Zuora schließt Finanzierungsrunde über 115 Millionen Dollar ab

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Zuora Logo (Bild: Zuora)

Der SaaS-Anbieter ermöglicht mit seinen Angeboten anderen Firmen ihre Angebote auf Abo-Basis umzustellen. Zu den Investoren gehören Blackrock, Passport Capital und Salesforce-CEO Marc Benioff. In Deutschland fasst das Unternehmen gerade Fuß: Es kann ein Büro in München sowie Unify und Matrix42 als Referenzkunden vorweisen.

Das US-Start-up Zuora hat in einer soeben erfolgreich abgeschlossenen Finanzierungsrunde 115 Millionen Dollar erhalten und sein Gesamtkapital damit auf 250 Millionen Dollar erhöht. Zu den neuen Investoren des 2007 gegründeten Unternehmens zählen Wellington Management, Blackrock, PremjiInvest sowie Passport Capital. Bereits zuvor hatten Benchmark Capital, Greylock Partners, Redpoint Ventures, Index Ventures, Shasta Ventures, Vulcan Capital, Next World Capital sowie Workday-Mitgründer Dave Duffield und Salesforce-CEO Marc Benioff Geld in das Unternehmen gesteckt. Sie sind auch in der neuen Finanzierungsrunde wieder alle mit dabei.

Zuora Logo (Bild: Zuora)

Zuora nimmt für sich in Anspruch, eine neue Softwarekategorie zwischen ERP und CRM zu definieren. Diese bezeichnet es als Relationship Business Management (RBM). Dahinter verbirgt sich letztendlich eine als Software-as-a-Service angebotene Abo-Verwaltungs-Plattform. Was etwas altmodisch klingt, ist allerdings äußerst zukunftsträchtig. Denn schließlich setzen immer mehr Firmen aus ganz unterschiedlichen Branchen auf Geschäftsmodelle mit wiederkehrenden Zahlungen, beziehungsweise modular abrechenbare Dienste. Vorreiter waren dabei Unternehmen wie Amazon, Box, Netflix und Salesforce.com, inzwischen entdecken immer mehr Firmen die sich daraus ergebenden Möglichkeiten.

Zuora bietet ihnen eine Plattform, mit der sie von der Kundenregistrierung über wiederkehrende Zahlungen und Umsatzrealisierung bis hin zur Analyse von Abonnenten-Kennzahlen, die gesamte Kundenbeziehung verwalten können. Der Anbieter selbst bezeichnet das Marktsegment, in dem er tätig ist, als Subscription Economy. Ihm zufolge wird sie jede Branche grundlegend verändern sei es nun der Bereich Entertainment, Technologiebranchen, das Gesundheitswesen, die Industrie samt dem dem Internet der Dinge oder gar den Absatz von Verbraucherprodukten.

Kunden sind heute Subscriber und durch eine neue Form der Zielgruppenansprache, der Abrechnung und der Kundenbindung lassen sich diese Beziehungen monetarisieren”, sagt Tien Tzuo, Mitgründer und CEO von Zuora, in einer Pressemitteilung. “Unsere Finanzierungspartner verstehen, dass dieser Wandel eine milliardenschwere Chance für eine neue Softwarekategorie zwischen bestehenden CRM- und ERP-Systemen darstellt.”

Mit dem nun erhaltenen Investitionskapital plant Zuora die globale Expansion in neue Regionen und zu forcieren. Dazu sollen auch neue Mitarbeiter in Vertrieb, Entwicklung und Marketing eingestellt sowie Forschung und Entwicklung vorangetrieben werden. In Deutschland ist das Unternehmen seit kurzem mit einem Büro in München vertreten. Insgesamt beschäftigt es weltweit derzeit rund 500 Mitarbeiter.

Tien Tzuo, CEO von Zuora (Bild Zuora)
Tien Tzuo, CEO von Zuora (Bild Zuora)

Zu den ersten Kunden hierzulande gehören Unify und Matrix42. Ein weiterer europäischer Kunden ist der IT-Infrastrukturanbieter Schneider Electric. Dessen CIO Hervé Coureil lobt Zuora dafür, dass es seinem Unternehmen helfe “intensivere und wertvollere Kundenbeziehungen” aufzubauen. “Zuora unterstützt uns bei der Entwicklung und Umsetzung von neuen Go-to-Market-Modellen, die für Wachstum und langfristige Wettbewerbsvorteile sorgen werden“, so Coureil weiter. Seine Stellungnahme zeigt, dass offenbar auch Firmen, die nicht zu den klassischen Anbietern von abobasierenden Produkten zählen, davon profitieren können.

Eigenen Angaben zufolge hat sich die Anzahl der Rechnungen, die von Zuora-Systemen verwaltet wurden, 2014 mehr als verdoppelt. Insgesamt sei ein Rechnungswert von ungefähr 42 Milliarden Dollar darüber abgewickelt worden.

“In vielen Branchen werden Erfahrungen und Beziehungspflege immer wichtiger bis hin zum Ersatz von Produktkatalogen, Warenkörben und Besitz”, sagt Amy Konary, Research Vice President bei IDC. “In dieser neuen Ära beruht Erfolg auf der Monetarisierung von Beziehungen und nicht mehr auf dem bloßen Verkauf von Produkten. Zuora hat eine Schlüsselrolle inne bei der Einführung dieser Geschäftsmodelle.”

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