App Tabbt: gemeinschaftliche Ausgaben unkompliziert im Blick behalten

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Tabbt-App (Bild: Tabbt)

Das Hamburger Start-up Tabbt will als “soziales Finanznetzwerk” per App das Hin- und Herschieben von Bargeld zwischen Freunden überflüssig machen. Bei gemeinsamen Einkäufen soll die Mobilanwendung das Bezahlen für die Beteiligten angenehmer gestalten. Sie zeigt immer, wer in der Pflicht steht und was von wem bezahlt wurde.

Das Hamburger Start-up Tabbt startet am 12. März ein per App gesteuertes “soziales Finanznetzwerk”. Dieses besteht aus dem Service Tabbt, der zur Organisation gemeinsamer Einkäufe dient, und den zugehörigen Apps. Diese stehen bereits für iOS sowie für Android zum Download bereit. Mit ihr erfassen Nutzer gleich vor Ort, wer was und wieviel bezahlt hat. Diskussionen, die mit Sätzen wie “Aber diesmal muss ein anderer die Getränke zahlen” anfangen, sollen damit wegfallen.

App Tabbt (Bild: Tabbt)
Die App Tabbt zeigt, wer in einer Gruppe wie hoch in der Kreide steht (Bild: Tabbt).

Die App kann zum Beispiel genutzt werden, um gemeinsam Restaurantbesuche, Taxifahrten, Einkäufe einer Wohngemeinschaft oder die Auslagen auf einer Reise abzurechnen. Mit ihr können sich Freunde gegenseitig ihre gemeinsamen Ausgaben schicken und sie laufend miteinander verrechnen. Dazu hat jeder Teilnehmer die Möglichkeit, Ausgaben zu verschicken, zu editieren und zu kommentieren oder sich benachrichtigen lassen, wenn ein anderes Gruppenmitglied etwas aus der möglichen “Gemeinschaftskasse” ausgibt.

Eine Gäste-Funktion vermeidet, jeden in Einzelfällen Beteiligten sofort als “Freund” deklarieren zu müssen. Wenn unterwegs kein Internet für das Kosten-Sharing verfügbar ist, können dennoch Ausgaben vermerkt werden. Sobald wieder eine Cloud-Verbindung besteht, werden die Daten in der zentralen Datenbank eingetragen.

Tabbt kann mit mehreren Geräten gleichzeitig arbeiten. Per Synchronisation landen die aktuellen im Cloud-Server verzeichneten Daten auf dem genutzten Client. Die App kommuniziert nur über HTTPS-Verschlüsselung, damit die Finanzsituation nicht unterwegs von Dritten abgefangen werden kann. Gespeichert sind die Informationen auf Servern in Deutschland.

Derzeit macht das Unternehmen mit seiner Anwendung noch kein Geld, hofft aber langfristig auf Kooperationen mit Banken. Wenn die ausstehenden Schulden der Nutzer über Finanztransaktionen getilgt werden müssen, fließen Provisionen der Banker. Das lohnt sich aber erst, wenn die App eine sehr hohe Zahl von Nutzern gewonnen hat, die dann tatsächlich auch auf diese Funktion zugreifen.

Aber “die Banken suchen Wege, die jüngere Nutzergruppe zu erreichen”, erklären die Gründer im Gespräch mit ITespresso.de. Dazu hätte man sehr viel Energie in die einfache Benutzung gesteckt und wolle sich damit vom Mitbewerb abheben. Das vom Bund im Gründerprogramm EXIST geförderte Projekt setzt auf sehr langrfistig einsetzenden Erfolg und kämpft dabei gegen mehrere Konkurrenten mit den gleichen Hintergedanken.

Die Macher der Moskauer Mitbewerber-App I.O.U setzen zusätzlich auf die Einnahmequelle der kostenpflichtigen Version I.O.U. Pro. Sie bringt für 2,99 Dollar die Zusatz-Features wie Backup, Erinnerung an wiederkehrende Verpflichtungen oder des automatischen Bezahlen – also den Dauerauftrag ohne die Bank. Auch die Arbeit mit mehreren Währungen ist hier möglich.

Weniger Glück hatten die Betreiber von Pockets United aus München: Sie müssen ihr Start-up, das mit den gleichen Intentionen startete und von der Wayra Akademie, dem Accelerator-Programm von Telefónica, per Gründerkredit finanziert wurde, schließen. In ihrer Abschiedsmeldung beteuern sie aber, dass sie trotz des Scheiterns noch immer an ihre Idee glauben.

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