Hamburger Big-Data-Start-up GPredictive bekommt 2,5 Millionen Euro

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GPredictive Logo (Bild: GPredictive)

Diese Summe investiert die Venture Capital-Gesellschaft Target Partners im Rahmen einer Series-A Finanzierungsrunde. GPredictive analysiert für Unternehmen Kundendaten damit diese Marketing und Vertrieb gezielter ausrichten können. Die Analyse wird als Software-as-a-Service angeboten.

Target Partners im Rahmen einer Series-A Finanzierungsrunde 2,5 Millionen Euro in GPredictive gesteckt. Das Hamburger Start-up erlaubt es mit seinem Angebot, Kundenverhalten mit “Big Data”-Vorhersagen als Software-as-a-Service zu analysieren. Auf Grundlage der Daten aus der Vergangenheit prognostiziert es dann, wie sich Kunden künftig verhalten werden. Das soll Unternehmen helfen Marketing und Vertrieb gezielter auszurichten.

GPredictive Logo (Bild: GPredictive)

Während das Vorgehen an sich nichts Neues ist, ermöglicht aber die Angebotsform – als Software-as-a-Service – Unternehmen derartieg Analysen durchzuführen, die das bisher aufgrund mangelnder Ressourcen in der IT-Abteilung, den zu hohen anfänglichen Investitionskosten oder mangelnden Fachkenntnissen im Bereich Business Analytics nicht tzn konnten.

Eine Stärke von GPredictive ist das als “Scores out of the Box” vermarktete Angebot. Hat beispielsweise ein Online-Shop oder ein stationärer Händler eine Kundendatenbank mit einer Million Kontakten, will aber seinen Katalog mit einer Auflage von 100.000 Stück versenden, ist es sinnvoll vorher zu ermitteln, bei welchen Kunden es besonders wahrscheinlich ist, dass nach dem Empfang des Katalogs erneut eine Bestellung erfolgt.

Dafür nutzt GPredictive unter anderem die Bestellhistorie, reichert die Daten an und errechnet schließlich für jeden Kontakt einen individuellen “Score”. Laut Anbieter konnten so bisher bis zu viermal mehr Bestellungen generiert werden als ohne vorherige Analyse.

Mit dem nun erhaltenen Kapital sollen sowohl die weitere Produktentwicklung als auch der Ausbau der Sales-Aktivitäten finanziert werden. Für weiteres Wachstum sucht das Start-up übrigens neue Softwareentwickler, Kundenbetreuer und Vertriebsmitarbeiter. Derzeit liegt der Schwerpunkt der Vertriebsaktivitäten noch auf Deutschland. Mittelfristig ist allerdings die internationale Expansion geplant.

Björn Goerke, Mitgründer und CEO von GPredictive (Bild: GPredictive)
Björn Goerke, Mitgründer und CEO von GPredictive (Bild: GPredictive)

Eine seiner Stärken sieht das Start-up auch darin, dass es als deutsche Firma den für das Geschäftsmodell unerlässlichen Anforderungen an den Datenschutz vollauf genügen kann. Eignen Angaben zufolge werden die gesamten Daten ausschließlich in Deutschland gespeichert und ausgewertet.

“Vorhersagen aufgrund ausgewerteter Kundendaten machen den Vertrieb zielgerichteter, kosteneffizienter und minimieren Streuverluste – ein eindeutiger Wettbewerbsvorteil. Wir erschließen das Thema ‘Big Data’ für Unternehmen jeder Größe. Es braucht keine Investitionskosten oder IT-Kenntnisse”, so Björn Goerke, Mitgründer und CEO von GPredictive in einer Pressemitteilung.

“GPredictive hat aus dem Megatrend Big Data ein attraktives Geschäftsmodell entwickelt. Die Auswertung von Kundendaten gestaltet Vertrieb und Marketing erwiesenermaßen um ein Vielfaches effizienter, spart Zeit und bringt bares Geld. GPredictive macht hochentwickeltes Machine Learning als künstliche Intelligenz für jeden Anwender verfügbar”, begründet Waldemar Jantz, Partner bei Target Partners, das Investment.

In einer Studie hat Gartner erst kürzlich gefordert, dass IT-Führungskräfte künftig stärker mit dem Marketing kooperieren müssen, um gemeinsam Umsatzsteigerungen herbeizuführen. Laut Gartner sollen IT-Chefs Marketingleiter stärker dabei unterstützen, passende Lösungen zu personalisiertem, digitalem Marketing auszuwählen, zu implementieren und sinnvoll zu verknüpfen, zum Beispiel mit CRM-Lösungen. Laut den Gartner-Analysten kann diese Kooperation den ROI in Marketing-Technologien bis 2018 um 25 Prozent erhöhen.

Dies gelinge hauptsächlich mit Personalisierung der digitalen Strategie. Das gestalte die Interaktion angenehmer und erhöhe dadurch die Erfolgsaussichten von “Cross-Selling”. Aus verschiedenen Datenquellen automatisch Informationen über die Präferenzen der Kunden zusammenzutragen – und dass abteilungsübergreifend – hält Gartner daher für einen Punkt, in dem IT-Führungskräfte Marketingabteilungen unterstützen können. Für Firmen, in denen beide Abteilungen über überschaubare Personalressourcen verfügen, könnten sich daher Service-Angebote wie die von GPredictive schon bald als lohnende Alternative erweisen.

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