Digitalisierung in KMU: Prozessoptimierung läuft, Innovation stockt

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I Digitalisierung in KMU: Prozessoptimierung läuft, Innovation stockt (BIld: IDC)

Microsoft und IDC haben auf der CeBIT eine Umfrage zum Stand der Digitalisierung im deutschen Mittelstand vorgestellt. Demnach sind KMU neuen IT-Technologien gegenüber zwar sehr aufgeschlossen, wollen damit aber vor allem Prozesse verbessern und Kosten senken. Für Innovation kommen sie nachrangig zum Einsatz.

Einer auf der CeBIT vorgestellten IDC-Studie im Auftrag von Microsoft zufolge sehen 80 Prozent der mittelständischen deutschen Unternehmen den Nutzen von moderner Informationstechnologie für ihr Unternehmen und messen ihr künftig einen hohen Stellenwert für das eigene Geschäft zu. Allerdings erkennen sie offenbar nicht die volle Tragweite dessen, was seit ein paar Monaten als Digitalisierung diskutiert wird.

I Digitalisierung in KMU: Prozessoptimierung läuft, Innovation stockt (BIld: IDC)

Denn trotzdem 80 Prozent damit rechnen, dass Informationstechnologie einen zunehmenden Einfluss auf das eigene Geschäftsmodell hat und 78 Prozent davon ausgehen, dass es immer umfassender auf Informationstechnologie basiert, glauben weniger als die Hälfte (48 Prozent), dass sich ihr aktuelles Geschäftsmodell nachhaltig verändern muss, damit sie erfolgreich bleiben.

Als dringenden Aufgaben für ihre Firmen sehen die Befragten die Verbesserung der Betriebsabläufe (44 Prozent), Kostensenkungen (43 Prozent) und eine Steigerung der Produktivität (37 Prozent). Entwicklung neuer Produkte und Services sowie die Möglichkeit, schneller zu Innovationen zu kommen, dagegen nur 26 respektive 21 Prozent. Lynn-Kristin Thorenz, Director Research & Consulting bei IDC Central Europe, gab auf einer Presseveranstaltung auf der CeBIT daher zu bedenken, dass „der Innovationsgedanke schwach ausgeprägt sei“.

Das sei riskant: “Viele Firmen investieren in moderne Lösungen, aber in kleineren Unternehmen fehlt häufig noch ein übergreifender strategischer Ansatz mit Blick auf innovative Geschäftsmodelle.” Dazu kommt, dass nur ein Drittel annimmt, dass branchenfremde Unternehmen oder Start-ups ihr Geschäftsmodell gefährden. Dieses Risiko hält sie für unterschätzt.

Großkonzerne hätten des schon erkannt – zum Beispiel die deutsche Automobilindustrie. “Durch diese Branche ging ein Ruck, als sie erfuhr, dass Google auch ein Auto baut“, so Thorenz. “Die Unternehmen haben die Zeichen der Zeit erkannt, handeln jedoch noch nicht immer entsprechend”, ergänzt Floris van Heijst, bei Microsoft Deutschland für das Mittelstands- und Partnergeschäft verantwortlich. Er führt mit Airbnb, Uber und Tesla weitere Firmen an, die ein ganzes Marktsegement aufgerüttelt haben.

Seiner Ansicht nach ist es dabei sogar unerheblich, ob die damit letztendlich erfolgreich sind, oder ob die etablierten Firmen den Angriff noch einmal abwehren könne: “Der Markt ist danach dennoch gründlich verändert und nie mehr so wie zuvor.”

Der Studie zufolge schöpfen insbesondere Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern die Möglichkeiten moderner IT noch nicht ganz aus. Hauptgrund dafür sind Sicherheitsbedenken (47 Prozent). Viele Kleinunternehmer haben der Umfrage zufolge aber auch schlicht “keine Zeit”, um sich mit modernen IT-Lösungen auseinander zu setzen. Vielleicht sollten sie sich die einfach einmal nehmen – um danach dann mehr davon zu haben.

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