Sechs Start-ups beim Gründerwettbewerb IKT Innovativ ausgezeichnet

Start-UpUnternehmen
Gründerwettbewerb IKT Innovativ (Bild: BMWi))

Sie setzten sich unter 542 Bewerbern durch. Je 30.000 Euro als Startkapital für die Unternehmensgründung erhielten Chromosome Industrial, ENIT Agent, ioxp, LowoTec, Sicoya und Teraki. Letzteres erhielt zudem den von Intel gestifteten Sonderpreis “Mobiles Internet der Dinge”.

Brigitte Zypries, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat am Montag in Hannover an sechs Start-ups die Hauptpreise des vom Ministerium getragenen Gründerwettbewerbs IKT Innovativ vergeben. Unter von 542 Bewerbern setzten sich Chromosome Industrial, ENIT Agent, ioxp, LowoTec, Sicoya und Teraki durch. Sie können nun mit dem Startkapital von 30.000 Euro die Unternehmensgründung in Angriff nehmen. Teraki wurde zudem mit dem von Intel gestifteten Sonderpreis “Mobiles Internet der Dinge” ausgezeichnet. Interessierte Gründer können sich in der bereits laufenden nächsten Wettbewerbsrunde noch bis zum 31. Mai 2015 bewerben.

Preisverleihung Gründerwettberwerb - IKT innovativ CeBIT 2015 (Bild: BMWi/Wolfgang Borrs)
Brigitte Zypries, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, während der Preisverleihung der aktuellen Runde von IKT Innovativ auf der CeBIT 2015 (Bild: BMWi/Wolfgang Borrs).

“Ich freue mich, dass wir im Jahr 2014 erneut mehr Bewerber als je zuvor zur Teilnahme am Gründerwettbewerb – IKT Innovativ motivieren konnten. Das zeigt, dass das Potenzial für Neugründungen noch lange nicht ausgeschöpft ist”, erklärte Brigitte Zypries, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, im Rahmen der Preisverleihung.

Die Preisträger der aktuellen Runde des Gründerwettbewerbs IKT Innovativ verfolgen alle recht unterschiedliche Ansätze. Gemeinsam ist ihnen aber, dass sie Angebote entwickeln wollen, die letzendlich Firmen zugutekommen. Chromosome Industrial möchte mit dem Preisgeld eine Software entwickeln, die hilft, Kosten für die Programmierung von Produktionslinien deutlich zu reduzieren. Mittelständische Industrieunternehmen mit erhöhtem Energieverbrauch sollen mit der Software ENIT Agent wiederum ihre Energiekosten reduzieren können.

Das Start-up ioxp nutzt Augmented Reality, um ein digitales, interaktives Handbuch für Monteure zu entwickeln und LowoTec ist eine kombinierte Hardware-Software-Lösung, die die Vernetzung zwischen einem Home-Office-Arbeitsplatz und dem Unternehmensnetzwerk vereinfacht. Dafür ist Anfang März bereits eine Crowdfunding-Kampagne angelaufen. Sie soll 120.000 Euro einbringen und endet am 1. Mai.

Das Start-up Sicoya reduziert ebenfalls Kosten – allerdings für die Ausstattung von Rechenzentren mit Glasfaserkomponenten. Die Gründer von Teraki haben sich darauf konzentriert, die bei Messung in Industrieanlagen entstehenden große Datenmengen in Echtzeit zur Analyse bereitzustellen. Dafür wurde das Start-up zudem mit dem von Intel gestifteten, mit 6000 Euro dotierten Sonderpreis “Mobiles Internet der Dinge” ausgezeichnet.

Gesche Joost, der Digitalen Botschafterin der Bundesregierung bei der EU, während der Podiumsdiskussion auf der CeBIT 2015 (Bild: ITespresso).
Gesche Joost, Digitale Botschafterin Deutschlands bei der EU, während der Podiumsdiskussion auf der CeBIT 2015 (Bild: ITespresso).

In einer Podiumsdiskussion im Vorfeld hatte sich Zypries gegen “ein deutsches Facebook oder Google” ausgesprochen. Ihr gefallen die Geschäftsmodelle nicht, die auf der Monetisierung der Beziehungen der Menschen untereinander basieren. Sie plädierte vielmehr dafür, dass Start-ups in Deutschland ihren eigenen Weg finden – statt nur die vermeintlichen Vorbilder aus den USA nachzuahmen. Zypries gab zudem zu bedenken, das der liberale Politiker Christian Lindner Recht haben könnte, der kürzlich eine neue Kultur des Scheiterns in Deutschland gefordert hatte.

In einer Pressemitteilung verspricht Zypries zudem, den im vergangenen Jahr bei der Start-up-Förderung eingeschlagen Weg weiterzugehen. “Wir wollen in den nächsten Jahren weiter darauf hin arbeiten, die Rahmenbedingungen für Start-ups in Deutschland so zu gestalten, dass sie international noch wettbewerbsfähiger werden. Dabei sind zum Beispiel die Verbesserung von Finanzierung und Startkapital wichtig. Ebenso wollen wir mit Netzwerkveranstaltungen helfen, die Kontakte zwischen Start-ups und der etablierten Industrie zu verbessern.”

Laut Professorin Gesche Joost, Digitale Botschafterin Deutschlands bei der EU, sei es zudem auch wichtig, den EU-Binnenmarkt weiter voranzutreiben. So werde für europäische Start-ups ein größerer Heimatmarkt geschaffen – und ein Nachteil im Vergleich zu US-Start-ups ausgeglichen. Aber auch sie sprach sich ansonsten dafür aus, neue Ideen zu entwickeln, statt ausgetretene Pfaden in den USA zu folgen.Das Potenzial sei in Deutschland durchaus da.

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