Digital Ocean eröffnet Rechenzentrum für IaaS in Deutschland

CloudIAAS
Digitalocean FRA1 (Bild: Digitalocean)

Der Cloud-Infrastruktur-Anbieter Digital Ocean hat ein IaaS-Center in Frankfurt am Main eröffnet. Von anderen Hostern grenzt er sich ab, indem er vor allem Web-Entwickler und Start-ups anspricht. Ein Cloud-Server lasse sich in 55 Sekunden starten, verspricht er.

Der US-Hoster Digital Ocean hat ein Rechenzentrum in Frankfurt am Main in Betrieb genommen. Der Cloud-Infrastruktur-Anbieter richtet sich gezielt an Software-Entwickler. Davon bedient das New Yorker Unternehmen eigenen Angaben zufolge bereits 400.000, nun wolle man zusätzlich die deutsche Webentwicklerszene ansprechen.

Digital Ocean eröffnet Rechenzentrum für IaaS in Deutschland (Bild: Digital Ocean)
Digital Ocean will mit seinem Rechenzentrum für IaaS in erster Linie Entwickler ansprechen (Bild: Digital Ocean).

Auf derzeit über 4,5 Millionen Servern, beim Anbieter “Droplets” genannt, laufen vor allem Anwendungen, etwa Hobby-Projekte, Blogs, Mobile Applikationen, Online-Shops und die Entwicklungsarbeiten oder fertigen Ergebnisse von Web-Start-ups. Kunden können laut Anbieter einen auf SSD-Laufwerken basierenden Cloud-Server in rund 55 Sekunden starten und sofort für Software-Entwicklungsprojekte nutzen.

Die Preise beginnen bei 5 Dollar im Monat für 512 MByte RAM, 20 GByte SSD, 1 CPU und 1 TByte Datentransfervolumen. Für 10 Dollar monatlich sind 1 GByte Speicher, ein Prozessor, 30 GByte SSD und 2 GByte Traffic geboten. 20 Dollar im Monat bringen 2 GByte Speicher, 2 Prozessorkerne, 40 GByte SSD und 3 TByte Transfer.

Zudem gibt es ein 40-Dollar-Paket mit doppelt so viel Speicher wie im 20-Dollar-Angebot, 60 GByte SSD und 3 TByte Datenverkehr. Bei der Offerte für 80 Dollar im Monat sind 80 GByte Speicherplatz, 4 CPU-Kerne, 80 GByte SSD-Speicher und 6 TByte Transfer enthalten.

Das Interface verfügt über eine Web-Bedienkonsole, die für umfangreiche Projekte auch per API angesteuert werden kann. Digitalocean verwendet KVM-Virtualisierung und bietet eine frei zugängliche Bibliothek mit Erklärungen und Tutorials zur Server-Konfiguration und -Optimierung an.

Als Speicher nutzt der Anbieter nur Solid State Drives, weil er so wesentlich schneller als mit Festplatten Änderungen an der Konfiguration und dem Preismodell bereitstellen kann – und damit der wartezeitfreie Zugriff von Internet-Usern auf die dort gehosteten Dienste gewährleistet ist.

Der Betreiber bietet sechs Linux-Distributionen zur sofortigen Installation an: Ubuntu, CentOS, Debian, Fedora, CoreOS und FreeBSD. Für Entwickler stellt er außerdem Anwendungen und Entwicklungsumgebungen bereit: Mit einem Klick können sie installiert und in Betrieb genommen werden. Dazu gehören unter anderem Pakete wie LAMP, LEMP, MEAN und ELK, Entwicklungsumgebungen wie Ruby on Rails, Django und Docker sowie Anwendungen wie die E-Commerce-Software Magento, die CMS-Lösungen WordPress und Ghost, Mediawiki und die File-Hosting-Software Owncloud.

Im Service Level Agreement garantiert Digital Ocean 99,9 Prozent Verfügbarkeit der gehosteten virtuellen Server. Sollte es trotzdem einen Ausfall geben, wird die Zeit dem Nutzer gutgeschrieben, verspricht der Anbieter.

Die Neueröffnung in Frankfurt erhöht die Zahl der Rechenzentrumsstandorte von Digital Ocean auf zehn. Nach Amsterdam und London ist es der dritte in Europa. Der Anbieter erkennt, dass es “für manche Projekte von Vorteil” ist, “wenn die zugehörigen Daten innerhalb der deutschen Grenzen gehostet werden”. Der einzige Punkt, den Kritiker im Sinne von Datenschutz noch anmelden können, ist der Stammsitz des Unternehmens: Als US-Firma ist Digital Ocean verpflichtet, auf Verlangen den US-Behörden Daten herauszugeben.

Der Dollarpreis wird tagesaktuell umgerechnet. Digital Ocean bietet alternativ zu den Monatsabopreisen an, stundengenau abzurechnen. Der Kunde kann über Kreditkarte und Paypal bezahlen.

Tipp: Sind Sie ein Fachmann in Sachen Cloud Computing? Prüfen Sie Ihr Wissen mit 15 Fragen auf ITespesso.de

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen