Reparaturservices für Smartphones schneiden überwiegend schlecht ab

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Kaputtes iPhone (Bild: Kai Schmerer)

Huawei beseitigte im Test der Stiftung Warentest zwar die Schäden anstandslos, brauchte dafür aber im Durchschnitt 16 Tage. Apple wurde zwar mit “Gut” bewertet – repariert aber gar nicht, sondern tauscht gleich aus. HTC erhält ein miserables Testergebnis und wechselt seinen Servicepartner.

Die Stiftung Warentest hat Reparaturdienste von sechs Smartphoneherstellern sowie drei unabhängige Online-Dienstleister untersucht. Insgesamt waren die Leistungen bei weitem nicht zufriedenstellend. Mit der Gesamtnote Gut (2,0) schnitt Apple am besten ab. Das ist allerdings auch darauf zurückzuführen, dass hier gar nicht reapriert wurde: Der Hersteller tauschte zum Preis von 207 Euro das beschädigte Gerät lediglich gegen ein intaktes Exemplar aus. Das sicherte ihm jedoch zugleich auch eine gute Bewertung in der Kategorie Kundenorientierung.

Kaputtes iPhone (Bild: Kai Schmerer)

Daneben wurden nur durch Huawei die Schäden zur Zufriedenheit der Tester beseitigt. Das dauerte jedoch im Durchschnitt 16 Tage (Note 3,5). Dadurch fällt Huawei auf Befriedigend (2,6). Für die Reparaturleistungen alleine hatte der Hersteller eine 1,9 erhalten. Bei Samsung lief es der Stiftung Warentest zufolge mittelmäßig, Sony habe nur die Hälfte erledigt und bei LG wurden im Rahmen der Reparatur alle persönlichen Daten gelöscht.

Die Mängel in den AGB stufen die Tester bei Huawei als gering ein. Damit hebt es sich wohltuend von Apple und drei weiteren Anbietern ab, die sich den Vorwurf deutlicher Mängel in ihren allgemeinen Geschäftsbedingungen gefallen lassen müssen.

Im Rahmen des Tests von Reparaturservices für Smartphones sollten jeweils drei Geräte mit einem Displayschaden sowie einer kaputten Kopfhörerbuchse instandgesetzt werden. Dieses Schadensbild wurde gewählt, da ein geborsetenes Display zu den häufigsten Schäden bei Mobiltelefonen gehört und regelmäßig als selbst verschuldeter Schaden nicht unter die gesetzliche Gewährleistung fällt. Bei einem Drittel aller Reparaturen blieben die Kopfhörerbuchsen defekt, obwohl auf den Schaden aufmerksam gemacht wurde.

Mit der Note 5,4 schnitt HTC in dem Test am schlechtesten ab. Laut Stiftung Warentest wurde die Reparatur eines One X in zwei Fällen mit der Bründung abgelehnt, dass es ein halbes Jahr nach Ablauf der Gewährleistung keine Ersatzteile mehr gebe. Für ein weiteres One X erhielten die Tester einen Kostenvoranschlag, der rund 170 Euro über dem aktuellen Neupreis lag. Der Smartphonehersteller hat das Problem offenbar erkannt und inzwischen seinen Servicepartner gewechselt.

Auch die getesteten unabhängigen Online-Reparaturdienste schneiden nicht besser als die Hersteller und ihre deutschen Servicepartner ab. Sie sollten je ein Handy von Apple, Samsung und Sony instandsetzen, was aber keinem zufriedenstellend gelang. Die Stiftung Warentest kritisiert auch, dass Kunden den Schaden auf den Anbieter-Webseiten selbst diagnostizieren sollen. In einem Fall wurde zudem ein Akku grundlos gewechselt. Nicht in den Test einbezogen wurden kleine Vor-Ort-Werkstätten, da sich ihre Reparaturqualität kaum verallgemeinern ließe.

Der ausführliche Test erscheint in der April-Ausgabe der Zeitschrift “Test”, die ab 27. März erhältlich ist. Online ist der Artikel Reparaturservices für Smartphones bereits jetzt zum Preis von 1,50 Euro abrufbar.

[mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

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