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Nokia erwägt angeblich Verkauf des Kartendienstes Here

Nokia Here Logo (Grafik: Nokia)
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Als Interessent ist der Fahrdienstvermittler Uber im Gespräch. Nokia hat offenbar aber auch Kontakt zu einer Gruppe deutscher Automobilhersteller. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Kartensparte trotz eines Umsatzes von 970 Millionen Euro einen operativen Verlust.

Nokia sucht angeblich Käufer für seinen Kartendienst Here. Wie Bloomberg berichtet, will sich das Unternehmen in Zukunft auf sein Netzwerkgeschäft konzentrieren. Die Transaktion soll Nokia überdies dabei helfen, ein besseres Schuldenrating zu erzielen.

Der Kartendienst Nokia Here steht auch auf Android-Smartphones zur Verfügung (Bild: Samsung)
Der Kartendienst Nokia Here steht auch auf Android-Smartphones zur Verfügung (Bild: Samsung).

Potenzielle Käufer, die Nokia den Quellen von Bloomberg zufolge kontaktiert hat, sind der Fahrdienstvermittler Uber sowie mehrere Private-Equity-Firmen. Zudem soll eine Gruppe deutscher Autohersteller Interesse bekundet haben. Noch in diesem Monat könnten erste Kaufgebote abgegeben werden.

Nokias Bilanz weist für die Kartensparte Here einen Wert von etwa 2 Milliarden Euro aus, heißt es weiter in dem Bericht. Seit 2008 habe sie damit signifikant an Wert verloren. Für den 2008 gekauften US-Kartenanbieter Navteq, aus dem Here hervorgegangen ist, hatte Nokia noch 8,1 Milliarden Dollar bezahlt.

Für den Verkauf hat Nokia Bloomberg zufolge auch einen Finanzberater eingestellt. Dass das Unternehmen den Geschäftsbereich dennoch nicht abstößt, sei nicht ausgeschlossen. Ob die Transaktion zustande komme, hänge letztlich vom zu erzielenden Preis ab. Im vergangenen Jahr habe die Here-Sparte 970 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet. Der operative Verlust lag allerdings bei 1,24 Milliarden Euro. Darin sind aber auch eine einmalige Wertberichtigung in Höhe von 1,21 Milliarden Euro enthalten.

Laut früheren Berichten hatte Nokia versucht, sein Kartengeschäft gemeinsam mit der Handysparte an Microsoft zu veräußern. Das sei allerdings an Nokias Preisvorstellungen gescheitert. Stattdessen lizenzierte der Konzern aus Redmond die Here-Technologien für seine Windows Phones und Windows-Geräte. Die Here-Kartendaten fließen ebenso in Microsofts eigenen Kartendienst Bing Maps ein.

Den Erlös aus dem Verkauf von Here könnte Nokia Bloomberg zufolge nutzen, um sein Netzwerkgeschäft durch Übernahmen gegen Alcatel-Lucent zu stärken. Zudem wolle Nokia-CEO Rajeev Suri die Schuldenlast seines Unternehmens reduzieren, um das derzeitige Rating zu verbessern.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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Seit September 2013 ist Rainer hauptsächlich für ITespresso im Einsatz, schreibt aber gerne auch mal hintergründige Artikel für ZDNet und springt ebenso gerne für silicon ein. Er interessiert sich insbesondere für die Themen IT-Security und Mobile. Sein beständiges Ziel ist es, die komplexe IT-Welt so durchsichtig und verständlich wie möglich abzubilden.

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