht des Anbieters Netskope hervorgeht, arbeitet rund jeder siebte Nutzer mit kompromittierten Log-in-Daten. Außerdem wächst der Anteil nicht genehmigter Cloud-Anwendungen.

Neun von zehn Cloud-Anwendungen, die derzeit in Firmen genutzt werden, sind für den Einsatz in Unternehmen ungeeignet. Zu diesem Schluss kommt der Cloud-Security-Anbieter Netskope in der aktuellen Ausgabe seines Cloud-Reports. Er begründet die – vielleicht etwas zu offensichtlichen Ergebnisse – damit, dass diese Anwendungen auf der von ihm definierten Vertrauensskala lediglich einen Platz im mittleren oder unteren Bereich einnehmen.

Der Netskope Cloud Confidence Index erfasst über 5000 Cloud-Anwendungen, die nach mehr als 40 Kriterien auf Unternehmenstauglichkeit geprüft werden. Diese Kriterien hat Netskope von der Cloud Security Alliance übernommen. Sie beleuchten etwa Sicherheit, Auditierbarkeit und Geschäftskontinuität. Die Ergebnisse der Evaluierung werden auf eine Skala von 0 bis 100 übertragen und fünf Kategorien – von “schlecht” bis “exzellent” – zugeordnet.

In der aktuellen Ausgabe seines Berichts, in der zum ersten Mal auch Daten aus Europa berücksichtigt werden, spricht Netskope insbesondere das Problem kompromittierter Log-in-Daten an. Dem Bericht zufolge arbeiten 13,6 Prozent der Nutzer mit derartigen Daten, bei Apps aus dem Bereich Customer Relationship Management (CRM) sind es sogar 23,6 Prozent.

Die laut Netskope meistgenutzten Cloud-Apps in europäischen Firmen (Grafik: Netskope).
Die laut Netskope meistgenutzten Cloud-Apps in europäischen Firmen (Grafik: Netskope).

Überraschen dürfte die hohe Zahl an Cloud-Anwendungen, die genutzt werden. Im Schnitt sind es in Unternehmen in Europa 511 Anwendungen, bei 15 Prozent der Unternehmen sollen es sogar über 1000 sein. Weltweit nutzen mehr als ein Viertel der Unternehmen jeweils mehr als 1000 unterschiedliche Cloud-Apps pro Monat. Der Durchschnitt – aus erlaubten und nicht genehmigten Apps – liegt bei 730 Anwendungen. Da sind 16 Prozent mehr als im vorangegangenen Quartal.

“Obwohl es mittlerweile in Unternehmen ein grundlegendes Verständnis von Shadow IT gibt, werden täglich mehr und mehr nicht genehmigte Cloud-Anwendungen genutzt”, sagt Sanjay Beri, CEO und Gründer von Netskope. “Das sollte IT-Teams zum Nachdenken bringen, aber nicht in Panik versetzen. Ob man es mag oder nicht, so sieht die Realität für die IT heute aus; es ist daher für Unternehmen unverzichtbar, tiefgreifende Einsicht und Kontrolle ihrer Cloud-Infrastruktur zu behalten – so können sie verdächtige Muster erkennen und angehen, bevor sie zum Problem werden.”

Die umfangreichste Kategorie bei den Geschäftsanwendungen sind nach wie vor Marketing-Apps. Gerade hier sind jedoch so gut wie alle Apps als bedenklich eingestuft. Dasselbe gilt allerdings auch für Apps in Kategorien wie Human Resources, Produktivität, Content Management und Finanzen/Accounting.

Anteil der für den Unternehmenseinsatz ungeeigneten Cloud-Apps
(laut Netskope, April 2015)

Kategorie Apps pro Unternehmen Nicht für Unternehmen ausgelegt
Marketing 53 99,0 Prozent
Cloud-Speicher 37 60,6 Prozent
Collaboration 34 73,7 Prozent
CRM/Vertrieb 29 85,0 Prozent
Produktivität 24 96,2 Prozent
Software-Entwicklung 24 89,3 Prozent
Finanzen/Buchhaltung 24 90,9 Prozent
Social 23 76,4 Prozent
Personalwesen 19 95,8 Prozent
Content Management 16 96,5 Prozent

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