Menschliche Haut wird durch elastische Sensoren zum Touch-Panel

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iSkin (Foto: Oliver Dietze)

Informatiker aus Saarbrücker haben aus Silikon mit Sensoren versehene Sticker entwickelt, die sich an die Haut anschmiegen. Darüber lassen sich mobile Geräte per Berührung steuern. Diese sogenannten iSkins erlauben unterschiedliche Formen, Größen und Designs. Sie werden erstmals zur CeBIT von 16. bis 20. März in Hannover vorgestellt.

Informatiker aus Saarbrücker erforschen zusammen mit Kollegen der US-amerikanischen Carnegie Mellon University Möglichkeiten, den menschlichen Körper als berührungsempfindliche Oberfläche zur Steuerung mobiler Geräte einzusetzen. Sie haben dazu aus Silikon elastische, mit Sensoren versehene Sticker entwickelt, die ähnlich wie ein Klebe-Tattoo aussehen und sich auch ebenso wie diese an die Haut anschmiegen.

iSkin (Foto: Oliver Dietze)

Befehle an Mobilgeräte lassen sich dann durch Drücken oder Tippen auf den Sticker absetzen. Ihre iSkin genannte Entwicklung stellen die Wissenschaftler der Embodied Interaction Group der Universität des Saarlandes auf der CeBIT von 16. bis 20. März in Hannover vor (Halle 9, Stand E13).

Als Vorteil gegenüber den derzeit viel diskutierten Smartwatches sehen die Forscher die größere Flexibilität. Während die bedienbare Oberfläche einer Smartwatch starr und klein ist, was es schwierig macht, einzelne Tasten zu treffen, kann ein iSkin wesentlich größer sein – ohne dabei unbedingt unangenehm aufzufallen.

Die Sticker bestehen aus flexiblem Silikon in das leitfähigen Elektrosensoren eingelassen sind. Sie können als Eingabefläche genutzt werden, um mobile Geräte in der Nähe zu steuern. Derzeit gibt es pro Anwendungsfall einen Sticker. So lässt sich je nach Modell ein Anruf annehmen oder die Lautstärke eines Musikspielers regulieren. Momentan sind die Sticker noch über Kabel an einen Computer angeschlossen. In Zukunft könnten sie durch eingebaute Mikrochips auch drahtlos mit mobilen Geräten verknüpft werden.

“Mit den Stickern erweitern wir die interaktive Oberfläche für den Nutzer, da praktisch der ganze Körper als Eingabefläche eingebunden werden kann”, erklärt Martin Weigel, der als Doktorand im Team von Jürgen Steimle, dem Leiter der “Embodied Interaction Research Group” am Exzellenzcluster Exzellenzcluster “Multimodal Computing and Interaction“ der Universität des Saarlandes forscht.

iSkin (Foto: Oliver Dietze)

Ein weiterer Vorteil gegenüber einer Smartwatch ist, dass Nutzer das Design ihres Stickers zuvor am Rechner mit einem gängigen Grafikprogramm gestalten können. Die Sticker werden mit medizinischem Kleber auf der Haut aufgebracht. “So kann der Nutzer selbst festlegen, wo er den Sticker haben will und wie lange er ihn tragen möchte”, erklärt Steimle in einer Pressemitteilung.

In Hannover zeigen die Forscher Sticker zur Musikwiedergabe und zur Steuerung von Anrufen. Allerdings sind ihnen zufolge weitere Anwendungen durchaus denkbar: Beispielsweise wäre es möglich, mit einem Tastatursticker Nachrichten zu verfassen und zu verschicken.



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