IBM und ARM stellen Starter-Bausatz für das Internet der Dinge bereit

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IoT Starter Kit (Bild: ARM)

Das mBed IoT Starter Kit setzt sich aus einer Freescale-Platine mit ARM-M4-Chip sowie einer Sensorensammlung zusammen. Der Bausatz kostet 20 Dollar. Bis zu einer gewissen Volumengrenze ist die Nutzung von IBMs Bluemix-Cloud-Diensten inklusive. Eine schlichte datengenerierende Applikation lässt sich angeblich binnen drei Minuten entwickeln.

Ab heute offerieren IBM und ARM mit dem mBed IoT Starter Kit einen Entwicklerbausatz für das Internet der Dinge. Damit lassen sich Prototypen internetfähiger Geräte erstellen – vom Fahrzeug bis zum Haushaltsgerät. Die Option, Backbone-Dienste von IBM für die Datenerfassung und -Auswertung zu nutzen, erleichtert den Einstieg.

IoT Starter Kit (Bild: ARM)

Das Starter Kit setzt sich aus einer Platine mit ARM-Prozessor, Sensoren, Leuchtdioden und anderen Komponenten zusammen. Es lässt sich mit der IBM Internet of Things Foundation verbinden, die es authentifiziert und für eine verschlüsselte Übermittlung der Daten an IBMs Bluemix-Dienste sorgt. Diese Services erlauben die Visualisierung und Auswertung der Daten – und zwar auch kombiniert mit Daten aus anderen Quellen – und können zudem Anweisungen zurück ans Gerät schicken. Über eine RESTful API erfolgt der Zugriff auf sie im Browser oder aus einer Anwendung heraus.

Der Einsatz der üblicherweise kostenpflichtigen Bluemix-Services ist bis zum Erreichen einer Datenobergrenze für Entwickler kostenlos. Apps lassen sich durch eine Verbindung mehrerer Bluemix-Dienste entwickeln. Für ihren Code können Programmierer unter anderem Java, JavaScript, Ruby, Go, Python und PHP verwenden – oder IBMs visuelle Programmiersprache NodeRED wählen. Mit dem Entwickler-Kit ist es möglich, binnen drei Minuten eine Anwendung zu erstellen, deren Daten in Bluemix eingehen, behaupten die Partner.

Die Hardware setzt sich aus dem Mainboard Freescale K64F sowie einem Freescale-Kinetis-Chip auf Grundlage des ARM Cortex-M4 mit 120 MHz zusammen. Es integriert 256 KByte RAM, 1 MByte Flash-Speicher sowie ein LC-Display mit einer Auflösung von 128 mal 32 Pixeln. Eine RGB-LED kann zusätzlich Statusinformationen darstellen. Für die Bedienung ist ein 5-Wege-Joystick erhältlich.

Zwei Potentiometer sind ebenso an Bord wie ein Drei-Achsen-Beschleunigungsmesser und ein Temperatursensor, ein Magnetometer, ein Lichtsensor und ein Touch-Sensor. Für die Netzwerkanbindung ist ein Ethernet-Port vorhanden. Künftig könnten Versionen mit Mobilfunkanbindung, Bluetooth Low Energy, Thread oder WLAN folgen. Vorerst ist der Bausatz offenbar nur bei Freescale in den USA verfügbar, wo als Preis 20 Dollar genannt werden. Der Website zufolge gibt es aktuell keinen Distributor für Deutschland.

Laut ARM-Vizepräsident Zach Shelby wurden im vergangenen Jahr rund fünf Milliarden ARM-basierende Geräte für das Internet der Dinge in Betrieb genommen. “Die Herausforderung ist aber nicht, alle diese Geräte herauszubringen, sondern Software einzusetzen, die sicher ist, offene Standards nutzt und zum Einsatz in Web-Services bereit ist.” Das Kit bedeute zudem eine Öffnung nach unten: “Traditionell waren IBMs Geschäft immer Großunternehmen, wir öffnen das jetzt aber für Firmen mittlerer Größe, auch solche, die noch nie selbst ein Gerät hergestellt oder einen Cloud-Dienst in Betrieb genommen haben.” Shelby erwartet noch in diesem Jahr erste Produkte auf dem Markt, die auf dem Starter Kit beruhen.

Start-ups im Bereich Internet der Dinge sind auch die 50 Finalisten von CODE_n, die ihre Ideen,. Dienst udn Produkte während der CeBIT in Hannover vorstellen. In der vierten Auflage des Wettbewerbs – diesmal unter dem Motto “Into the Internet of Things” – wurden Gründer und Unternehmen gesucht, deren Ideen das Zeitalter des Internet der Dinge einläuten. Der Innovationswettbewerb war in die vier Bereiche Digital Life, Smart City, Future Mobility und Industry 4.0 unterteilt. Vom 16. bis 20. März 2015 präsentieren die von einer Jury ausgewählten 50 Finalisten in Halle 16 auf der CeBIT in Hannover ihre Ideen und Geschäftsmodelle.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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