Google will mit Netzwerkprotokoll QUIC das Web schneller machen

DeveloperIT-Projekte
Websites WWW (Bild: Shutterstock Angela Waye)

Es verkürzt die zum Laden und Puffern einer Website benötigte Zeit. Wenn alles passt, bauen Client und Server per QUIC eine Verbindung ohne jegliche Verzögerung auf. Mit Chrome laufen inzwischen 50 Prozent der Anfragen an Googles eigene Server über das Protokoll.

Google hat Details zu seinem experimentellen Netzwerkprotokoll Quick UDP Internet Connections (QUIC) genannt. Es soll vor allem die Paketumlaufzeit reduzieren und so Internetverbindungen beschleunigen. Im zurückliegenden Quartal hat der Konzern den Traffic zu seinen eigenen Services, den er über QUIC leitet, deutlich erhöht. Außerdem wurde die Leistungsfähigkeit des Protokolls beim Einsatz in großem Umfang erstmals analysiert.

“Die Daten zeigen, dass QUIC einen echten Performance-Vorteil gegenüber TCP bietet”, schreiben die Google-Mitarbeiter Alyssa Wilk, Ryan Hamilton und Ian Swett im Chromium-Blog. QUIC reduziere die Latenzzeit beim Verbindungsaufbau und biete mehr Kontrolle bei Überlastungen und eine bessere Wiederherstellung verlorener Pakete.

Im Gegensatz zu herkömmlichen TCP- und TLS-Verbindungen kann QUIC die Ladezeiten und das Puffern einer Website verkürzen, da weniger Kommunikation zwischen Client und Server benötigt wird. Bei TCP und TLS läuft die Kommunikation zuerst zwei bis dreimal zwischen Server und Client hin und her, bevor eine sichere Verbindung aufgebaut wird. QUIC ist hingegen so gestaltet, dass wenn ein Client bereits mit einem bestimmten Server kommuniziert hat, er sofort Daten schicken kann, wodurch Websites schneller geladen werden”, heißt es weiter von Google.

QUIC soll vor allem die Latenzzeit beim Aufbau einer Verbindung zwischen Client und Server verkürzen (Bild: Google).
QUIC soll vor allem die Latenzzeit beim Aufbau einer Verbindung zwischen Client und Server verkürzen (Bild: Google).

Laut Googles Tests vergehen bei einer TCP-Verbindung rund 100 Millisekunden, bis eine Verbindung zwischen Sender und Empfänger steht. Wird die Verbindung per TLS verschlüsselt, dauert es beim ersten Verbindungsaufbau bis zu 300 Millisekunden – wenn Sender und Empfänger bereits kommuniziert haben immer noch 200 Millisekunden. Mit Googles QUIC-Protokoll, das TCP mit TLS entspricht, wird eine Verbindung in maximal 100 Millisekunden aufgebaut. Kennen sich Sender und Empfänger bereits, gibt es keinerlei Verzögerung.

QUIC wird allerdings bisher nur von Googles eigenem Browser Chrome unterstützt. Laut Google laufen inzwischen rund 50 Prozent aller Anfragen von Chrome an Googles Server über das neue Netzwerkprotokoll. Youtube-Nutzer melden nach Unternehmensangaben zudem 30 Prozent weniger Rebuffering oder Verbindungsabbrüche beim Videostreaming.

Darüber hinaus will Google das Protokoll der Internet Engineering Task Force (IETF) als Standard vorschlagen. Zuvor müsse die Referenz-Implementierung aber noch von SPDY-over-QUIC auf HTTP2-over-QUIC umgestellt werden. Zudem will Google die serverseitige Skalierbarkeit und die Fehlerkorrektur verbessern und Support für Multipath-Verbindungen hinzufügen.

[mit Material von ZDNet.de]

Tipp: Wie gut kennen Sie Google? Testen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen bei ITespresso.